Anwohner befürchten Verkehrsprobleme
Ärger um Wendener Schwimmbad-Neubau

Die Pläne rund um das Schwimmbad in Wenden erzeugen nun auch Gegenwind bei den Anwohnern am Peter-Dassis-Ring.
  • Die Pläne rund um das Schwimmbad in Wenden erzeugen nun auch Gegenwind bei den Anwohnern am Peter-Dassis-Ring.
  • Foto: Archiv/hobö
  • hochgeladen von Jan Krumnow (Redakteur)

hobö Wenden.Der in der Ratssitzung am 3. Februar unvorhergesehen gefasste Beschluss, ein neues Hallenbad an der Gesamtschule in Wenden zu bauen, hat nicht nur in der Politik hohe Wellen geschlagen. Am zurückliegenden Wochenende meldeten sich Anwohner des Peter-Dassis-Rings bei der SZ und stellten ihre Sicht der Dinge vor. Da die Gemeindeverwaltung in der am Mittwoch, 17. März, anstehenden Ratssitzung die Aufhebung der im Februar gefassten Neubau-Beschlüsse beantragt, möchten die Anrainer rechtzeitig Stellung beziehen.
Der Peter-Dassis-Ring ist bekanntlich die Zufahrtstraße zur Gesamtschule Wenden, dem ehemaligen Konrad-Adenauer-Schulzentrum mitsamt des dortigen Sportplatzes, sowie zugleich Haupterschließungsstraße des Neubaugebiets „In der Heide“ und für große Teile des Balzenbergs. Daher sieht man dem erstmaligen Bau eines Schwimmbads an der Gesamtschule mit großer Sorge vor einer noch stärkeren Verkehrsbelastung entgegen.

Hallenbad Wenden: Anwohner bemängeln Vorgehen von SPD, UWG und Grünen

Im Vorfeld der Ratssitzung am 3. Februar, bemängeln die Anwohner, „hatten wir in keiner Weise die Möglichkeit, unsere Bedenken und Meinungen zum Ausdruck zu bringen, da der Punkt Hallenbad nicht Bestandteil der Tagesordnung war.“ Wie berichtet, stellten die Fraktionen von SPD, UWG und Grünen im Rahmen der Haushaltsberatungen überraschend den gemeinsamen Antrag, von einer Sanierung des bestehenden Bads Abstand zu nehmen und einen Neubau an der Gesamtschule anzugehen. Und sie „boxten“ diesen mit ihrer neuen Mehrheit im Rat durch.

Wenden bekommt ein neues Hallenbad

„Wir würden uns wünschen, dass die Entscheidung des Rates vom 3. Februar überdacht und im besten Fall revidiert wird“, betonen Anlieger des Peter-Dassis-Rings. Ferner heißt es in einem Schreiben: „Wir sind enttäuscht über die Vorgehensweise. Eine in Auftrag gegebene Analyse zur Entscheidungsfindung Hallenbad-Neubau oder -Modernisierung wurde nicht betrachtet. Fragen wie Kosten, Verkehrsaufkommen, Bürgerwünsche, Umweltschutz, Belange der Grundschüler werden und wurden unbeachtet vom Tisch gewischt. Es muss möglich sein, dass vor einem endgültigen Beschluss sämtliche Folgen, wie beispielsweise das Verkehrsaufkommen, betrachtet werden, was nicht gemacht wurde.“
Ferner weisen die Anrainer darauf hin, dass der Peter-Dassis-Ring kein Ring sei – wer die Straße hochfahre, fahre sie wieder herunter. „Die Anwohner werden mit dem Problem des Verkehrs alleingelassen. Durch die Gesamtschule und den Sportplatz (im unteren Teil zusätzlich durch den „HIT“-Markt) sind bereits jetzt schon sehr viele Fahrzeuge hier hoch und wieder runter unterwegs. Das Hallenbad und die Grundschule zusätzlich würden das Verkehrsaufkommen stark erhöhen. Eine Änderung der Verkehrsführung muss hier mit eingebracht werden“, weisen die Anwohner auf die Überlegungen hin, eventuell die Grundschule vom Westerberg in Wenden ebenfalls zur Gesamtschule zu verlegen. Außerdem wird die Frage aufgeworfen, ob hinsichtlich eines Schwimmbad-Neubaus der Umweltschutz beachtet werde: „Warum wird nicht betrachtet, dass eine große Zahl Lärchen, die nicht dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen sind, gefällt werden müssen.“

Hinweis der Anwohner auf klamme Kassen in Wenden

In der von Peter-Dassis-Ring-Anrainer Helmut Fleischer unterschriebenen Stellungnahme heißt es abschließend: „Sehr geehrte Ratsmitglieder, die Kosten von wahrscheinlich mindestens 9 Millionen Euro – plus die Kosten für den Neubau einer Grundschule, der auch schon ins Auge gefasst wurde, – sind unzumutbar für die Bürger und die Kasse der Gemeinde Wenden. In den jetzigen Zeiten haben die Gemeinden schwere Jahre vor sich. Eure Machtdemonstration in allen Ehren, aber bitte habt jetzt auch die Größe, wieder auf den Boden der Vernunft zurückzukehren und auch tatsächlich alle Bestandteile vor einem Beschluss zu betrachten. Und nehmt uns Bürger mit!“

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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