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GESUNDHEITS KOMPASS

Zähne sind Lebensqualität

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Röntgenbild vor Behandlungsbeginn: Die Zähne der Patientin sind nicht erhaltungswürdig.

Ein Implantat-Konzept feiert sein 25-jähriges Bestehen

Vielen Patienten ist mittlerweile der Begriff „all-on-4®“ Implantat-Behandlung aus Medien oder persönlichen Berichten bekannt. Sie fragen daher direkt danach oder suchen aktiv nach Zentren, die diese Methodik regelmäßig anwenden: Was bedeutet all-on-4? Ist die all-on-4 Methode sicher? Kann die Methode empfohlen werden? Diese Fragen werden uns jeden Tag gestellt. Daher wollen wir hier über die Methode informieren und die wichtigsten Fragen beantworten.

Unsere Zähne, unser Wohlbefinden

Röntgenbild derselben Patientin zur Kontrolle 5 Jahre nach Implantat-Versorgung mit jeweils 4 Implantaten im Ober- und Unterkiefer (Sofort-Implantation & Sofort-Belastung)
Röntgenbild derselben Patientin zur Kontrolle 5 Jahre nach Implantat-Versorgung mit jeweils 4 Implantaten im Ober- und Unterkiefer (Sofort-Implantation & Sofort-Belastung)

Wenn die „Dritten“ drücken und schmerzen und den Alltag erschweren, geht viel Lebensqualität verloren. Moderne Implantationsmethoden bieten Alternativen zu herkömmlichem Zahnersatz. Zeit- und kostensparend, an nur einem Tag. Unsere Zähne sind nicht nur wichtiges Werkzeug. Attraktivität, Selbstbewusstsein, Lebensfreude – Zahngesundheit spiegelt sich in unserer Ausstrahlung wider und stärkt das Wohlbefinden. Doch besonders mit zunehmendem Alter kommt es vermehrt zu Zahnlockerungen und -erkrankungen. Sind die Zähne stark geschädigt und können nicht repariert werden, ist man auf Zahnersatz angewiesen. Bei vollständigem Zahnverlust werden Patienten im Regelfall mit herausnehmbaren Vollprothesen versorgt. Leider oft mit den typischen Folgen: Sprechen, essen, lachen, Vieles fällt schwer oder wird gar unmöglich. Den Betroffenen geht sehr viel Lebensqualität verloren. Wir wissen heute, was es bedeutet, wenn Menschen auf Zahnersatz angewiesen sind, der sie im Alltag stark beeinträchtigt: Die Lebensqualität der Patienten wird signifikant von der Art ihres Zahnersatzes beeinflusst.

Minimal invasive Methode - Starker Halt

Patientin: 5 Jahres-Kontrolle mit Ober- und Unterkieferversorgung
Patientin: 5 Jahres-Kontrolle mit Ober- und Unterkieferversorgung

Immer mehr Patienten entscheiden sich daher für Zahnimplantate. Ein aktuell sehr stark nachgefragtes Verfahren der Implantologie, das schon seit vielen Jahren erfolgreich angewendet wird, ist dabei in vielerlei Hinsicht vorteilhaft: Die sogenannte „all-on-4®“ -Behandlung, geschützte Markenbezeichnung der Implantat-Firma NobelBiocare®. Sie ist weniger zeitaufwendig als die herkömmlichen Implantationsmethoden, für die häufig ein langwieriger Knochenaufbau eingeplant werden muss. Die „4“ steht für die Anzahl der mindestens pro Kiefer benötigten Implantate, auf denen der Zahnersatz für den gesamten Kiefer verankert wird. Ihre spezielle Positionierung gibt diesen sofort festen Halt: Dabei werden die hinteren Implantate schräg gesetzt und der vorhandene Knochen unterhalb der Nase im Oberkiefer und im Bereich des Kinns im Unterkiefer optimal ausgenutzt. Daher kann auf eine Knochenaufbau-Operation im Bereich der Kieferhöhle oder über dem Unterkiefernerv verzichtet werden. Die wissenschaftliche Forschung konnte zeigen, dass die schräg gesetzten Implantate die gleiche Prognose wie gerade gesetzte Implantate aufweisen. Abhängig von der individuellen Knochenqualität und Knochenmenge wird das „all-on-4®“ Konzept mit 4 oder 5 oder 6 Implantaten ausgeführt.

Der Eingriff erfolgt ambulant und der Patient kann in vielen Fällen seine neuen Zähne schon am selben Abend wieder belasten. Hochwertige Materialien sorgen für Langlebigkeit und zuverlässigen Tragekomfort. Zugleich ist der Implantationsvorgang – auch dank präziser Vorbereitung mit modernster 3D-Computertechnik – schmerz- und risikoarm. Durch das effiziente und materialsparende Prinzip ist der Zahnersatz preisgünstiger als klassische Implantate. Nicht zuletzt überzeugen die Resultate auch ästhetisch: So werden Ergebnisse erzielt, die dem natürlichen Aussehen von schön gewachsenen, gesunden Zähnen in nichts nachstehen.

