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Vorhaben in Gerlingen
Ausschuss stimmt für Amazon-Ampelanlage

Diese Visualisierung zeigt im Vordergrund des geplante Verteilzentrum und rechts daneben das Parkhaus. Ferner sind die zahlreichen anderen Firmenkomplexe im Industriegebiet „Auf der Mark“ zu sehen, deren Verkehre alle über die Ludwig-Erhard-Straße auf die L512 und umgekehrt geleitet werden. Die Einmündung liegt im Bereich der Autobahnbrücke im Hintergrund.
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  • Diese Visualisierung zeigt im Vordergrund des geplante Verteilzentrum und rechts daneben das Parkhaus. Ferner sind die zahlreichen anderen Firmenkomplexe im Industriegebiet „Auf der Mark“ zu sehen, deren Verkehre alle über die Ludwig-Erhard-Straße auf die L512 und umgekehrt geleitet werden. Die Einmündung liegt im Bereich der Autobahnbrücke im Hintergrund.
  • Foto: Panattoni
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

hobö Wenden/Gerlingen. Selten sorgt eine geplante Ampelanlage für solche Diskussionen inner- wie außerhalb des Wendener Rathauses. Doch das Vorhaben an der Einmündung von der Landesstraße 512 in das Industriegebiet „Auf der Mark“ bei Gerlingen weckt Emotionen, bis hin zur Ankündigung von SiBO-Chef Bernd Hesse, sein Unternehmen womöglich verlagern zu wollen (die SZ berichtete).
Amazon-Ampelanlage sorgt für mächtig Zoff
Die verschiedenen Ansichten offenbarten sich überdies in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses (BPA) der Gemeinde Wenden. Am Ende einer 75-minütigen Debatte votierte der BPA mehrheitlich für die Ampelanlage. Die Entscheidung fällt am nächsten Mittwoch im Gemeinderat.

hobö Wenden/Gerlingen. Selten sorgt eine geplante Ampelanlage für solche Diskussionen inner- wie außerhalb des Wendener Rathauses. Doch das Vorhaben an der Einmündung von der Landesstraße 512 in das Industriegebiet „Auf der Mark“ bei Gerlingen weckt Emotionen, bis hin zur Ankündigung von SiBO-Chef Bernd Hesse, sein Unternehmen womöglich verlagern zu wollen (die SZ berichtete).

Amazon-Ampelanlage sorgt für mächtig Zoff

Die verschiedenen Ansichten offenbarten sich überdies in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses (BPA) der Gemeinde Wenden. Am Ende einer 75-minütigen Debatte votierte der BPA mehrheitlich für die Ampelanlage. Die Entscheidung fällt am nächsten Mittwoch im Gemeinderat.

Amazon sorgt in Gerlingen für 4200 zusätzliche Fahrzeugbewegungen

Zu Beginn der Sitzung wurde erneut die Verkehrsanalyse vorgestellt, die Panattoni in Auftrag gegeben hat – also jenes Unternehmen, das das geplante Amazon-Verteilzentrum und das Parkhaus in dem Industriegebiet errichtet und dem Online-Versandhändler vermietet. Die Ergebnisse sind bereits in der Online-Informationsveranstaltung zu dem gesamten Vorhaben vorgestellt worden (die SZ berichtete). Die Analyse hat lediglich die Auswirkungen der Amazon-Ansiedlung auf die oben beschriebene Einmündung zum Inhalt und kommt zum Fazit, dass mangels Platz für einen Kreisverkehr eine Ampelanlage vonnöten ist. Schließlich sorgt allein Amazon in Spitzenzeiten täglich für bis zu knapp 4200 zusätzliche Fahrzeugbewegungen an dieser Einmündung.

