Abmeldungen nach Streit im VSV

Die »Dritte« Herren-Mannschaft und ihr Trainer sagen ade / Rückzug aus Spielbetrieb

hobö Wenden. Der VSV Wenden besaß bis vor wenigen Tagen als einziger Fußballverein in der Gemeinde Wenden noch eine dritte Senioren-Mannschaft. Sie spielte in der Kreisliga C3 um Tore und Punkte. Das ist nun vorbei. Nahezu die komplette Mannschaft sowie ihr Trainer Uwe Hausmann haben sich dieser Tage beim VSV Wenden abgemeldet. Interne Differenzen, so war vom Vorstand sowie aus Kreisen der »Dritten« zu vernehmen, haben zu der Trennung geführt. Damit stehen dem traditionsreichen Verein auf einen Schlag 23 Fußballspieler weniger zur Verfügung als bisher. Schon am vergangenen Wochenende mussten Spieler der »Alten Herren« in der Wendener »Zweiten« aushelfen, um deren Spiel in der A-Kreisliga überhaupt zu ermöglichen. Inzwischen wurde die dritte Mannschaft ordnungsgemäß vom Spielbetrieb abgemeldet, und sämtliche bisher ausgetragenen Spiele werden in der Tabelle der Kreisliga C3 nicht gewertet.

»Ich bin nicht froh, dass es dazu gekommen ist«, kommentierte gestern VSV-Vorsitzender Erich Clemens den Vorgang im Gespräch mit der SZ . Es sei »unglücklich«, diese Truppe zu verlieren, »die immer bereit war, Dienste für den VSV zu leisten. Irgendwie kann ich verstehen, dass sie aus Kameradschaft so gehandelt haben.« Aus den Reihen der Spieler, die sich nun beim VSV abgemeldet haben, war ebenfalls zu hören, dass man »nicht glücklich« über die Trennung sei. Was aber hat zu dem Auseinanderdriften geführt? Die dritte Seniorenmannschaft beim VSV Wenden fühlte sich als eine Einheit, ein wenig wie eine verschworene Gemeinschaft. Ihren Gemeinschaftssinn zeigte sie nicht nur bei Arbeitseinsätzen auf dem Schönauer Sportplatz, sondern beispielsweise auch bei der Durchführung des »Michael-Stuff-Cup«, bei dem sie im Gedenken an den viel zu früh verstorbenen Spielerkameraden ein Benefizturnier zugunsten der Deutschen Krebshilfe veranstaltet haben (die SZ berichtete). Die »Dritte« wollte auch sportlich zusammenhalten und steckte sich dementsprechende Meisterschaftsziele.

Seit etwa drei Jahren jedoch keimte häufiger Streit auf, weil Spieler der »Dritten« immer öfters in der zweiten Mannschaft aushelfen sollten. Dazu, so die betroffenen Spieler, sei man stets bereit gewesen. Man wollte sich allerdings nicht in der »Zweiten« fest spielen und damit das Mannschaftsgefüge der »Dritten« auseinander reißen. Aufgrund der Verletztenmisere in der ersten VSV-Fußballmannschaft wurden aber zuletzt zunehmend mehr Spieler der »Zweiten« nach oben beordert. Die Lücke in der Reserve-Mannschaft sollten schließlich von der »Dritten« gestopft werden. Die Spieler dort aber wollten lieber in der »Dritten« spielen und wehrten sich gegen die Anordnung der sportlichen Leitung. Zum offenen Streit kam es schließlich am Wochenende des 11. und 12. Oktober. Sechs Spieler der »Dritten« sollten in der »Zweiten« aushelfen. Diese Sechs weigerten sich und wurden stattdessen von Trainer Hausmann in der dritten Mannschaft eingesetzt. Daraufhin bekam Hausmann eine Abmahnung, und Otmar Becker drohte als sportlicher Leiter im VSV den Spielern bei Wiederholung eine vereinsinterne Sperre an. »Es ist doch der normale Weg in einem Verein, von unten nach oben auszuhelfen«, so Otmar Becker gegenüber der SZ. »Es kann nicht sein, dass eine Mannschaft erklärt, keine Spieler mehr im Sinne des Vereins abzugeben. In dieser Frage konnte es nur eine Antwort geben, auch wenn die Situation jetzt blöd ist.«

Die Spieler der »Dritten« setzten sich nach der Drohung des sportlichen Leiters in der vergangenen Woche zusammen. 23 von ihnen zogen daraufhin ihre Konsequenzen und meldeten sich beim VSV Wenden ab. Man wolle als Team auf jeden Fall zusammen bleiben und weiter Fußball spielen, war von einigen Spielern zu erfahren. Eventuell in der nächsten Saison als eine weitere Mannschaft in einem anderen Verein.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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