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Lang gespart und jetzt gegönnt

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Das Waldhaus Stendenbach steht, mittlerweile fertig eingerichtet, auf dem „Stendenberg" bereits auf Krombacher Terrain dort, wo früher die Schäferhunde trainierten.

DIE WALDGENOSSENSCHAFT STENDENBACH HAT SICH EIN EIGENES DOMIZIL ERRICHTET

Dass die Waldgenossenschaft Stendenbach mit ihrem neuen Domizil die „Fühler ins feindliche Gebiet ausgestreckt" hat, stört dessen Vorsitzenden Arne Siebel keineswegs. Er formuliert es sowieso mit einem Schmunzeln, dass das neu errichtete Waldhaus Stendenbach streng genommen schon auf Krombacher und nicht mehr Stendenbacher bzw. Eichener Gebiet steht.

Wo heute der stattliche Holzbau auf einem 4000 Quadratmeter großen Grundstück von einer Blühwiese und jungen Obstbäumen nebst Bienenstock und Sitzgarnitur umgeben ist, trainierte vor wenigen Jahren noch die Ortsgruppe Littfetal des Deutschen Schäferhundevereins mit ihren Vierbeinern auf einem dafür eingerichteten Außengelände. Dieses erwarb die Waldgenossenschaft mit ihren knapp 70 Anteilseignern im Jahr 2016. 

Nach reiflichen Überlegungen kam die Genossenschaft zu dem Entschluss, die auf dem Gelände befindliche Hütte, im Littfetal als Eichener „Hundehütte“ bekannt, durch einen Neubau zu ersetzen, statt sie aufwändig zu renovieren. Reichlich Arbeit in die Planung investierte Arne Siebel, bevor im Jahr 2019 die Bauaktivitäten auf dem Stendenberg" oberhalb der Bahnlinie zwischen Krombach und Littfeld starteten. Aus den Anteilseignern formierte sich eine Truppe von aktiv am Bau Beteiligten, die die Pläne Schritt für Schritt in die Tat umsetzten.

„Wir wollen nicht Halli-Galli, sondern die Vermittlung Naturund Waldbau.”
Arne Siebel

Was daraus geworden ist, kann sich sehen lassen: Rund 350.000 Euro stecken in dem Gebäude, das offiziell die Adresse Stendenbacher Weg 1000" trägt. Einen erheblichen Anteil dieser Investition erbrachten die Genossenschaftsmitglieder in Eigenleistung. Ein Versammlungsraum mit Großbildschirm und Glasfaseranschluss bildet das Herzstück des Waldhauses, das sich die Waldgenossenschaft leisten konnte, weil sie jahrelang gespart hat. „Wir machen irgendwann was richtig Gutes damit", hieß es in der Vergangenheit immer wieder, wenn die Anteilseigner auf die jährlichen Auszahlungen vom Holzertrag verzichteten und das Geld in der Gemeinschaftskasse beließen.

„Dann hat sich diese Gelegenheit geboten", freut sich Arne Siebel über den Ankauf des Geländes unterhalb des weithin sichtbaren Funksendemasts an der Grenze von Stendenbach zu Krombach. Das Kücheninventar der einstigen „Hundehütte" war noch so gut erhalten, dass es im neuen Waldhaus nun wieder zum Einsatz kommt. Tische und Stühle stammen indes aus einer Kapelle in Welschen-Ennest.

Im September dieses Jahres weihte die Waldgenossenschaft ihr Waldhaus mit einem internen Fest ein. Die Besitzerin weiß durchaus, wofür sie in Zukunft dienen soll: „Nicht Halli-Galli, sondern die Vermittlung von Natur- und Waldbau" stellt sich die Waldgenossenschaft hier vor. Schulungen und Lehrveranstaltungen können und sollen hier stattfinden. Der Bienenstand, fachmännisch betreut von Forstingenieur und Imker Wolfgang Braukmann, soll eine Anlaufstelle für Kindergärten und Schulklassen werden, und auch dem angedachten Naturschutzprojekt der biologischen Station zum Thema Fledermäuse könnte das Waldhaus ein würdevolles Quartier bereiten.

Was in der Waldgenossenschaft Stendenbach nach eigenem Bekunden und offensichtlich gut funktioniert, ist das Miteinander mehrerer Generationen. Matthias Flender beispielsweise hat den stellvertretenden Vorsitz in der Waldgenossenschaft von seinem vor genau zwei Jahren plötzlich verstorbenen Vater Wolfgang übernommen und gehört ganz vorn mit zu den fleißigen Aktiven. Für ihn ist es Teil des Erfolgsrezepts, dass viele Aufgaben in der Genossenschaft ,,auf deutlich jüngere Schultern verteilt werden"; Alt und Jung arbeiten bei den Stendenbachern also mehr denn je Hand in Hand, Diskussionen zwischen den Generationen nicht ausgeschlossen. Matthias Flender mit süffisantem Lächeln: ,,Das ist auch manchmal ganz schön belebend." . bjö