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Der Urlaub auf Rädern 

Camping: Was das Campen so besonders macht und auf was Neueinsteiger achten sollten

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Bilder wie dieses lassen erahnen, warum das Campen immer beliebter wird. Foto: AdobeStock

Wie man Caravans und Reisemobile richtig benutzt, bekommen die Fahrer bei der Übergabe erklärt.Ein lauschiges Plätzchen im Freien, Stockbrot vom Lagerfeuer, ein Zelt, Stille – die Vorstellung vom Campen kann so romantisch sein. Doch Campen ist mehr als nur Zelten: Wer von Camping spricht, der spricht über eine weltweit verbreitete Form des Tourismus. Übernachtet wird dabei in Hängematten, Dachzelten, Vans, Wohnwagen und -mobilen. Die Vorstellung vom Stellplatz mit Grill, Gartenzwerg und Lattenzaun klingt spießig. Und ist längst nicht mehr aktuell: „Camper sind mobile, neugierige, aufgeschlossene Menschen, die gerne reisen und unterwegs sind“, sagt Viktoria Groß, Chefredakteurin der Zeitschrift „Camping“ und Sprecherin des Deutschen Camping-Clubs (DCC).Gleichwohl weiß auch die Expertin um bestehende Klischeebilder: „Bei Anschaffungskosten für Caravans ab 20 000 Euro und für Reisemobile ab 40 000 Euro möchte man sein Fahrzeug natürlich das ganze Jahr über nutzen, was bei Caravans häufig stationär passiert. Insofern gibt es sogenannte Dauercamper – und die wurden früher in der Tat als ,Spießer’ gebrandmarkt.“

Heute sei das Bild ein anderes. Wer im Jahr 2022 eine rollende Unterkunft miete oder kaufe, bekomme mehr oder weniger eine bestens ausgestattete Ferienwohnung übergeben – wohlgemerkt auf Rädern: „Es gibt vom Satellitenfernsehen bis zur Mikrowelle, von der Regendusche bis zum Gefrierfach, vom Cerankochfeld über den Gasgrill bis zur Klimaanlage und Satelliten-TV eigentlich nichts, was es nicht gibt.“ Viel Technik bedeutet bei Vielen auch große Unsicherheit. Doch keine Sorge: Wie man die Caravans und Reisemobile richtig benutzt, bekommen die Fahrer bei der Übergabe erklärt – wenn sie es nicht ohnehin schon wissen. „Generell ist es wichtig, darauf zu achten, dass man den richtigen Führerschein für die Größe und das Gewicht des Fahrzeugs hat“, empfiehlt Viktoria Groß. Darüber hinaus rät sie dazu, sich schon im Vorfeld Gedanken zu den Fahrzeugabmessungen zu machen: „Ein Caravangespann oder Reisemobil ist nämlich länger und breiter als ein normaler Pkw.“

Wichtig sei auch, das Fahrzeug nicht zu überladen. „Caravans und Reisemobile haben jede Menge Platz, aber die Zuladung ist meistens begrenzt.“ Informationen zur Höhe der Zuladung sind in den Fahrzeugpapieren zu finden oder beim Vermieter zu erfragen. Wer nicht auf rollenden Rädern unterwegs sein möchte, sondern lieber Zeit im Zelt verbringt, sollte sich ebenfalls gut auf seinen Urlaub vorbereiten. Hier empfiehlt sich im Vorfeld des Abenteuers das mehrmalige Aufstellen des Zeltes, vielleicht im eigenen Garten, damit man es später aus dem Effeff beherrscht und nichts mehr schiefgehen kann. „Wenn man sich erst vor Ort mit dem Zelt beschäftigt, kann es schnell schwierig werden.“

Neueinsteigern rät die Fachfrau, sich von nichts und niemandem den Spaß nehmen zu lassen. „Idealerweise sollte man immer genügend Zeit einplanen und sich ganz bewusst aus dem strengen Zeitkorsett lösen, in dem wir alle normalerweise stecken. Camping ist von der ersten Minute an Urlaub – und den will man doch genießen.“ Ob das am Ende gelingt, hänge zu einem großen Teil von einem jeden selbst ab. „Zur eigenen Ruhe trägt es sicherlich bei, wenn man – gerade als Anfänger – seinen Campingurlaub vorbucht und nicht erst vor Ort nach einer Parzelle sucht oder von Campingplatz zu Campingplatz fährt, weil alles ausgebucht ist.“ Das sei gerade auch wichtig mit Blick auf eine entspannte Reise mit Kindern.

"Ich glaube, es gibt keine bessere Ferienform für Kinder als das Campen, denn dabei kann jeder genau das machen, was er möchte. Die Eltern können lesen, während der Nachwuchs die Spielangebote nutzt."

Viktoria Groß
Sprecherin des Deutschen Camping-Clubs

Denn dass auch diese zum Camping dazugehören, steht für Viktoria Groß außer Frage. „Ich glaube, es gibt keine bessere Ferienform für Kinder als das Campen, denn dabei kann jeder genau das machen, was er möchte. Die Eltern können lesen, während der Nachwuchs die Spielangebote nutzt; man trifft sich gemeinsam zum Essen oder macht miteinander Ausflüge. Viele Campingplätze sind ja mit mit beeindruckenden Kletterhallen, Schwimmbecken oder Animationsangeboten bestens auf die Kinder eingestellt. Außerdem können Eltern den Nachwuchs unbesorgt auf den Plätzen alleine lassen. Die Ruhe wird von der Platzordnung geregelt, an die man sich auch tunlichst halten sollte.“ Was das Campen so reizvoll macht? Viktoria Groß muss nicht lange überlegen: „Für mich ist der Campingplatz die Unterkunft, von der aus ich zu Ausflügen starte und abends wieder ,heim’ komme, wo ich mit meinen ,Nachbarn auf Zeit’ ein Schwätzchen halte und wo ich es mir gut gehen lasse – sei es bei einem selbst gekochten Essen, im Platzlokal oder beim Grillen.“ Allerdings sollte man immer erst nachfragen, was auf dem Campingplatz erlaubt ist und was verboten.

Denn ein gutes Miteinander ist unabdingbar. Gerade auf großen Campingplätzen kommen in der Hauptsaison gerne mal mehrere Tausend Menschen zusammen, treffen also unterschiedliche Interessen und verschiedene Persönlichkeiten aufeinander – und ohne Regeln lässt sich das nicht bewerkstelligen. wette

Deutschlands Camper

- Offizielle Zahlen: Der Caravaning Industrie Verband (CIVD) hat eine Studie des Instituts für Demoskopie in Allensbach veröffentlicht. Die Ergebnisse der Studie, an der sich Besitzer und potenzielle Käufer beteiligt haben, zeigen, dass in den vergangenen beiden Corona-Jahren mehr als 2 Millionen Neueinsteiger hinzugekommen sind. Aktuell gehen die Experten in Deutschland von ca. 13,8 Millionen Campingurlaubern aus. Das entspricht im Vergleich zu 2019 einem Plus von 16 Prozent. Darüber hinaus haben 1,2 Millionen Camper konkrete Kaufabsichten für die kommenden beiden Jahre geäußert.