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GESUNDHEITS KOMPASS

Überlebensvorteil durch Spezialisierung

Überlebensvorteil durch Spezialisierung

Die Krebstherapie in zertifizierten Zentren hat positive Effekte auf den Patienten

Krebszentren sind interdisziplinäre Einrichtungen, die in Organisation, Personal und Knowhow speziell auf eine Sorte Krebs und deren Behandlung zugeschnitten sind – Beispiel Darmkrebs. Patienten, die sich in Zentren behandeln lassen, die von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert sind, haben einer aktuellen Großstudie zufolge klare Überlebensvorteile.

Traditionell sind Krankenhäuser nach medizinischen Disziplinen gegliedert – Klinik für Innere Medizin, Klinik für Gynäkologie, Klinik für Orthopädie etc. Erweiterung erfährt diese Organisation über Zentren, bei denen sich Experten aus unterschiedlichen Fachbereichen und Berufen an einer Stelle vernetzen, um eine bestimmte Krankheit zu behandeln und zu heilen: Hier sind etwa Chirurgen mit viel Erfahrung und viel Praxis im Operieren von genau dieser bestimmten Krebserkrankung anzutreffen; hier treffen sich Krebsspezialisten für das jeweilige Organ in regelmäßig stattfindenden Tumorkonferenzen – Chirurgen, Strahlentherapeuten, Radiologen und Internisten; hier gibt es alle nötigen Fachabteilungen; hier gibt es individuelle Therapiepläne. Die im St. Marien-Krankenhaus Siegen angesiedelte vier Zentren, eingebettet in das vom Land Nordrhein-Westfalen zugelassene Onkologische Zentrum Südwestfalen unter der Leitung von Prof. Dr. Ralph Naumann, bieten darüber hinaus Patienten mit bösartigen Erkrankungen Zugang zu innovativen Therapieverfahren auch im Rahmen von klinischen Studien an. Um Patienten im Dickicht vieler Zentren eine Auswahlentscheidung zu erleichtern, bietet die Deutsche Krebsgesellschaft ihnen eine Orientierung an, in dem sie spezialisierte Zentren zertifiziert.

Niedrigere Sterblichkeit erkennbar

Eine aktuelle Großstudie zeigt, dass Patienten, die in einem von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten „Zentren“ für ihre Form von Krebs behandelt werden, klare Überlebensvorteile haben. Die Studie basiert auf bundesweiten Abrechnungsdaten der AOK sowie aus vier regionalen klinischen Krebsregistern für rund eine Million Behandlungsfälle. Besonders groß war laut der Analyse der Krebsregister-Daten der Überlebensvorteil durch die Zentren-Behandlung bei Gebärmutterhalskrebs (minus 25,9 Prozent Sterblichkeit), neuroonkologischen Tumoren (minus 15,8 Prozent), Lungenkrebs (minus 15,0 Prozent) und Brustkrebs (minus 11,7 Prozent). Positive Effekte mit statistischer Signifikanz zeigten sich weiterhin für das kolorektale Karzinom (Darmkrebs), Kopf-Hals-Tumore, Prostatakrebs und die Gruppe der gynäkologischen Tumore. Die niedrigere Sterblichkeit in den zertifizierten Zentren war demnach sowohl in den Krebsregisterdaten als auch in den Krankenkassendaten erkennbar.

Die Ergebnisse finden in der Region Südwestfalen ihre Entsprechung. Hinzu kommen sog. Benchmarks, die zwischen den einzelnen Organkrebszentren durchgeführt werden. Hier erreichte im Herbst 2022 beispielsweise im deutschlandweiten Vergleich das zertifizierte Darmkrebszentrum des St. Marien-Krankenhaus Siegen in puncto Behandlungsqualität den höchsten vergebenen Wert.

CHEFARZT PROF. DR. MED. RALPH NAUMANN

Klinik für Hämatologie, Medizinische Onkologie und Palliativmedizin, Marien Kliniken – St. Marien-Krankenhaus Siegen


INFO

Das Darmzentrum im St. Marien-Krankenhaus Siegen wurde im Jahr 2007 etabliert und war das erste nach den Regeln der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierte Darmzentrum der Region. Innerhalb von 15 Jahren konnte dort eine Behandlungsqualität erreicht werden, die dieses als Topadresse bundesweit bestehen lässt. „Diese hervorragende Leistung ist Auszeichnung eines großen Teams von engagierten Mitarbeitenden“, betonen Dr. Heinrich Franz und Prof. Dr. Frank Willeke, Chefärzte und Leiter des Darmkrebszentrums.