100-Jähriger äußerst rüstig

Musikverein »Lyra«–Altenhof gab brillantes Jubiläumskonzert

rudi Wenden. Bürgermeister Peter Brüser sollte dringend darüber nachdenken, die Aula des Konrad-Adenauer-Schulzentrums zu erweitern. Diesen Eindruck erweckte zumindest das Bild, das sich den Besuchern am Samstagabend bot. Bis auf den letzten Platz war der Saal besetzt, als der Musikverein »Lyra« Altenhof zum großen Jubiläumskonzert lud.

Sogar die Trennwände mussten geöffnet werden, um eine ausreichende Anzahl an Stühlen in der Aula unterbringen zu können. Der gute Ruf des Musikvereins war der »Lyra« anscheinend voraus geeilt. Schon vor Tagen waren alle Karten vergriffen. Entsprechend große Erwartungen hegte das Publikum gegenüber den Musikerinnen und Musikern. Mit Bravour wurde die Truppe um Dirigent Andreas Glöckner diesen gerecht und präsentierte den Zuhörern ein erstklassiges Konzert, wie es dem 100. »Geburtstag« eines Vereins entspricht. Auch der Männergesangverein »1859« Wenden sollte sich ein Stelldichein geben und gestaltete den zweiten Teil des rund zweistündigen Programms.

Außergewöhnliche und vor allem höchst anspruchsvolle Werke sollten dem feierlichen Anlass gerecht werden – von der ersten bis zur letzten Minute. Der Festmarsch aus der Oper »Der Waffenschmied« gab einen ersten Vorgeschmack auf die kommenden Minuten. Langsam und fast bedrohlich schallten die ersten Töne dieses Werkes nach Gustav Lortzing durch den Saal. Nach einem dumpfen Vorspann ging die Komposition zu einem imposanten Mittelteil über, dessen Motiv vor allem von den Klängen der Klarinetten geprägt wurde. Diese wurden nach und nach von dem Klangkörper des gesamten Orchesters »umrankt«, das sich mit höchster Konzentration in diese Bearbeitung Florian Pedarnings einbrachte. Tosender Applaus sollte die Musiker und ihren Dirigenten bereits nach diesem ersten Stück belohnen. Die Zuhörer zeigten sich begeistert.

Doch die »Lyra« wusste sich noch zu steigern – im musikalischen wie auch im organisatorischen Bereich. »Tirol 1809« sollte nicht nur durch Fingerfertigkeit der Musiker, sondern auch durch visuelle Reize überzeugen. Der Musikverein hatte, um die Ausdruckskraft der Musik zu verstärken, Bilder auf eine Großleinwand projiziert– so auch bei diesem Werk nach Sepp Tanzer. Der Tiroler Bauernaufstand gegen die Franzosen sollte trotzdem vor allem durch seine sehr emotionale Vertonung einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Höchste Perfektion und Einfühlungsvermögen der Musiker machten es fast überflüssig, die dargestellten Bilder parallel zu verfolgen.

Doch auch der Männergesangverein wurde seinem Ruf als »Aushängeschild« Wendens gerecht. Mit geballter Stimmkraft präsentierte Thomas Bröcher mit seinen Sängern unter anderem den »Kriminaltango« sowie das anspruchsvolle »Beati mortui«. Ein gemeinsamer Vortrag rundete zuletzt den gelungenen Abend ab, der Besuchern und Musiker wohl in Erinnerung bleiben wird. »Heute können wir auf einen gesunden Verein mit guten Zukunftschancen blicken«, hatte »Lyra«-Vorsitzender Michael Wurm anfangs noch erwähnt. Das Jubiläumskonzert unterstrich diese Aussichten allemal: Das Niveau des Vereins dürfte viele weitere Jubiläumsveranstaltungen garantieren.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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