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Steingärten im Fadenkreuz
1. Platz Umweltpreis Wenden geht nach Hillmicke

Einblick in den Garten von Familie Sieler in Hillmicke: Hier sah die Jury die meisten Kriterien für einen „naturnahen Garten“ erfüllt.
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  • Einblick in den Garten von Familie Sieler in Hillmicke: Hier sah die Jury die meisten Kriterien für einen „naturnahen Garten“ erfüllt.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

hobö Wenden. Die Resonanz auf den Umweltpreis der Gemeinde Wenden ließ in der Vergangenheit gelegentlich zu wünschen übrig, in diesem Jahr aber durfte sich die Kommune über regen Zuspruch freuen. Gesucht wurden die Gärten, die die Kriterien eines „naturnahen Garten“ am ehesten erfüllen. Der Haupt- und Finanzausschuss (HFA) der Gemeinde Wenden wurde am Montagabend über die Ergebnisse informiert. Vorweg: Der 1. Preis geht nach Hillmicke.
Jury bereiste Gärten in WendenNach entsprechenden Aufrufen der Kommune bewarben sich letztlich 16 Gartenbesitzer für den „Umweltpreis 2020“. Eine Jury bereiste am 31. Juli und am 1. August die Gärten, um anhand eines vorher ausgearbeiteten Bewertungsbogens Punkte für bestimmte Aspekte der Gartengestaltung zu vergeben.

hobö Wenden. Die Resonanz auf den Umweltpreis der Gemeinde Wenden ließ in der Vergangenheit gelegentlich zu wünschen übrig, in diesem Jahr aber durfte sich die Kommune über regen Zuspruch freuen. Gesucht wurden die Gärten, die die Kriterien eines „naturnahen Garten“ am ehesten erfüllen. Der Haupt- und Finanzausschuss (HFA) der Gemeinde Wenden wurde am Montagabend über die Ergebnisse informiert. Vorweg: Der 1. Preis geht nach Hillmicke.

Jury bereiste Gärten in Wenden

Nach entsprechenden Aufrufen der Kommune bewarben sich letztlich 16 Gartenbesitzer für den „Umweltpreis 2020“. Eine Jury bereiste am 31. Juli und am 1. August die Gärten, um anhand eines vorher ausgearbeiteten Bewertungsbogens Punkte für bestimmte Aspekte der Gartengestaltung zu vergeben. Diesbezüglich lobte Grünen-Fraktionschef Elmar Holterhof in der HFA-Sitzung die Klimaschutzmanagerin der Gemeinde, Katrin Schröder. Sie habe den Wettbewerb und die Bereisung „sehr gut vorbereitet“.

Alte und junge naturnahe Gärten

Die Jury setzte sich aus insgesamt sechs Personen zusammen: Vera Overrödder (Untere Naturschutzbehörde, Kreis Olpe), Alexander Fischer (Gemeinde Wenden), Jutta Hecken-Defeld (SPD), Christoph Schürholz (CDU), Josef Kinkel (UWG) und Elmar Holterhof (Die Grünen).
Einige Gärten würden schon seit Jahren nachhaltig und möglichst naturnah bewirtschaftet, andere seien erst in den Anfängen, bilanziert die Verwaltung. „Was aber alle gemeinsam haben ist, dass alle einen wertvollen Beitrag für den Umwelt-, Natur- und Artenschutz leisten. Und dies unter den unterschiedlichsten Bedingungen.“ Der Wettbewerb soll diese natürliche Gestaltung von Gärten belohnen und nachhaltig fördern. 

Die Gewinner

Insgesamt 16 verschiedene Kriterien hatte die Jury in diesem Wettbewerb „naturnaher Garten“ zu bewerten. Und hier sammelten Anne Sieler und Schwiegermutter Gertrud Sieler aus Hillmicke die meisten Punkte, nämlich 1464. Dafür gibt es den mit 750 Euro dotierten 1. Platz beim Umweltschutzpreis der Gemeinde Wenden. Platz 2 belegt Franz-Josef Scherer aus Hünsborn (1341 Punkte; 500 Euro). Rang 3 beschert die Jury Familie Arens aus Gerlingen (1307 Punkte; 350 Euro).

Jeder Teilnehmer erhält Gutschein

Alle weiteren Teilnehmer erhielten einen Gutschein für einen Einkauf im Baumarkt im Wert von je 100 Euro: Familie Hochhard aus Wenden (1177,5 Punkte), Stephan Junge aus Hünsborn (1164), Stephanie und Matthias Grebe aus Ottfingen (1132), Ingrid Wurm aus Hünsborn (1083), Annelie und Günter Wenzel aus Brün (983,5), Günter Brüser aus Hillmicke (954,5), Diana Schmitz aus Gerlingen (916,5), Siegbert Henkel aus Altenhof (915), Günter Jonak aus Wenden (800), Elke und Wolfgang Stracke aus Gerlingen (782), Lars Fischer aus Ottfingen (758) und Christina Stahl aus Wenden (681). Als einziger Verein bewarb sich der Obst- und Gartenbauverein Hünsborn. Hier beschloss die Jury, „aufgrund des besonders lobenswerten Engagements für die Gesellschaft und die Bereicherung der Vereinslandschaft im Wendener Land“ einen Sonderpreis zu vergeben, der mit einen Geldbetrag von 300 Euro verbunden ist. Der Verein böte vielen Menschen die Möglichkeit, in Gemeinschaft zu gärtnern, und setze sich darüber hinaus für Umweltbildung und Naturschutz ein, lobt die Gemeindeverwaltung. 

Gewisse Wildnis erwünscht

Der Wettbewerb gebe Hoffnung, weitere naturnahe Gärten in der Gemeinde zu bekommen, freute sich Elmar Holterhof in der HFA-Sitzung. „Eine gewisse Wildnis muss rein in die Gärten.“ Da aber „junge Leute keine Lust und ältere ,Rücken’ haben“, bekämen die naturnahen Gärten immer mehr Konkurrenz durch Steingärten, monierte Holterhof. „Ich befürchte, in zehn Jahren ist jeder dritte Garten ein Steingarten.“ Daher sei es wichtig und richtig, künftig in Bebauungsplänen Steingärten zu verbieten. „Sonst sehe ich schwarz für die Schöpfung.“

Verbot für Steingärten

SPD-Fraktionschef Stephan Niederschlag unterstützte: „Es ist heuchlerisch, naturnahe Gärten auszuzeichnen und auf der anderen Seite kein Verbot von Steingärten auszusprechen. Da müssen wir was machen.“ Auch die UWG verschließe sich dieser Diskussion nicht mehr, erklärte Fraktionsvorsitzender, Thorsten Scheen. „Es war ein Fehler, beim letzten Mal gegen das beantragte Verbot zu stimmen.“

Appell an Freiwilligkeit

Bürgermeister Bernd Clemens meinte indes, dass er mit Blick in die Gemeinde nicht die Sorge habe, „dass wir in einer Steinwüste landen“. Die Gemeinde habe im Mitteilungsblatt „Blickpunkt“ die Steingärten bereits gegeißelt und an die Freiwilligkeit appelliert. Clemens: „Ich glaube, durch gute Beispiele ist mehr zu erreichen als durch Verbote.“

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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