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Entsorgung & Recycling

Eine logistische Herausforderung

ELEKTROSCHROTT: Die Siegener Recycling Werkstätten gGmbH entsorgen im Altkreis den Elektroschrott

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Elektro- und Elektronikprodukte sammeln sowie die darin enthaltenen Metalle wiederverwerten – das hat sich die Siegener Recycling Werkstätten gGmbH auf die Fahnen geschrieben. Fotos: Unternehmen

Rainer Setzke über Entsorgungsaufträge, Chancen auf dem Arbeitsmarkt und einen typischen Arbeitstag im Betrieb.Die Siegener Recycling Werkstätten gGmbH (SRW) wurden 1996 als Kooperationsprojekt der Kreishandwerkerschaft Westfalen-Süd und des AWO-Kreisverbandes Siegen-Wittgenstein/Olpe gegründet. Seit 2009 hat das Unternehmen seinen Sitz an der Eisenhüttenstraße 28 in Kaan-Marienborn. Es ist ein zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb und Erstbehandlungsanlage für Elektroaltgeräte nach dem Elektrogesetz. Seine Aufgabe ist die fachgerechte Entsorgung von ausgedienten Elektro- und Elektronikaltgeräten aller Art. Hierzu sind bei der SRW elf Mitarbeiter fest angestellt, zudem stehen 45 Arbeitsplätze für Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Qualifizierungsmaßnahmen (Arbeitsgelegenheiten), die vom Jobcenter des Kreises Siegen-Wittgenstein gefördert werden, zur Verfügung. Die SZ sprach mit Betriebsleiter Rainer Setzke.

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Als zertifiziertes Entsorgungsunternehmen haben Sie den Entsorgungsauftrag der Kommunen im Altkreis Siegen in Sachen Elektroschrott sicherzustellen. Inwiefern ist das eine besondere Aufgabe?

- Rainer Setzke: Die Bürgerinnen und Bürger aus dem Altkreis Siegen – das sind insgesamt ca. 240 000 Einwohnerinnen und Einwohner in acht Städten und Gemeinden – haben einerseits die Möglichkeit, ihre Elektroaltgeräte bei uns direkt abzugeben. Andererseits holen wir auch den Elektroschrott bei den Haushalten ab. Diese logistische Herausforderung anzunehmen, verbunden mit der zunehmenden Anzahl von batterie- bzw. akkubetriebenen Geräten und der damit steigenden Brandgefahr durch Lithium-Ionen-Akkus, stellen an uns immer höhere Anforderungen. Auch die sich stetig verändernden gesetzlichen Vorgaben umzusetzen, unsere Arbeitsabläufe dementsprechend zu verändern oder anzupassen, ist eine Aufgabe, der wir uns auch in Zukunft stellen werden.

Sie haben sich zudem als Unternehmen einen Namen gemacht, das benachteiligte Personengruppen unserer Gesellschaft – zum Beispiel Langzeitarbeitslose und Jugendliche ohne Chance – im Rahmen von Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigungen in das Arbeitsleben zurückführt. Was treibt Sie dabei an?

Aktiven Umweltschutz durch die Entsorgung von Elektroaltgeräten zu betreiben und hierbei unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei ihren Schritten zur Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt zu unterstützen, Tagesstrukturen wieder herzustellen, um ihnen wieder berufliche Perspektiven ermöglichen zu können, treibt uns an. Dass Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Anschluss diesen Wiedereinstieg geschafft haben, das ist unsere Motivation.

Wie funktioniert das?

- Gründe für eine Langzeitarbeitslosigkeit können sehr vielfältig sein. Wir vermitteln Schlüsselqualifikationen, die bei der Orientierung für einen weiteren beruflichen Werdegang entscheidend sind. Um einen Arbeitsalltag erfolgreich meistern zu können, werden unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer während ihrer Tätigkeit bei uns fach- und sachgerecht geschult und durch individuelle Aufgabenstellungen gefördert. Darüber hinaus bieten wir auch eine zusätzliche psychosoziale Begleitung als persönliche Hilfestellung, auch bei privaten Problemen, an. Durch diese Kombination halten wir eine individuelle und umfangreiche Förderung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereit. Zudem können wir, über die Kreishandwerkerschaft, geeignete Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Beispiel in Praktika in Betriebe vermitteln oder auf die vielfältigen Angebote und Hilfestellungen des AWO-Kreisverbandes zurückgreifen.

Beschreiben Sie doch bitte mal einen Arbeitstag, wie er typischerweise bei Ihnen im Betrieb aussieht

- Nach der Anlieferung beziehungsweise Abholung der Elektroaltgeräte werden diese zunächst gesichtet, sortiert und verwogen. Hierbei muss jedes Kilo akribisch dokumentiert werden. Anschließend werden die Geräte zur Behandlung weitergegeben. Bei uns erfolgt dies aufwendig in Handarbeit, Schraube für Schraube zerlegen wir die Geräte in ihre Einzelteile. Die darin enthaltenen Schadstoffe werden entnommen und ordnungsgemäß entsorgt. Die übrigen Materialien und Rohstoffe führen wir dann wieder dem Recyclingkreislauf zu. Auf diese Weise durchlaufen jedes Jahr ca. 2000 Tonnen Elektroschrott unseren Betrieb. sz

Glasverpackungen richtig entsorgen

Glas ist vollständig, beliebig oft und ohne Qualitätsverlust recycelbar. Leere Glasflaschen, Konservengläser, Kosmetik- oder Medizingläschen können also für die Herstellung von neuem Verpackungsglas genutzt werden. Das spart nicht nur Ressourcen, sondern ist auch gut für den Umwelt- und Klimaschutz. Das geht allerdings nur, wenn Altglas richtig und nach Farben sortiert zum Altglascontainer gebracht wird und nicht im Hausmüll landet. Tatsächlich funktioniert das in Deutschland schon sehr gut: Das zeigt die hohe Glasrecyclingquote von84,1 Prozent. Doch da ist noch Luft nach oben.

Generell gilt: Jedes Glas, das vorher eine Verpackung war und pfandfrei ist, gehört in den Altglascontainer. Dazu zählen Flaschen und Konservengläser für Lebensmittel und Getränke, aber auch pharmazeutische und kosmetische Verpackungen wie Medizinfläschchen oder Cremetiegel. Die Weinflasche gehört also genauso in den Altglascontainer wie das Rotkohlglas oder das Parfümfläschchen. Ganz wichtig dabei: die Trennung nach Farben.

Weißes und transparentes Glas gehört in den Container für Weißglas, braunes in den Braunglascontainer und grünes in den Grünglascontainer. Glasverpackungen, die nicht eindeutig zuzuordnen sind, wie die blaue Sekt- oder Ginflasche, kommen in den Container für grünes Glas. Denn das kann am ehesten andere Farben vertragen, ohne dass die Farbe der daraus neu hergestellten Glasverpackung beeinflusst wird. Nicht in den Altglascontainer gehören Porzellan, Keramik und Steingut ebenso wie Trinkgläser oder Fenstergläser, weil sie nicht als Verpackungsglas zählen und nicht gemeinsam mit Altglas recycelt werden können. djd