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Gesundheits Kompass

An kleinen Stellen oder am ganzen Körper

Etwa 3 Prozent der Deutschen leiden unter der Schuppenflechte – doch sie lässt sich gut und modern behandeln

An kleinen Stellen oder am ganzen Körper

Gerötete und schuppende Haut, schmerzende Finger oder ein quälender Juckreiz: Die Krankheit Schuppenflechte, medizinisch Psoriasis, kann für Betroffene zu einer echten Qual werden. Bis zu drei Prozent der Deutschen leiden unter der Erkrankung, die neben der Haut auch die Gelenke befallen kann. Wie man Schuppenflechte behandelt, weiß Dr. Claudia El Gammal von der dermatologischen Praxis am MVZ Jung-Stilling in Siegen.

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DR. CLAUDIA EL GAMMAL

Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten MVZ Jung-Stilling Siegen, Telefon: (0271) 333 4670, Email: mvzdermatologiesiegen@diakonie-sw.de

Schuppenflechte ist erblich bedingt

Von Schuppenflechte sind 2 bis 3 Prozent der Deutschen betroffen. Damit ist die Psoriasis eine der häufigsten dermatologischen Erkrankungen. Schuppenflechte ist erblich bedingt, chronisch, nicht ansteckend und tritt zumeist in Schüben auf. Dabei können lediglich kleine Stellen – wie etwa die Ellbogen oder Knie – betroffen sein. In schlimmeren Fällen erstreckt sich die Krankheit auf den gesamten Körper, vom Haaransatz bis zur Fußsohle. Befallen kann Psoriasis nicht „nur“ die Haut, sondern auch die Gelenke. Dies wird als „Schuppenflechten-Rheuma“ bezeichnet, da die Symptome mit Schmerzen, Schwellungen oder Bewegungseinschränkung ähnlich sind. Wer unter Schuppenflechte leidet, weist häufig auch andere Stoffwechselstörungen auf. Dazu zählen Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht und erhöhte Blutfette.

Die Krankheit ist bereits seit dem Altertum bekannt und wurde vor rund 200 Jahren als eigenständige Hautkrankheit beschrieben.

Bei Schuppenflechte treten entzündlich gerötete, meist münzförmige, schuppende Hautveränderungen auf. Bevorzugte Hautareale befinden sich etwa an den Knien, den Vorderseiten der Unterschenkel, im Bereich des Gesäßes oder an den Ellenbogen. Sehr häufig sind die behaarte Kopfhaut und die Gehörgänge betroffen. Die Krankheit kann sich auch auf den gesamten Körper ausbreiten. Das Gesicht bleibt meist verschont. Mediziner unterscheiden bei der Schuppenflechte einige Unterformen. So beschreibt die Psoriasis inversa (intertriginosa) die Schuppenflechte der Leistenregion, Achselhöhlen, Analfalte und unter den Brüsten. Außerdem gibt es die Psoriasis der Handflächen und Fußsohlen, die häufig mit Eiterbläschen (Psoriasis pustulosa palmaris et plantaris) verbunden ist. Bei 10 bis 30 Prozent der Patienten befällt die Krankheit auch die Nägel. Damit können Wachstumsstörungen und auch Ablösungen der Finger- und Fußnägel einhergehen.

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Psoriasis an den Gelenken

Bei jedem vierten bis fünften Schuppenflechten-Patienten sind auch die Gelenke beteiligt. Betroffen sind meist die Finger- und Zehengelenke, die Kreuz-Darm - beingelenke (unterer Rücken) oder die Sehnenansätze (Achillessehne, Fußsohle). Als Symptome gelten Schwellung, Schmerzen und Berührungsempfindlichkeit, morgendliche Steifigkeit sowie Bewegungseinschränkungen bis hin zum Funktionsverlust.

Schuppenflechte ist erblich bedingt. Den Ausbruch der Krankheit begünstigen indes auch viele Provokationsfaktoren. Dazu zählen Infekte, Eiterherde im Körper (etwa vereiterte Mandeln), Stress, seelische Belastungen, bestimmte Medikamente (zum Beispiel Beta-Blocker) oder auch radikale Diäten.

Manchmal helfen Salben, Cremes oder Tinkturen

Da die Krankheit bei jedem anders verläuft, ist auch die Therapie immer individuell. Bei einem leichten Verlauf helfen Salben, Cremes oder Tinkturen. Dabei handelt ist es sich etwa um Vitamin-D3-Abkömmlinge oder Kortison- sowie Teerpräparate. Auch die Behandlung mit Nachtkerzen- oder Schwarzkümmelöl kann zur Linderung beitragen. Wichtig ist, zusätzlich rückfettende Cremes zu verwenden, damit die Haut nicht austrocknet.

Mittelschwere Krankheitsbilder können zusätzlich mittels UV-Therapie behandelt werden. Bei schweren Verläufen von Psoriasis hilft nur die „innere“ Therapie. Dies bedeutet, Betroffene bekommen Spritzen oder nehmen Tabletten ein. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat die Forschung große Fortschritte gemacht. Zur Behandlung von Psoriasis zugelassen sind neben den „klassischen“ Wirkstoffen, wie etwa Methotrexat, auch sogenannte Biologica, hochmolekulare Eiweiße, die die Botenstoffe im Immunsystem blockieren, die für die Schuppenflechten-Schübe verantwortlich sind. Diese Biologica wirken meist sehr gut und sind gut verträglich. Allerdings sind sie auch sehr teuer und werden von den Krankenkassen zum Teil erst finanziert, wenn alle anderen Behandlungswege erfolglos geblieben sind. Die Biologica werden in Spritzenform verabreicht.

Es ist wichtig bei jeder Therapie, dass der Patient aktiv mitmacht, Salben und Cremes regelmäßig anwendet, Stress vermeidet und eine positive Einstellung hat.