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Ein Bieter war an der Ausarbeitung des Vergabeverfahrens beteiligt
Apparatebau Rothemühle: Kippt der Verkauf?

Erneut ruft die zukünftige Nutzung des riesig anmutenden Komplexes der ehemaligen Firma Apparatebau Rothemühle politische Diskussionen im und außerhalb des Wendener Rathauses hervor.
  • Erneut ruft die zukünftige Nutzung des riesig anmutenden Komplexes der ehemaligen Firma Apparatebau Rothemühle politische Diskussionen im und außerhalb des Wendener Rathauses hervor.
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hobö Wenden. Die politische Sommerpause in der Gemeinde Wenden endet mit der heutigen Sitzung des Bau- und Planungsausschusses und fünf weiteren Sitzungen kommunaler Gremien in nur einer Woche. Aber schon vorher glühen sprichwörtlich die Telefonleitungen, insbesondere wegen eines Themas: die Zukunft des ehemaligen Balcke-Dürr-Geländes, den meisten Bürgern besser bekannt als einstige Firma Apparatebau Rothemühle.

Der Haupt- und Finanzausschuss (HFA) berät am Montag kommender Woche öffentlich über das weitere Vorgehen im Rahmen des beschlossenen Vergabekonzepts. Schließlich sollen den Bewerbern die Kriterien genannt werden, mit denen die jeweiligen Konzepte letztlich bewertet werden.

hobö Wenden. Die politische Sommerpause in der Gemeinde Wenden endet mit der heutigen Sitzung des Bau- und Planungsausschusses und fünf weiteren Sitzungen kommunaler Gremien in nur einer Woche. Aber schon vorher glühen sprichwörtlich die Telefonleitungen, insbesondere wegen eines Themas: die Zukunft des ehemaligen Balcke-Dürr-Geländes, den meisten Bürgern besser bekannt als einstige Firma Apparatebau Rothemühle.

Der Haupt- und Finanzausschuss (HFA) berät am Montag kommender Woche öffentlich über das weitere Vorgehen im Rahmen des beschlossenen Vergabekonzepts. Schließlich sollen den Bewerbern die Kriterien genannt werden, mit denen die jeweiligen Konzepte letztlich bewertet werden. In nichtöffentlicher Sitzung sichtete der HFA die fristgerecht eingereichten Bewerbungen potenzieller Käufer. Es gibt vier Investoren, die das Gelände und die Immobilien kaufen und entwickeln möchten – und alle wurden für das weitere Verfahren zugelassen.

Nicht verwunderlich ist die Bewerbung von Stefan Müller und Alexander Czenkusch, die sich bereits vor einem halben Jahr bewarben, auf dem traditionsreichen Industriegelände den „Gewerbepark Rothemühle“ mit Firmen-, Lager und Eventpark zu errichten (die SZ berichtete mehrfach). Auch Bernd Hesse, Inhaber und Geschäftsführer des Verpackungsunternehmens SiBO mit Sitz in Gerlingen, hat eine Bewerbung eingereicht. Das Gleiche gilt für das Unternehmen IPC Vermögensanlagen GmbH aus Köln, das die sogenannte „Olper Mitte“ Mitte der 2000er-Jahre an der Stelle des ehemaligen Ring-Kaufhauses im Zentrum der Kreisstadt errichtete. Außerdem bewirbt sich die Pyramis Immobilien Entwicklungs GmbH aus Münster. Diese vier Bewerber erhalten nun die Zeit, bis zum 31. Dezember dieses Jahres Konzepte einzureichen. Zur Bewertung derselben hat die Verwaltung eine Matrix erarbeitet, die am Montag im HFA zur Abstimmung gestellt wird. Hier benennt die Gemeindeverwaltung Themenschwerpunkte, für die eine gewisse Zahl an Punkten vergeben wird. Die Punktevergabe soll letztlich den Verkauf des gesamten Areals maßgeblich beeinflussen. Wie berichtet, fordert die Gemeinde einen Mindestpreis von 2,1 Millionen Euro für das 2018 für den in etwa gleichen Preis erworbene Gelände mit allen Immobilien.

Die in der Verwaltung entworfene Matrix erinnert stark an die Schwerpunkte des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (Isek), das der Rat nach dem Willen der Verwaltung im Mai absegnen sollte, dies aber nicht tat. Stattdessen beschloss der Gemeinderat auf Antrag der CDU mehrheitlich, besagte Konzeptvergabe zu starten. Bemerkenswert ist hierbei, dass die Gemeinde im Frühjahr zur „detaillierten Ausarbeitung der Konzeptvergabe“ die Kanzlei Wolter/Hoppenberg aus Hamm beauftragte. Anwalt und Partner dieser Kanzlei ist unter anderem Michael Hoppenberg, der zugleich Geschäftsführender Gesellschafter der Pyramis Immobilien Entwicklungs GmbH ist und der deren Bewerbung zur Teilnahme an der Konzeptvergabe der Gemeinde Wenden unterschrieben hat.

Mit dem Tag des Bewerbungseingangs, das bestätigt Bürgermeister Bernd Clemens auf Anfrage der SZ, ist die Zusammenarbeit mit der Kanzlei Wolter/Hoppenberg in diesem Themenkomplex beendet worden. Es sei auch nicht Michael Hoppenberg persönlich gewesen, der die Gemeinde bei der Konzeptvergabe beraten habe. Am Rande notiert: Rechtsanwalt Frank Beckehoff, der ehemalige Landrat des Kreises Olpe, ist sowohl für die Kanzlei Wolter Hoppenberg als auch für Pyramis tätig.

Bemerkenswert ist ferner, dass Pyramis zwar die Bewerbung eingereicht hat, darin aber ankündigt, eine Gesellschaft für das Projekt in Rothemühle zu gründen. Mitgesellschafter soll die Sparkasse Olpe-Drolshagen-Wenden werden. Träger der Sparkasse ist der Sparkassenzweckverband der Städte Olpe und Drolshagen sowie der Gemeinde Wenden, dem alle drei Kommunen als Mitglieder angehören. Mitglied im Verwaltungsrat des Sparkassenzweckverbands ist der Wendener Bürgermeister, Bernd Clemens.

Diese Zusammenhänge führen zu kritischen Fragen und besagten glühenden Telefonleitungen. Der SZ ist bekannt, dass mindestens ein Mitbewerber die Vorgänge juristisch prüfen lässt. Auch seitens der Politik wurden und werden nach Informationen der SZ kritische Nachfragen gestellt, zum Beispiel, ob dieses Vergabeverfahren unter den Voraussetzungen überhaupt noch rechtssicher ist.
Diesbezüglich hat die Gemeindeverwaltung eine weitere, bislang nicht involvierte Anwaltskanzlei eingeschaltet, um die Vorgänge juristisch zu prüfen. „Wir wollen, dass alles hieb- und stichfest ist“, so Bürgermeister Bernd Clemens.

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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