Methode wurde vor 25 Jahren entwickelt

Vielen Patienten erscheint es, als ob die „all-on-4®“ Methode eine ganz neue Methode darstelle und sind daher skeptisch, ob diese Zahnversorgung auch langfristig hält. Dazu muss man anmerken, dass die Methode vor 25 Jahren in Portugal durch Prof. Dr. Paulo Malo entwickelt wurde und seitdem international sehr erfolgreich angewendet wird. Manchmal benötigen gute Dinge Zeit, bis sie in der breiten Öffentlichkeit bekannt werden. Dies trifft auch auf die „all-on-4®“ Methodik zu. 

Diese Behandlungstechnik hat mittlerweile Eingang gefunden in die allgemein anerkannten Therapieleitlinien für den unbezahnten Kiefer. Das Konzept kann auch zeitgleich zur Zahnentfernung angewendet werden. Dies bedeutet, der Patient kommt zur OP mit eigenen Zähnen und geht nachher mit festen Zähnen wieder nach Hause. Das monatelange Tragen einer Totalprothese kann damit vermieden werden.

Voraussetzung für den sofortigen Einsatz der festen Zähne ist, dass die Implantate ausreichend fest in den Kieferknochen eingebracht werden können. Dies ist von der Härte des Knochens abhängig. Ist der Knochen zu weich, muss eine Einheilzeit von 8 Wochen abgewartet werden, bevor die festen Zähne eingesetzt werden können. Dies ist jedoch nur in ganz wenigen Fällen notwendig. In dieser kurzen Zwischenzeit kann eine Totalprothese getragen werden. Die Einheilung der Implantate in den Knochen dauert prinzipiell ca. 8 Wochen. Um die Überbelastung der einheilenden Implantate unter Sofortbelastung zu vermeiden, wird in dieser Zeit nur weiche Kost empfohlen.

Die Behandlung des Oberkiefers mit dem „all-on-4®“ ist komplexer und damit schwieriger als im Unterkiefer, weswegen diese einem routinierten Chirurgen und Prothetiker vorbehalten bleiben sollte. Insgesamt zeigt das Konzept einen vorhersagbaren Erfolg.

Implantate können ein Leben lang halten

Implantate können im Prinzip ein Leben lang halten. Grundvoraussetzung dafür ist eine gute Mundhygiene mit regelmäßigen Nachkontrollen beim Zahnarzt. Dabei ist es sehr zu empfehlen, im halbjährlichen Rhythmus den Implantat-Zahnersatz professionell reinigen zu lassen. Es gibt jedoch auch individuelle Risikofaktoren, die den Implantat-Erfolg beeinflussen können. Hierzu berät der Spezialist für Implantologie im persönlichen Gespräch.

Beim „all-on-4®“ Konzept sind die Zähne direkt nach der OP als Langzeit-Provisorium aus einem hochwertigen Kunststoff gestaltet (1. fester Zahnersatz: provisorisch); nach ca. einem Jahr wird der definitive Zahnersatz mit Gerüstverstärkung anfertigt (2. fester Zahnersatz: definitiv). Die Zähne, die nach der OP eingesetzt werden, schienen die Implantate untereinander und sind damit Grundvoraussetzung dafür, dass die Implantate, während sie noch einheilen, bereits belastet werden können. Dieser Sofortzahnersatz kann nur aus Kunststoff hergestellt werden. Kunststoff weist jedoch langfristig nicht genügend Bruchstabilität für die mechanischen Belastungen beim Kauen auf. Der endgültige Zahnersatz mit Verstärkungsgerüst aus Metall oder Hochleistungskeramik kann nach der Einheilzeit angefertigt werden: Frühestens nach zwei Monaten und spätestens nach zwei Jahren werden die definitiven Zähne eingesetzt. Die meisten Patienten entscheiden sich ca. zwölf Monate nach der OP für die definitive Versorgung.

Die durchschnittliche Erfolgsrate der Implantatbehandlung wird mit 95 bis 100 Prozent nach fünf Jahren und 90 bis 95 Prozent nach zehn Jahren angegeben. Dies sind optimale Werte im Kontext der sonstigen zahnärztlichen Therapie-Prognosen.

In der Regel mit privaten Kosten verbunden

Die Implantat-Behandlung ist in der Regel mit privaten Kosten verbunden. Als Faustformel kann man pro Kiefer mit ca. 10.000 EUR für die chirurgische Behandlung mit prothetischer Erstversorgung (1. Zahnersatz) rechnen. Für den definitiven Zahnersatz (2. Zahnersatz) nach einem Jahr muss man pro Kiefer zwischen 5000 und 10.000 EUR in Abhängigkeit vom gewählten Zahnersatzmaterial einplanen: die beste Option stellt die Versorgung mit Vollkeramik (Zirkondioxyd) dar, die die beste Ästhetik, die beste Stabilität und optimierte Zahnfleisch-Gesundheit gewährleistet..

PROF. DR. DR. MED. DENT. NORBERT ENKLING MAS

Eichenklinik-Praxisklinik für Zahnmedizin, Akademische Lehrpraxis der Universität Bern

Telefon: (02732) 76561-0
E-Mail: n.enkling@eichenklinik.de