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Berufsmesse Olpe

Unternehmen und Schüler sollen profitieren 

Lennestadt: Die Berufsmesse Olpe findet morgen und übermorgen endlich wieder als Präsenzveranstaltung statt

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Allen Krisen zum Trotz wollen – und sollten – die Unternehmen in der Region junges Personal selbst ausbilden. Auf Messen wie der Berufsmesse in Olpe entste- ,, hen für beide Seiten wichtige Kontakte. Foto: AdobeStock

Wie gewohnt hat die IHK Siegen die beliebte Veranstaltung organisiert.wette Endlich: Am Dienstag und Mittwoch, 26. und 27. April, findet wieder die Berufsmesse Olpe statt – und das, ganz wie früher, als Präsenzveranstaltung. Da die Stadthalle in diesem Jahr nicht zur Verfügung steht, laden die Veranstalter der Messe an beiden Tagen von 13 bis 18 Uhr in die Volksbankarena in Lennestadt ein.Ausgerichtet wird das Event von der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK), der Kreishandwerkerschaft Westfalen Süd, der Agentur für Arbeit Siegen, den Wirtschaftsjunioren Südwestfalen, dem Arbeitgeberverband für den Kreis Olpe und der IG Metall, wobei die Organisation von der IHK übernommen wird.Ziel der Messe ist es, den ausstellenden Unternehmen und Institutionen eine Plattform zu bieten, damit sich diese interessierten Schülern als Arbeitgeber vorstellen können. Gleichzeitig sollen Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit erhalten, sich umfassend über Berufsmöglichkeiten zu informieren und erste Kontakte zu knüpfen. Über das Thema Ausbildung sprach die Siegener Zeitung im Vorfeld der Berufsmesse mit Sabine Bechheim von der IHK Siegen. Dort ist sie Leiterin des Geschäftsbereichs „Berufliche Bildung und Gründung“.

Frau Bechheim, wie wichtig sind Ausbildungsmessen in der heutigen Zeit?

- Die Berufsmesse Olpe ist eine Plattform, um alle Aspekte der beruflichen Entwicklung hier vor Ort kennenzulernen. Hier finden Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern gesammelt alle Informationen zur Berufsausbildung u. a. in Industrie, Handwerk, Handel und Dienstleistungen. Aber das Wichtigste ist die Chance zum persönlichen Kontakt. Wer will, kann mit unterschiedlichsten Akteuren sprechen, die sich mit der Ausbildung auskennen, weil sie selbst als Ausbilder bzw. Ausbilderin tätig oder sogar noch Auszubildende sind. Oder weil sie Jugendliche vor und während der Ausbildung beraten und begleiten. Fragen von Jugendlichen und ihren Eltern sind also an den Ausstellerständen herzlich willkommen.

Hatten es frühere Jahrgänge einfacher, an eine Ausbildungsstelle zu gelangen?

- Ganz im Gegenteil: Selten waren die Ausbildungschancen so gut wie zurzeit. Allen Krisen zum Trotz wollen die Unternehmen in der Region ihren zukünftigen Fachkräftebedarf vor allem über die Berufsausbildung decken und suchen dafür fähige junge Leute, die Lust haben, etwas zu bewegen.

Inwiefern hat Corona den Ausbildungsmarkt zum Guten oder Schlechten verändert?

- Das kommt auf die Sichtweise an. Durch die Pandemie sind etliche Praxismöglichkeiten im Vorfeld der Berufswahl weggefallen, das war sicherlich nicht gut. Und in manchen Branchen sind auch zunächst Ausbildungsstellen weggefallen, weil überhaupt nicht klar war, wie es dort wohl weitergehen wird. Doch inzwischen zeigt sich, dass das Angebot an Ausbildungsplätzen wieder deutlich angestiegen ist und die Jugendlichen oft wirklich die Wahl haben, die für sie am besten passende Stelle zu finden. Corona hat jedoch manche Probleme verschärft – von der mangelhaften Digitalisierung an etlichen Schulen bis hin zur nur digitalen oder gar nicht stattfindenden Berufsorientierung. Gerade der mangelnde Praxisbezug hat oft ein falsches Bild der Berufsausbildung bei den Schülerinnen und Schülern zur Folge. Das ist schade, denn so nehmen sie manchmal gute Chancen gar nicht in den Blick.

Wie sollten Jugendliche bei der Berufswahl vorgehen, wer kann oder sollte sie unterstützen?

- Schon ab der Klasse 8 ist es wichtig, sich langsam darüber klar zu werden, wohin man möchte. Dabei gilt es, die eigenen Stärken kennenzulernen und zu überlegen, wie diese sich im Beruf einsetzen lassen. In Schnupperpraktika oder auch längeren Unternehmenspraktika sollten Schülerinnen und Schüler dann ausprobieren, ob ihre erste Wahl tatsächlich zu ihnen passt. Wenn man sich dann auch noch auf verschiedene Berufsfelder einlässt – vielleicht auch solche, die erst einmal nicht so attraktiv erscheinen –, hat man gute Chancen, genau das Richtige zu finden. Wichtig ist, die eigenen Ideen immer wieder zu spiegeln. Mit Eltern, anderen Erwachsenen oder vielleicht älteren Freunden über deren Erfahrungen zu sprechen, kann helfen, die eigenen Ideen zu schärfen.

"Selten waren die Ausbildungschancen so gut wie zurzeit."

Sabine Bechheim
IHK Siegen

Und die Berufsmesse Olpe bietet natürlich ebenfalls eine hervorragende Gelegenheit, Expertinnen und Experten aus den Unternehmen zu „löchern“ und alle offenen Fragen loszuwerden. Das macht man idealerweise etwa ein Jahr vor dem Schulabschluss oder Abitur, es empfiehlt sich sogar, vorher schon aktiv zu werden. Aber auch, wer noch für dieses Jahr eine Chance sucht, kann hier fündig werden. Bei der Industrie- und Handelskammer Siegen und der Handwerkskammer Südwestfalen gibt es Ansprechpartnerinnen und -partner, die bei der Orientierung und Lehrstellensuche unterstützen können. Außerdem ist die Berufsberatung der Agentur für Arbeit sicher der wichtigste Kontakt. Die Lehrstellenbörsen der Kammern (Anm. d. Red.: https://www.ihk-lehrstellenboerse.de, https://www.hwk-swf.de/38,0,jobboardoffersearch.html) zeigen offene Stellen auf, die Internetseite der Berufsmesse (www.ausbildungsmesse57.de) stellt etliche Unternehmen aus unserer Region vor.

Erst einmal so viele Informationen wie möglich zu sammeln und diese dann langsam auszusortieren, das ist ein vielversprechender Weg. Dabei ist es wichtig, auch links und rechts zu schauen und nicht an einem vermeintlichen Traumberuf festzuhalten.

Und keine Angst vor Entscheidungen: Wer sich für eine bestimmte Lehrstelle entscheidet, hat nach der Ausbildung wieder etliche Möglichkeiten, sich weiter zu entwickeln. Wichtig zu wissen: Wenn es trotz aller Vorbereitung Probleme während der Ausbildung geben sollte, die sich im Betrieb nicht lösen lassen, findet man auch hierfür Unterstützung bei den Ausbildungsberaterinnen und -beratern der Kammern.