Anzeige
GESUNDHEITS KOMPASS

Diakonie Klinikum in Siegen und Freudenberg: Linderung der Rhizarthrose

Diakonie Klinikum in Siegen und Freudenberg: Linderung der Rhizarthrose Bildunterschrift anzeigen Bildunterschrift anzeigen

Mit einer Länge zwischen 28 und 38 Millimetern wird die DaumensattelgelenkEndoprothese über einen streckseitigen Schnitt an der Daumenoberfläche eingesetzt.

Mit Daumengelenk-Implantat wieder schmerzfrei und beweglich

Eine Wasserflasche öffnen, ein Tuch auswringen, ein Dokument unterschreiben es sind Handbewegungen wie solche, die für Menschen mit einer Arthrose am Daumensattelgelenk oft kaum möglich und meist mit starken Schmerzen verbunden sind. Abhilfe kann ein Mini-Implantat schaffen. In der Unfall- und Wiederherstellungschirurgie am Diakonie Klinikum in Siegen und Freudenberg setzen die Experten rund um den Leiter der Sektion Hand- und Ellenbogenchirurgie, Dr. Michael Pausch, sowie die Oberärzte Simon Bovelet und Björn Heindl damit auf eine moderne und effiziente Möglichkeit in der Rhizarthrose-Therapie, um die Greiffunktion der Hand wiederherzustellen.

Daumensattelgelenk hat eine zentrale Funktion

Ob greifen, schreiben oder drehen – mithilfe des Daumens tätigt der Mensch täglich unzählige Aufgaben, ohne darüber nachzudenken. Eine zentrale Funktion hat dabei das Daumensattelgelenk. Es sitzt zwischen dem großen Vieleckbein der Handwurzel und dem ersten Mittelhandknochen. Das Gelenk ermöglicht Beuge-, Streck-, An- und Abspreizbewegungen, sodass der Daumen gegen die übrigen Langfinger geführt werden kann und damit beispielsweise der Pinzetten- oder Schlüsselgriff möglich ist. Nutzt sich der Knorpel des Daumensattelgelenks ab, sprechen Mediziner von einer Rhizarthrose. Der Verschleiß führt dazu, dass die Knochen aneinander reiben, wodurch es zu Kraftverlust, Schmerzen und damit zu einer eingeschränkten Handfunktion kommt. Betroffen sind meist Frauen ab dem 50. Lebensjahr. Dabei ist die genaue Ursache bislang nicht bekannt. In der Medizin wird angenommen, dass die besondere und Komplexe Form des Gelenks und im Laufe der Jahre eintretende Lockerungen der Bänder ursächlich sind. Aufgrund der Hebelwirkung des Daumens beim Greifen wirken hohe Kräfte auf das Gelenk, sodass sich der Knorpel schrittweise abnutzt und eine Arthrose entsteht.

Sind konservative Methoden wie Schmerztherapien, das Tragen von Bandagen, Ergo- und Physiotherapien sowie eine Injektionstherapie und ähnliche Verfahren erfolglos geblieben, zählt die sogenannte Resektionsarthroplastik zum heute noch immer gängigen operativen Verfahren. Dabei wird das große Vieleckbein komplett entfernt. Damit werden die Schmerzen zwar gelindert, häufig resultieren aber eine Instabilität und ein Kraftverlust des Daumens, sodass die Handfunktion nicht unerheblich beeinträchtigt sein kann. Indem der erste Mittelhandknochen in die Lücke des entfernten Handwurzelknochens zurückwandert, verkürzt sich der Daumen. Darüber hinaus kann sich die Heilungsphase über viele Wochen hinziehen. Hoffnung bietet ein Mini-Implantat – die sogenannte Daumensattelgelenk-Endoprothese, welche das verschlissene Sattelgelenk ersetzt. Insbesondere die Länge des Daumens wird damit erhalten und seine Beweglichkeit und Funktion wiederhergestellt. Das liegt vor allem an der besonderen Technik. Das Funktionsprinzip ist mit dem einer Hüftprothese vergleichbar. Das kleine Implantat für den Daumen besteht aus einem Schaft,- Kopf- und Halselement sowie aus einer Pfanne und wird zementfrei eingesetzt. Der Prothesen-Kopf besteht aus einem speziellen, hochvernetzten Kunststoff, wodurch er sich reibungsarm in der Implantat-Pfanne bewegen kann. Mithilfe der doppelten Mobilität renkt sich das Implantat so gut wie nie aus und ermöglicht ein hohes Bewegungsausmaß.

Die Operation erfolgt unter Vollnarkose oder in Regionalanästhesie. Bei letzterem Verfahren wird nur der Arm betäubt. Über einen etwa vier Zentimeter langen, streckseitigen Schnitt über dem Sattelgelenk entfernen die Handchirurgen zunächst die verschlissenen Gelenkanteile des ersten Mittelhandknochens und des großen Vieleckbeins. Danach bereiten sie den Schaft und die Pfanne mit speziellen Fräsen und Raspeln vor, um letztlich die Prothese zu implantieren. Verschiedene Implantat-Größen mit einer Länge zwischen 28 und 38 Millimetern und der modulare Aufbau ermöglichen eine passgenaue Prothese für jeden Patienten. Nach der gut einstündigen Operation tragen Patienten für etwa zwei Wochen eine Orthese oder Schiene. Daran schließt sich eine ergotherapeutische Nachbehandlung an. Für den stationären Krankenhausaufenthalt sind zwei bis drei Nächte nötig. Die Zufriedenheit der Patienten ist groß. Sie sind schnell schmerzfrei und nach acht bis zwölf Wochen wieder arbeitsfähig.

DR. MICHAEL PAUSCH

Leiter der Sektion Hand- und Ellenbogenchirurgie in der Unfall- und Wiederherstellungschirurgie am Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen

Telefon: 0271 / 314 71 0
E-Mail: mvz-chirurgie@diakonie-sw.de