100 Jahre Männerchorgesang

Ottfinger Sänger gaben beeindruckendes Konzert / Zuhörer fordert reichlich Zugaben

rudi Wenden. 100 Jahre Männerchorgesang Ottfingen – das wurde am Samstagabend mit einem Konzert gefeiert, das eindrucksvoll belegte, auf welch hohem Niveau sich der Männerchor »Frohsinn« sowie der Männerchor »VocalArt« bewegen. Zusammen hatten die mehrfach honorierten Ensembles in die Aula der Konrad-Adenauer-Schule geladen, um auf ihre langjährige Historie anzustoßen. Dass es vor allem ihr Anspruch ist, stets hervorragenden Hörgenuss zu »liefern«, der sie so lange und erfolgreich bestehen lässt, konnte bei dem Konzert eindrucksvoll belegt werden.

Mit 16 Männern nahm der Männerchor »Frohsinn« seinen Anfang. Im kleinen Schlafzimmer um das selbst gebaute Harmonium des erst 16-jährigen Norbert Eichert probte man zwei Volkslieder für die Heimkehr der letzten Ottfinger Kriegsgefangenen ein. 1921 wurde der »Frohsinn« dann offiziell aus der Taufe gehoben. Zahlreiche Erfolge zieren den Weg des Chores; derzeit visiert man den sechsten Meisterchortitel an. Vor 15 Jahren entwickelte sich aus dem heute mehr als 30 Sänger zählenden Ensemble eine weitere Formation, die zunächst als »Junger Chor« auftrat und heute als »VocalArt« bekannt ist.

Trotz junger Historie kann »VocalArt« bereits enorme Erfolge vorweisen: So erreichte man dreimal mit Höchstwertungen den Titel Meisterchor; beim Bundeschorwettbewerb in Kiel belegte man einen hervorragenden dritten Platz. Es ist somit nicht verwunderlich, dass beide Chöre nicht nur in ihrer eigenen Ortschaft höchstes Ansehen genießen. Der Ottfinger Männerchorgesang ist weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannt und allseits geschätzt. Mit gutem Grund, wie auch die Zuhörer in der Wendener Aula am Samstag feststellten. Das Konzert, das ihnen geboten wurde, gehörte in jeder Hinsicht zur höchsten »Güteklasse« seiner Sparte. In brillanter Weise wurde man dem Anspruch gerecht, kurzweilige Unterhaltung auf höchstem Niveau zu bieten.

»Frohsinn« machte den Auftakt zu mehr als zwei Stunden Gesang und Musik. Sein Name war Programm. Mit dem Gospel »Rock-a my soul« sowie »Bongo bongo« verleitete man die Gäste nahezu, von den Stühlen aufzuspringen und im flotten Takt der Lieder mit zu tanzen. Es war Musik, die Freude bereitete – nicht nur den Sängern selbst. Zunächst hatte der Chor jedoch zwei Klassiker des Chorgesangs zum Besten gegeben, die beispielhaft die musikalische Klasse des Ensembles bezeugten: »Jahre kommen, Jahre ziehen« sowie »Jerusalem« begeisterten nicht nur durch ein hervorragendes Solo André Stocks. Ebenso faszinierte die harmonische Stimmgewalt des gesamten Klangkörpers.

Nicht weniger nachhaltig dürften dem Auditorium die Vorträge der »VocalArt« in Erinnerung bleiben. Schon rein optisch setzte man sich vom Gros der übrigen Konzertierenden ab: Nicht kreisförmig nahm man um Chorleiter Thomas Bröcher auf der Bühne Aufstellung. In zwei versetzten Reihen brachten sich die Sänger in Position. Es war offensichtlich, dass man die Messlatte auch bei den Vorträgen anders ansetzte – jedoch auf ebenso hohem Niveau. Auch musikalische zeigte sich der Chor »jugendlich«: Innovativ und elanvoll. Sogar der Chorleiter selbst trat in Erscheinung und sang das Solo bei »Ride the Chariot«. »Vocal Art« brillierte mit Gospels, Standartliedern und emotionalen Balladen. Durchweg konnte der Chor dabei für sich vereinnahmen, den Liedern eine bewegend warme und erfüllende Klangfarbe zu verleihen, die das Publikum restlos in ihren Bann zog.

Zwei Gastvereine rundeten das Konzert ab und setzten auflockernde Akzente. Das Jugendblasorchester Ottfingen/Altenhof, das unter der Leitung von André Becker aufspielte, stellte das Pendant zum gesanglichen Teil des Abends dar. Die jungen Musiker zählten vor allem Filmmelodien und rockige Stücke zu ihrem Repertoire. Unter anderem gab man »The best of Queen« sowie die Titelmelodie vom Film »Rocky« zum Besten. Zuletzt stand auch der Frauenchor »Aviva« aus Grevenbrück unter der Leitung von Michael Nathen auf der Bühne. Fast engelsgleich erfüllten die Stimmen der Damen den Saal und ließen das finale »Amazing Grace«, das man zusammen mit den Männerchören vortrug, zu einem wahren Erlebnis werden. Nicht anders war der gesamte Abend zu beschreiben. Nicht umsonst forderte das Publikum zahlreiche Zugaben von den Akteuren ein.

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