Mitmach-Kreuzweg mit kleinen Gaben
Anteilnahme und Mut "to go"

Der besondere Kreuzweg in Hünsborn lädt ein, den Passionsweg mit allen Sinnen zu erleben und zu begreifen. An einigen Stationen stehen Kisten mit einer Botschaft. Reinschauen lohnt sich, da Blumensamen, die für neues Leben stehen, oder Würfel als Erinnerung mitgenommen werden dürfen. Sehr zur Freude von Mila und Rosa (v. l).
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  • Der besondere Kreuzweg in Hünsborn lädt ein, den Passionsweg mit allen Sinnen zu erleben und zu begreifen. An einigen Stationen stehen Kisten mit einer Botschaft. Reinschauen lohnt sich, da Blumensamen, die für neues Leben stehen, oder Würfel als Erinnerung mitgenommen werden dürfen. Sehr zur Freude von Mila und Rosa (v. l).
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yve Hünsborn. Die Sonne strahlt, es ist angenehm mild im Wald bei Hünsborn. Zwar noch keine Barfußzeit, Mila zieht sich Schuhe und Strümpfe trotzdem aus, läuft vergnügt durch Matsch am Wegesrand. Ihre Freundin Rosa amüsiert sich dabei prächtig, lässt ihre blauen Gummistiefel aber lieber an. Plötzlich erregen viele bunte Hände die Aufmerksamkeit der Mädchen. Sie erblicken eine durchsichtige Kiste, die sie neugierig aufmachen. Das ist erwünscht. In ihr liegen weitere laminierte Bilder von Händen, die Rosa und Mila auf große Magnetwände setzen. Die beiden möchten gar nicht weitergehen, protestieren ein wenig, als ihre Mütter sie zum Weitermarsch animieren. Denn voranzukommen, lohnt sich allemal.

Die Kinder der Kindertagesstätte „Unter’m Regenbogen“ in Hünsborn haben gemeinsam mit ihren Erzieherinnen und Erziehern ein beeindruckendes Projekt verwirklicht, dass seit dem vergangenen Wochenende auf dem 2013 eröffneten Natur- und Kulturlehrpfad erlebbar ist. Es handelt sich um einen liebevoll ausgearbeiteten Mitmach-Kreuzweg für Kinder. Interaktiv lässt sich hier der Passionsweg Jesu von gut begehbaren Wegen aus begreifen – bildhaft und leicht verständlich.

Der besondere Kreuzweg in Hünsborn lädt ein, den Passionsweg mit allen Sinnen zu erleben und zu begreifen. An einigen Stationen stehen Kisten mit einer Botschaft.
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Die Umsetzung dieser Idee habe ihr schon lange am Herzen gelegen, so Petra Rasche, die pädagogische Leiterin des Kindergartens. Doch die Finanzierbarkeit habe zunächst im Raum gestanden. Und hier kommt die Werbetechnik Koch aus Hünsborn ins Spiel. Jüngst fertigte die Firma robuste und wetterfeste Tafeln für die Stationen mit kindgerechten künstlerischen Darstellungen und Texten an und übernahm einen Teil der Kosten.

Interaktionen laden zum Nachdenken ein

Unübersehbar hängen die DIN-A-3-Schilder nun an großen Bäumen, dazwischen laden kreative Interaktionen zum Nachdenken vielleicht auch über die eigenen Stolpersteine ein. Petra Rasche erklärt im Gespräch mit der SZ, dass neben der Gestaltung des Kreuzwegs auch das Entdecken von Geschichten über Jesus im Vordergrund gestanden habe. Zwei Wochen lang hätten die Kinder in Rollen- und Legespielen unter anderem das Wunder des blinden Bartimäus, den Einzug nach Jerusalem, die Fußwaschung sowie das letzte Abendmahl kennengelernt, mit dessen Abbildung der Kreuzweg aufgrund des Wiedererkennungswerts daher auch beginne.

