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Gesundheits Kompass

Man(n) kann vorsorgen

Warnsignale, wenn in Sachen Prostata ein Arzt aufgesucht werden sollte, gibt es viele

Man(n) kann vorsorgen

Der Begriff Prostata bedeutet übersetzt aus dem Altgriechischen so viel wie „Vorsteher“. Daher hat die Prostata auch ihren deutschen Namen: Vorsteherdrüse. Gemeinsam mit den Hoden, Nebenhoden, Samenleitern und Samendrüsen bildet sie die inneren Geschlechtsorgane des Mannes. In der Prostata wird ein Teil der Samenflüssigkeit produziert.Die Prostata liegt zwischen der Harnröhre und dem Beckenboden. Die kleine, etwa 20 Milliliter fassende Drüse, umhüllt den Beginn der Harnröhre. Kommt es nun zu einer Vergrößerung der Prostata, kann es im wahrsten Sinne des Wortes, „eng“ werden. Und diese Vergrößerungen sind nicht selten. Studien zufolge leiden 75 Prozent der 75-Jährigen daran.Gutartige Erkrankungen der ProstataIst die Vorsteherdrüse vergrößert, können diverse Beschwerden auftreten, wie etwa ein vermehrter nächtlicher Harndrang, ein abgeschwächter Harnstrahl oder auch ein verzögerter Beginn des Wasserlassens. Wie schon erwähnt, ist die „Beningne Prostatahyperplasie“, so der Fachausdruck, nicht selten – und je älter die Menschen werden, desto häufiger wird sie auch auftreten. Denn Fakt ist: Schon ab Mitte 30 kann die Vorsteherdüse ganz allmählich an Volumen zunehmen. Die Vergrößerung an sich bereitet erst Probleme, wenn genau die Drüsenteile betroffen sind, die die Harnröhre umgeben. Wird die Harnröhre eingeengt, treten oftmals Beschwerden beim Wasserlassen auf. Wird die Lebensqualität durch die Symptome eingeschränkt, spricht der Mediziner von einer beginnenden Prostata Syndrom (BPS).Die Prostatavergrößerung ist allerdings nicht immer der Grund, wenn Probleme beim Wasserlassen – gerade in höherem Lebensalter – auftreten. Diese Symptome des unteren Harntraktes (Lower Urinary Tract Symptoms, kurz: LUTS) zählen zu den häufigsten Beschwerden des älteren Mannes. Darunter zählen etwa häufiges Wasserlassen am Tag (Pollakisurie) oder in der Nacht (Nykturie). Möglich ist zudem eine Verengung des Blasenauslassens.

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DR. PETER WEIB

Chefarzt Urologie am Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen
Telefon: (0271) 333 4525
E-Mail: Julia.Broehl@diakonie-sw.de

Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten

Egal welche Beschwerden: Vor der Behandlung ist die Anamnese enorm wichtig. Dabei fragt der Urologe die aktuellen Beschwerden ab, erkundigt sich auch nach bereits bestehenden Erkrankungen oder dem vorliegenden Medikamentenplan. Zudem ist eine eingehende Tastuntersuchung der Prostata nötig. Dabei kann der Arzt feststellen, ob die Drüse vergrößert ist. Er kann auch Hinweise auf Knoten oder Verhärtungen finden, die Hinweis auf einen gleichzeitig vorliegenden Prostatakrebs geben können. In diesem Zusammenhang ist auch eine Blutuntersuchung sinnvoll, um den PSA­-Wert zu ermitteln. PSA: Dahinter verbirgt sich das prostataspezifische Antigen, ein Eiweiß, das ausschließlich von Prostatazellen produziert wird. Ein erhöhter Wert kann viele Ursachen haben, etwa eine Entzündung, eine vergrößerte Prostata, aber auch Krebs. Die gute Nachricht: Beschränkt sich Krebs auf die Drüse, ist er in der Regel heilbar.

Zurück zu den Untersuchungsmethoden: Beim Arzt gilt, einen standardisierten Fragebogen zu beantworten, den sogenannten IPSS­-Bogen. Dieser gibt dem behandelnden Arzt unter anderem an, wie belastend die Symptome für den Patienten sind. Handelt es sich um eine gutartige Vergrößerung, ergeben sich verschiedene Optionen. Sind die Beschwerden nur leichter Natur und ist die Ultraschalluntersuchung unauffällig, wird zunächst auf das „kontrollierte Zuwarten“ gesetzt. Dieses abwartende Vorgehen erfolgt unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle, um rechtzeitig zu erkennen, ob eine Therapie notwendig wird. Manchmal reicht es auch, Lebensgewohnheiten zu verändern, um die Symptome zu beseitigen.

Operation gilt als letztes Mittel

Führt das nicht zum Ziel, kann auch medikamentös behandelt werden. Verordnet werden oftmals Mittel pflanzlicher Natur auf der Basis von Brennnessel, Arzneikürbis oder Sägepalme. Als Medikamente aus der Schulmedizin stehen unter anderem α1-Rezeptorblocker bereit, die dafür sorgen, dass sich die Muskulatur an Prostata und Blasenhals entspannt. Dies führt schnell zu einer Linderung der Beschwerden, da die maximale Harnflussrate gesteigert wird. Bei größeren Drüsen ist auch die Gabe von 5­Alpha­Reduktase­Inhibitoren möglich. Diese reduzieren die Hormonwirkung in der Prostata, können so zu einer Verkleinerung der Drüse beitragen und stellen eine Dauertherapie dar. Des Weiteren stehen bei einer gutartigen Prostatavergrößerung auch zahlreiche Operationstechniken zur Verfügung. Diese gelten allerdings als letztes Mittel, also wenn alle anderen Therapiemöglichkeiten nicht anschlagen oder andere Faktoren hinzukommen, wie etwa häufige Harnwegsinfekte, eine Verschlechterung der Nierenfunktion oder die Bildung von Blasensteinen.   

Warnzeichen und Vorsorge – wenn die Prostata Beschwerden macht

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Warnsignale, wenn in Sachen Prostata ein Arzt aufgesucht werden sollte, gibt es viele. Dazu zählen unter anderem ein vermehrter Harndrang gepaart mit einem schwachen Urinstrahl, Blut im Urin, Schmerzen beim Wasserlassen oder der Erektion und auch eine schmerzhafte Prostata.

Wichtig ist es, Vergrößerungen (egal ob gut­ oder bösartig) früh zu erkennen. Männern ab 45 Jahre zahlt die gesetzliche Krankenasse deshalb auch einmal jährlich eine Tastuntersuchung der Prostata. Diese dauert nur wenige Minuten und ist in der Regel nicht schmerzhaft. In Sachen Vorsorge ist auch die Bestimmung des PSA­-Testes möglich. Liegen jedoch keine Auffälligkeiten bei der Tastuntersuchung vor, muss dieser Test vom Patienten selbst gezahlt werden.

Unbestritten ist, dass bestimmte Substanzen – wie etwa Alkohol oder Koffein – eine harntreibende und reizende Wirkung haben. Bestehen also Probleme rund um das Wasserlassen, sollten diese Risikofaktoren zunächst minimiert werden. Wer nachts oft raus muss, für den ist es ratsam, die Flüssigkeitszufuhr am Abend herunter zuschrauben. Des Weiteren können auch Entspannungsübungen oder Beckenbodengymnastik helfen, bestehende Probleme in den Griff zu bekommen. Auch ein Gespräch mit einem Urologen ist ratsam. Er kann beispielsweise feststellen, ob bereits verordnete Medikamente für neu aufgetretene Beschwerden, etwa beim Wasserlassen, verantwortlich sind. +