Ampel kostet bis zu 100.000 Euro

Ohne die Ampelanlage, ist sich Markus Hohmann sicher, würde der Verkehr an dieser Stelle künftig kollabieren. Diesbezüglich verweist der Leiter des Fachbereichs Bauen und Stadtentwicklung im Wendener Rathaus auf ähnliche Aussagen von Straßen NRW und dem Planungsbüro IVV Aachen, die die Angaben des von Panattoni beauftragten Gutachterbüros Inros Lackner aus Hannover bestätigten.
Hohmann erklärte in der BPA-Sitzung, dass der Bau der Ampelanlage sowie eine Aufweitung einer Rechtsabbiegespur aus dem Industriegebiet mit Straßen NRW als „Besitzer“ der L 512 geregelt werde. „Und alles was bezahlt werden muss, werden wir vertraglich mit Panattoni regeln und an die abtreten.“ Die Kosten werden im Übrigen auf rund 80.000 bis 100.000 Euro geschätzt.
Dass die Vorhabenträger diese Kosten übernähmen, machte Hohmann klar, lege ja in deren Interesse: „Die wollen mit ihren Fahrzeugen aus dem Industriegebiet herauskommen.“

"Das ganze Gebiet braucht die Ampel"

Daher trug Robert Dornseifer (SPD) sein Missfallen vor: „Ich habe das Gefühl, dass wir hier nur was zum Vorteil von Amazon schaffen, aber zum Nachteil der Verkehrsteilnehmer auf der Landesstraße und für Gerlingen.“ Die Ampel sorge auf der  512 für weitere Rückstaus. Den Gedanken habe er auch gehabt, räumte Markus Hohmann ein. Aber von der Ampel profitierten auch alle Mitarbeiter und Verkehre der vielen anderen Betriebe im Industriegebiet. Ohne Ampel würde sich der übliche Rückstau auf der Ludwig-Erhard-Straße durch Amazon verdoppeln.
Dies bekräftige Elmar Holterhof, Fraktionschef der Grünen. Nur für Amazon wäre er gegen eine Ampel, aber das ganze Gebiet brauche die Anlage. Ansonsten bräuchte man zuweilen acht bis zehn Minuten, um aus dem Industriegebiet auf die L512 zu gelangen. „Die Gerlinger aber können einem nur noch leid tun.“ Der Ort werde zukünftig immer „dicht“ sein.

Ein "Ja" im Gemeinderat kein Selbstläufer

Dieter Stracke (CDU) monierte derweil die nicht kompatiblen Ampelanlagen verschiedener Hersteller in und um Gerlingen herum. „Wir fliegen auf den Mars, aber eine grüne Welle kriegen wir nicht hin.“ Im Ortskern von Gerlingen reiche ein Auto von der Elbener Straße, um den Verkehr auf der L512 minutenlang zum Stillstand zu bringen. Hier müssten Verbesserungen geschaffen werden.
Dies ist auch ein Grund, warum die Gemeindeverwaltung eine „Verkehrsflussanalyse“ für die gesamte Ortsdurchfahrt von Gerlingen und die belasteten Knotenpunkte in Auftrag geben möchte. Einstimmig votierte der BPA für diese Analyse, ergänzte den Verwaltungsvorschlag aber um den Passus, die Kosten von rund 20 000 Euro ebenfalls an den Vorhabenträger zu übertragen.
Ein Antrag der SPD, zuerst die Analyse zu erstellen und dann pro oder contra Ampelanlage zu beschließen, wurde mit 4:5-Stimmen bei zwei Enthaltungen abgelehnt. Für den Bau der Ampelanlage votierten dann sieben Politiker bei vier Nein-Stimmen. Da quer durch alle vier Fraktionen Befürworter und Gegner der Anlage zu finden waren, dürfte im Gemeinderat ein „Ja“ für die Ampelanlage kein Selbstläufer sein.

Diese Visualisierung zeigt im Vordergrund des geplante Verteilzentrum und rechts daneben das Parkhaus. Ferner sind die zahlreichen anderen Firmenkomplexe im Industriegebiet „Auf der Mark“ zu sehen, deren Verkehre alle über die Ludwig-Erhard-Straße auf die L512 und umgekehrt geleitet werden. Die Einmündung liegt im Bereich der Autobahnbrücke im Hintergrund.
Von der Einmündung des Industriegebiets „Auf der Mark“ führt die L512 auf direktem Wege nach Freudenberg ins Siegerland sowie durch Gerlingen nach Olpe und zum Autobahnkreuz Olpe-Süd.
Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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