Der besondere Kreuzweg in Hünsborn lädt ein, den Passionsweg mit allen Sinnen zu erleben und zu begreifen. An einigen Stationen stehen Kisten mit einer Botschaft. Reinschauen lohnt sich, da Blumensamen, die für neues Leben stehen, oder Würfel als Erinnerung mitgenommen werden dürfen. Sehr zur Freude von
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„Wir arbeiten viel über die Sinne“, so die Leiterin. Oft auf Grundlage der Franz-Kett-Pädagogik, die versucht, in zahlreichen Übungen zum Anfassen zum verantwortlichen, fürsorglichen Umgang miteinander zu verhelfen. Genau das können Familien in Hünsborn greifbar erproben. „Schritt für Schritt“, so Petra Rasche. Und zwar nach der Abendmahl-Station „wollen wir uns jetzt mit Jesus auf den Weg machen. Als Zeichen, dass wir das bewusst und aufmerksam in Erinnerung an seinen schweren Weg tun, heften wir einen Fuß an die Magnetwand!“, steht auf der Kiste. Füße in allen Formen und Größen stapeln sich darin. Es sind die Abdrücke der Kindergartenkinder.

Kiste mit Schleifen und Bändern

Einige Stationen weiter trifft die SZ auf Carlo Wurm, der mit seiner Mutter einen Spaziergang unternimmt. Er passiert eine Stelle mit einer weiteren Kiste. Dieses Mal gefüllt mit Schleifen und Bändern. Auf ihr zu lesen ist, dass mit dem Tod von Jesus nicht alles vorbei ist. „Als Zeichen unserer Freude kann jeder einen Knoten in das bereit gestellte Band knoten oder ein Band anheften.“ Carlo greift hinein und bindet eine Schleife an eine von zwei leuchtend roten Schnüren, die sich zwischen den Bäumen wie eine Hängematte leicht hin und her bewegen.

Die Würfel können als Erinnerung mitgenommen werden.
  • Die Würfel können als Erinnerung mitgenommen werden.
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Pink, grün, rosa, blau, gelb – ein wahres Farbenmeer aus Würfeln offenbart ein gestalteter Punkt an einer Weggabelung, an der Jesus seiner Kleider beraubt wird. „Entblößt – das ist mehr als Kleider auszuziehen“, ist unter der Collage am Baum zu lesen. Entblößen habe etwas mit Erniedrigen zu tun – im Großen wie im Kleinen. „Lass mich wachsam sein, Herr, dass ich entdecke, wo ein Mensch in meiner Nähe erniedrigt, entwürdigt und missbraucht wird, und schenke mit den Mut, für seine Würde einzutreten.“ Nicht wegschauen, zueinanderstehen, sich gegenseitig helfen, niemanden alleine lassen – genau das ist hier die überaus wichtige Botschaft. „Jedes Kind darf sich einen Würfel mitnehmen“, so Petra Rasche. Sozusagen Anteilnahme, Kraft und Mut „to go“, unbezahlbare Werte, die gerade jetzt inmitten der nicht enden wollenden Pandemie hochgehalten werden müssen.

Erst zu Ostern sollte der Deckel von der Kiste der Station „Jesus ist auferstanden“ geöffnet werden, so die Kindergartenleiterin. Gestiftet vom Raiffeisenmarkt in Rothemühle, ist der Behälter voll mit Blumensamen, die für neues Leben stehen.

Passionsweg auf ungezwungene Art erfahren lassen

Noch einige weitere „Haltestellen“ gibt es in Hünsborn zu entdecken – einfach auf den Weg machen –, mit wachsamem Blick durch die Natur gehen und den Nachwuchs den Passionsweg auf leichte und ungezwungene Art erfahren lassen.

Parkmöglichkeiten gibt es unter anderem im Bereich der Firma Kabelschlepp in Hünsborn (Wielandstraße). Von dort aus können der Mitmach-Kreuzweg sowie auch der Natur- und Kulturlehrpfad mit allen Sinnen genossen werden. Neue Wegweiser machen ein Verlaufen fast unmöglich.

Autor:

Yvonne Clemens (Redakteurin) aus Stadt Olpe

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