Ära von Karl-Heinz Halbe beendet

Bezirksbundesmeister trat zurück / Schützenbrüder fanden aber keinen Nachfolger

rudi Hünsborn. Die Ära Karl-Heinz Halbe fand mit der Jahreshauptversammlung des Schützenbezirks Wenden im Bund der historischen deutschen Schützenbruderschaften am Freitagabend ein Ende. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Bezirksbundesmeister aus Hünsborn seinen Rückzug angekündigt. Dennoch fand sich bei der Zusammenkunft im Hünsborner Schützenhaus kein Nachfolger.

Nach 15-jähriger Tätigkeit als »Kopf« des Schützenbezirks sagte Karl-Heinz Halbe den Grünröcken Lebewohl – schweren Herzens, wie unschwer zu erkennen war. »Nach 15 Jahren muss man auch mal sagen, hier und heute muss mal Schluss sein«, so Halbe. Dennoch: »Es fällt mir schwer.« Er sei stets gerne in die Bruderschaften gegangen, betonte er. »Aber es geht wirklich nicht mehr aus gesundheitlichen Gründen. Die letzte Herz-Operation hat mich doch mehr mitgenommen. Ich bin nicht weg von euch. Ich bin immer bereit, mitzuhelfen und noch was zu machen.«

Trotz allem fand sich kein Nachfolger. Eine nicht genannte Person, die zunächst Interesse bekundet hatte, das Amt zu bekleiden, zog ihre Kandidatur in der vergangenen Woche kurzfristig zurück. »Ich war enttäuscht«, äußerte sich Halbe diesbezüglich – zumal auch ihm nicht schlüssig war, was letztlich ausschlaggebend für diese Entscheidung war. »Was da vorgefallen ist –– ich habe nicht weiter gefragt.« Tatsache war jedoch, dass es nicht weiter erläuterte Umstände zu geben schien, die mehrere Personen von einer Kandidatur Abstand nehmen ließ. Zusätzlich sorgte ein anonym eingereichter Antrag auf Vertagung der Wahlen für Kopfschütteln. Schließlich müsse man so oder so eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen, sollte man im Zuge der regulären Versammlung keinen Nachfolger finden, so der Tenor der anwesenden Bruderschaftsvertreter aus Hünsborn, Altenhof, Ottfingen und Wenden.

Auch Pressesprecher trat zurück

Josef Arns, ehemaliger Geschäftsführer des Schützenbezirks Wenden, gab außerdem zu bedenken: »Wenn ich einen Antrag eingebe, muss ich auch wissen von wem er ist – sonst ist er für mich gegenstandslos.« Die Begründung, man wolle die Wahlen verschieben, um weitere Gespräche mit der zunächst vorgesehenen Person sowie weiteren Personen führen zu können, traf nicht auf Zustimmung. So versuchte man unter Leitung von Josef Arns sein Glück und läutete die Wahlen ein – zuletzt jedoch ohne Erfolg. Obwohl mehrere Schützen vorgeschlagen wurden, winkte zuletzt jeder ab. Dabei klang des Öfteren durch, dass man das Amt nicht »unter diesen Umständen« bekleiden wolle. Obwohl diese nicht weiter erläutert wurden, schienen sie doch so gravierend, dass auch Pressesprecher Dietmar Häner aus Wenden im Laufe des Abends plötzlich bekannt gab, sein Amt niederzulegen. Man stand also nach gut zwei Stunden mit leeren Händen da.

Wahlen in den nächsten drei Wochen

Im Rahmen eines Vorstandstreffens in der kommenden Woche will man sich nun über einen möglichen Nachfolger beratschlagen. Innerhalb von drei Wochen sollen dann die Wahlen folgen, in deren Zuge auch über Nachfolger des bisherigen stellv. Bezirksbundesmeisters, Adalbert Niklas aus Ottfingen, entschieden werden soll. Da man der Meinung war, der Kandidat müsse wissen, wen er zu vertreten habe, vertagte man auch diese Wahl.

Einen »Lichtblick« gab es dennoch zu verbuchen: Nach langjähriger Suche konnten die Schützen mit Bernfried Braas endlich einen Bezirksjungschützenmeister finden, der von der Versammlung am Freitag offiziell in seinem Amt bestätigt wurde. Zudem konnte Karl-Heinz Halbe offensichtlich darlegen, dass er alle Weichen für eine unkomplizierte Nachfolge gestellt hat. Noch in der vergangenen Woche besuchte er nämlich die Bundesvorstandssitzung, in deren Rahmen auch die neuen Datenschutz-Bestimmungen bekannt gegeben wurden. Demzufolge darf ein Vorsitzender ohne Zustimmung eines Mitglieds aus rechtlichen Gründen nicht dessen persönliche Daten weitergeben – sogar, falls die entsprechende Person Schützenkönig wird.

In diesem Zusammenhang gab Karl-Heinz Halbe auch bekannt, dass er den Bundesvorstand darauf hingewiesen habe, dass im Schützenbezirk Wenden zu hohe Beiträge abgebucht würden, da man die Jungschützen-Bestandszahlen quasi doppelt einbeziehe. Dies soll sich mit neuen Meldelisten im kommenden Jahr ändern.

Bindeglied für das Dasein des Verbands

Die Weichen für eine reibungslose Nachfolge Karl-Heinz Halbes sind also gestellt. Nunmehr bleibt abzuwarten, ob dessen Funktion als »Bindeglied für das Dasein als Bezirksverband Wenden«, wie es Präses Prof. Dr. Werner Arens nannte, Früchte treibt und er in den nächsten drei Wochen jemanden dazu bewegen kann, das Amt wahrzunehmen. Bis dahin übt der bisherige Vorstand seine Arbeit kommissarisch weiterhin aus.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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