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Gewerbestandort Freudenberg

Vertrauen ist gut, Prüfen ist besser

Das Ingenieurbüro F. Braun untersucht Tag für Tag die Eigenschaften verschiedenster Probeteile

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In den beiden Freudenberger Prüfzentren werden die metallischen Bauteile auf Herz und Nieren untersucht. Fotos: Ingenieurbüro F. Braun GbR

Das Verfahren erinnert ein bisschen an die Schulzeit. Es wird geprüft und kontrolliert. Immerzu. Wer die Prüfung besteht, wird für gut befunden, wer nicht, fällt durch. Dann heißt es nachsitzen – in Form von nachbessern. Denn geprüft werden im Ingenieurbüro F. Braun keine Schüler oder Azubis, sondern metallische Bauteile in den verschiedensten Formen. Und da geht es um Qualität. Hält die Schweißnaht einer späteren Belastung stand? Entstehen bei Druckausübung etwa Risse im Material? Bleibt die Oberfläche trotz verschiedener Belastungen dicht oder ist vielleicht doch ein Austritt festzustellen? Fragen wie diesen gehen die Mitarbeiter des Unternehmens in ihren Werkstoffprüfungen nach. Und liefern Antworten. Die Kunden verlassen sich auf diese, geht es doch nicht zuletzt um die Sicherheit von Mensch und Natur. „Eigentlich geht es immer um sicherheitsrelevante Technik“, erklärt Andreas Braun, der seit dem Jahr 2006 Teilhaber des Unternehmens ist.Sein Vater Felix hat das Ingenieurbüro 1970 gegründet. Zunächst war er nur auf dem Gebiet der zerstörungsfreien Werkstoffprüfung unterwegs, drei Jahre später – mit Gründung des Zentrallabors Siegerland im Jahr 1973 (siehe nebenstehender Bericht) – dann auch im Bereich der zerstörenden Werkstoffprüfung. „Dank der beiden Unternehmen können wir heute die komplette Werkstoffprüfung anbieten“, sagt Andreas Braun. „Beide Unternehmen arbeiten wirtschaftlich voneinander getrennt, wobei das Ingenieurbüro F. Braun den Part der zerstörungsfreien Werkstoffprüfung durchführt.“Ohne das Originalteil zu beschädigen, analysieren die insgesamt 45 Mitarbeiter – zehn von ihnen arbeiten am Standort in Forst in Süddeutschland – die Eigenschaften eines Werkstücks, einer Komponente, einer Struktur oder eines Systems auf mögliche charakteristische Abweichungen, Schweißfehler und Unvollständigkeiten. Dass das Originalteil während des Prüfverfahrens nicht beschädigt wird, unterscheidet die zerstörungsfreie Werkstoffprüfung von der zerstörenden. Unterschiedliche Prüfverfahren stehen hierfür zur Verfügung: Ob Röntgenprüfung, Ultraschallprüfung, Farbeindringprüfung, Magnetpulverprüfung, Sichtprüfung oder auch Dichtheitsprüfung – Flächen und Nahtstellen werden sprichwörtlich unter die Lupe genommen, was dank modernster Technik längst digital erfolgt.Geprüft wird aber nicht nur am Firmensitz in Freudenberg oder der Niederlassung in Forst, wohin die Kunden ihre Produkte schicken, sondern tatsächlich auch vor Ort beim Kunden selbst. „Wir fahren auch quer durch das Siegerland und ganz Deutschland und prüfen vor Ort.“ Die Mitarbeiter bekommen dafür bestens ausgerüstete Einsatzfahrzeuge zur Verfügung gestellt, in denen die erstellten Röntgenbilder direkt ausgewertet werden können. In Freudenberg wiederum können Prüfteile mit einem Gewicht von bis zu 25 Tonnen untersucht werden. Hierzu steht ein eigener Röntgenstrahlungsraum zur Verfügung, ein Röntgenbunker, der vor zehn Jahren an der Alten Eisenstraße in Betrieb genommen wurde.Und wer gehört nun zu den über 500 Kunden, die ihre Produkte vom Freudenberger Unternehmen freiwillig überprüfen lassen? „Unser Laboratorium arbeitet mit Auftraggebern aus den unterschiedlichsten Branchen der metallerzeugenden und metallverarbeitenden Industrie zusammen“, sagt Andreas Braun. Das seien zum Beispiel Kunden aus dem Apparate- und Behälterbau, aus der chemischen Industrie, aus dem Brauereiwesen, der Energietechnik (AKW, Windkraft, etc.), der Luftfahrttechnik, dem Maschinen- und dem Schiffbau, aber auch aus der Schmiedetechnik oder dem Stahlbau. Weil es in all diesen Bereichen um allerhöchste Sicherheit geht, seien ständige Kontrollen und Überprüfungen auch unerlässlich. Vertrauen in die eigene Qualität ist gut, prüfen ist besser.