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Abzocke mit Fake-Shops
Angeklagter will zu Straftaten gezwungen worden sein

Ein 50-Jähriger wurde auf einen Online-Shop aufmerksam, auf dem mehrere Apple-Produkte günstig angeboten wurden. Er freundete sich mit dem Verkäufer an – rückblickend betrachtet war das wohl ein Fehler.
  • Ein 50-Jähriger wurde auf einen Online-Shop aufmerksam, auf dem mehrere Apple-Produkte günstig angeboten wurden. Er freundete sich mit dem Verkäufer an – rückblickend betrachtet war das wohl ein Fehler.
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yve Olpe/Wenden.  „Das ist eine Schweinerei, Menschen so abzuzocken.“ Noch immer kann ein 50-jähriger Zeuge aus Lüdenscheid nicht fassen, was ihm Ende Dezember 2018 widerfahren ist. Über Facebook wird er seinerzeit auf einen Online-Shop aufmerksam. „Da wurde recht günstig ein iPhone angeboten“, erinnert sich der Mann.

Der Zeuge freundete sich mit dem Angeklagten an  

Über den Facebook-Messenger nimmt er Kontakt mit dem Verkäufer auf, der ihm gleich noch ein iPad sowie eine iWatch anbietet – Gesamtpreis 2000 Euro. „Er kommt aus meiner Region, da hatte ich Vertrauen“, bemerkt der Zeuge mit Blick auf den 24-jährigen Angeklagten, der mittlerweile in einem Wendener Ortsteil lebt.

yve Olpe/Wenden.  „Das ist eine Schweinerei, Menschen so abzuzocken.“ Noch immer kann ein 50-jähriger Zeuge aus Lüdenscheid nicht fassen, was ihm Ende Dezember 2018 widerfahren ist. Über Facebook wird er seinerzeit auf einen Online-Shop aufmerksam. „Da wurde recht günstig ein iPhone angeboten“, erinnert sich der Mann.

Der Zeuge freundete sich mit dem Angeklagten an  

Über den Facebook-Messenger nimmt er Kontakt mit dem Verkäufer auf, der ihm gleich noch ein iPad sowie eine iWatch anbietet – Gesamtpreis 2000 Euro. „Er kommt aus meiner Region, da hatte ich Vertrauen“, bemerkt der Zeuge mit Blick auf den 24-jährigen Angeklagten, der mittlerweile in einem Wendener Ortsteil lebt. „Wir haben uns angefreundet, er hat mir sogar einen Job als Geschäftsführer angeboten, 11 500 Euro sollte ich im Monat verdienen.“ Er habe dem Angeklagten geglaubt, auch, dass seine Frau „durchgebrannt“ sei. Der Beschuldigte habe ihm dann einen BMW „X 4“ angepriesen, einen Neuwagen für 8000 Euro über ein ortsansässiges Autohaus. „Das war schon immer mein Traumauto, da habe ich zugeschlagen.“ Den Preis dafür bezahlt der 50-Jährige in bar, gesehen hat er weder Mobiltelefon und Co. noch den Wagen.

Gleich mehrere Betrugsopfer

Der Lüdenscheider ist nicht das einzige Betrugsopfer. Im Juni 2019 stoßen Facebook-Nutzer auf einen Online-Shop, der Elektroroller und -motorräder offeriert. Drei „Kunden“ bestellen Fahrzeuge zwischen knapp 500 und über 1000 Euro. Ein weiterer erwirbt über ein angebliches Internet-Reisebüro einen Urlaub für zwei Familien in die Türkei für 4000 Euro.
Im Zeugenstand berichtet ein 51-jähriger Geschädigter aus Ochtrup, dass er vor dem Kauf des Elektromotorrads mehrmals mit dem Anbieter telefoniert habe. „Meine Kollegen meinten schon, dass die Motorräder viel zu günstig seien.“ Er habe aber nur positive Bewertungen gelesen, „und der Online-Shop wirkte sehr professionell“. Schließlich habe er die Kaufpreis überwiesen, die Ware aber nie erhalten. „Dann bin ich zur Polizei gegangen.“

Ex-Frau ist mitangeklagt

Mitangeklagt ist die Ex-Frau des 24-Jährigen, da Beträge aus den vermeintlichen Verkäufen auf ihr Konto geflossen sind. Von den Geschäften ihres damaligen Mannes habe sie nichts gewusst, ließ sie über ihre Verteidigerin erklären. Die Bankkarte sei in der Wohnung ihrer Eltern gewesen. Das bestätigte die Mutter auch später im Zeugenstand. Erst als ihr damaliger Schwiegersohn ein Konto für Überweisungen seines neuen Arbeitgebers gebraucht habe, habe sie die Karte an ihre Tochter ausgehändigt, so die 55-Jährige.
Der Angeklagte selbst zeigte sich im Prozess zunächst wortkarg, erklärte dann, er sei von der Familie seiner damaligen Frau, insbesondere von seinem vorbestraften Ex-Schwager, zu den Taten gezwungen worden. „Die haben mir Waffen gezeigt“, zudem sei er mit Fäusten und einem Messer attackiert worden. Vehement bestritt er weitere Vorwürfe der Anklageschrift. Dieser zufolge soll er im November 2019 seine Ehefrau mehrmals gegen den Oberarm geschlagen, sie in den Rücken getreten und an einem anderen Tag ein Telefon in ihre Richtung geworfen haben. Ferner wird ihm zu Last gelegt, ihr mit den Worten „Ich schlage dich krankenhausreif“ gedroht zu haben. „Das stimmt nicht, ich habe niemals die Hand gegen meine Frau erhoben“, versicherte er gegenüber der Vorsitzenden Richterin, Nicole Höhmann.

Der Online-Shop wirkte sehr professionell.
51-Jähriger aus Ochtrup
Zeuge im Amtsgericht

Ein völlig anderes Bild zeichnete die Mutter der Mitangeklagten. „Wir haben den beiden Essen gebracht, meine andere Tochter hat zwei Monate lang die Miete bezahlt, die mussten aus der Wohnung.“ Ihr Sohn habe fast gar keinen Kontakt zu dem Beschuldigten gehabt. Und nach fast jedem Besuch des 24-Jährigen habe Geld gefehlt. „Er hat uns beklaut.“ Weiter hätten die Aussagen an diesem Morgen nicht auseinandergehen können.
Im einem Fortsetzungstermin soll daher der Ex-Schwager des Angeklagten zu den Bedrohungsvorwürfen angehört werden. Die Verhandlung geht am 7. Oktober im Saal 37 des Olper Amtsgerichts weiter.

Autor:

Yvonne Clemens (Redakteurin) aus Stadt Olpe

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