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Regionalliga West + Südwest Saison 2022/23

Doppelte Dosis Regionalliga in der Region

Kaan-Marienborn / Haiger: Aufsteiger und etabliertes Top-Team: An der Landesgrenze zwischen NRW und Hessen sind zwei Viertligisten zu Hause

Doppelte Dosis Regionalliga in der Region

Der 1. FC Kaan-Marienborn und der TSV Steinbach Haiger gehen mit unterschiedlichen Voraussetzungen in die Saison.„Die“ bei Google fragen? Das ist sicher hin und wieder eine gar nicht so schlechte Idee. So wie in diesem Fall auch. Knapp 25 Kilometer Fahrtstrecke, so die Auskunft aus den digitalen Tiefen der Rechenzentren des Internet-Riesen, beträgt die Entfernung zwischen den Adressen Breitenbacher Straße 99 in Siegen und Sportplatzstraße 22 in Haiger.Der 1. FC Kaan-Marienborn hier, der TSV Steinbach Haiger dort, nicht einmal eine halbe Stunde mit dem Auto voneinander entfernt: Die doppelte Dosis Fußball-Regionalliga, die gibt es in der anstehenden Saison 2022/23 wieder in der heimischen Region.Der 1. FC Kaan-Marienborn ist nach einer nervenaufreibenden Spielzeit inklusive einer spannenden Aufstiegsrunde als Oberliga-Meister drei Jahre nach dem Ende seines damals nur einjährigen Debüt-Gastspiels zum zweiten Mal in die Regionalliga West aufgestiegen. Der TSV Steinbach Haiger hat sich in den vergangenen Jahren als Top-Team in der Regionalliga Südwest etabliert.

Zweimal Viertliga-Fußball in nächster Nähe: Die Landesgrenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Hessen und damit auch verschiedene Fußballverbände diesseits und jenseits machen das möglich. Sie bescheren den heimischen, nach hochklassigem Sport dürstenden Fußball-Anhängern Verhältnisse beinahe wie an Rhein und Ruhr, wo Regionalliga-Clubs zwischen Schalke und Oberhausen, und darüberhinaus von Lippstadt und bis nach Köln, auch ohne den in die 3. Liga aufgestiegenen Traditionsverein RW Essen kaum mehr als einen Steinwurf voneinander entfernt liegen.

Kaan und Steinbach gehen freilich mit komplett unterschiedlichen Voraussetzungen in die Saison. Der Club aus dem Stadtteil im Siegener Osten kennt nur ein Ziel: den Klassenverbleib. Für diese Aufgabe habe man sich diesmal schon frühzeitig verstärken können, erklärte Thorsten Nehrbauer. Der Käner Trainer baut dabei auf reichlich Routine, hat mit einem Schnitt von zurzeit 27,0 Jahren den ältesten Kader unter allen Liga-Konkurrenten an Bord.

Unter anderem wurde der 34-jährige Julian Schauerte, 2018 mit Fortuna Düsseldorfin die Bundesliga aufgestiegen und in der vergangenen Saison als Kapitän von Preußen Münster lediglich um zwei Tore gegenüber RW Essen am Wiederaufstieg in die 3. Liga gescheitert, in die HerkulesArena verpflichtet. Er verstärkt die Riege der Routiniers um Markus Pazurek, der als Neuzugang des vergangenen Jahres entscheidenden Anteil am Aufstieg hatte.

Und auch Thorsten Nehrbauer selbst ist ein Puzzleteil auf dem Weg der Käner zu höheren Weihen. Der Coach, der nach seinem Abschied 2019 beim inzwischen aus der Regionalliga abgestiegenen Bonner SC anheuerte, wurde früh in der vergangenen Saison ins Breitenbachtal zurückgeholt – als Nachfolger seines Nachfolgers und langjährigen Co-Trainers, Tobias Wurm. Bemerkenswert, zu diesem Zeitpunkt hatte Kaan-Marienborn aus vier Spielen zehn Punkte geholt.

Steinbach nimmt dagegen einen erneuten Anlauf, um an die Tür zur 3. Liga anzuklopfen. Dritter war der TSV in der wegen des ersten Corona-Saison abgebrochenen Saison 2019/20, danach Fünfter und zuletzt Vierter unter Trainer Ersan Parlatan, der in der Winterpause zum Nachfolger von Adrian Alipour und Interimstrainer Hüsni Tahiri bestimmt worden ist. Der neue Übungsleiter hat in einem Mammut-Kader die Qual der Wahl zwischen 28 Spielern. Erst dieser Tage nahmen die Hessen noch Innenverteidiger Yannick Langesberg (28) vom Drittliga-Aufsteiger RW Essen unter Vertrag.

Es ist also angerichtet hüben und drüben der Landesgrenze, auch für die Zuschauer: Auf dem „Haarwasen“ in Haiger wartet ein kleines, aber feines Stadion auf die Besucher, das im April, beim Rückspiel gegen Kickers Offenbach, fast 2300 Zuschauer beherbergte. In Kaan-Marienborn muss es derweil eine Nummer kleiner gehen. Auch wenn im ersten Regionalliga-Jahr jeweils knapp 1000 Zuschauer gegen Viktoria Köln und Alemannia Aachen für die Rekordkulisse in der Herkules-Arena sorgten, muss der Aufsteiger auch diesmal für einige Risikospiele in das Siegener Leimbachstadion umziehen. Da war damals unter anderem RW Essen zu Gast – vor 2560 Besuchern.

Doch egal wo am Ende gespielt wird, die Regionalliga-Saison 2022/23 verspricht einige Fußballfeste mit heimischer Beteiligung. Zur Einstimmung darauf gibt es auf den folgenden Seiten alle Informationen. Viel Spaß beim Lesen! carlo