Bäumen an Mühlenstraße soll es an den Kragen gehen

SPD und Anlieger beklagen zu großen Schattenwurf

hobö Wenden. Des einen Freud des anderen Leid. So könnten in Wenden die Laubbäume an dem südlichen Ufer der Mühlenstraße in Wenden eingestuft werden. Denn während sich manch einer an dem satten Grün der Uferbepflanzung erfreut, formiert sich auf der anderen Seite der Mühlenstraße geballter Baum-Widerstand. Dieser Tage nämlich flatterte ein gemeinsamer Antrag einiger Bürger sowie der SPD-Fraktion im Gemeinderat in den Briefkasten des Wendener Rathauses. Tenor: Die Bäume sind zu hoch, werfen zu viel Schatten und sollten gekürzt werden.

Am Dienstag beschäftigte sich der Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde mit dem Bürger-/SPD-Antrag. Schließlich ist dieser Ausschuss für derartige Beschwerden und Anregungen zuständig. Statt jedoch – wie von der Gemeindeverwaltung vorgeschlagen und sonst auch üblich ––den Antrag an den fachlich zuständigen Umweltausschuss zu verweisen, nutzten einige Politiker die Chance zur Meinungsäußerung.

Mehr als 50 Prozent der Anlieger, begründete Lutz Schabelon von der SPD-Fraktion den Antrag, seien dafür, die Bäume auf »annehmbare Länge« zu beschneiden. Die Beschattung sei zu groß. Möglichst, so der Hünsborner SPD-Politiker, sollte die Beschneidung noch vor dem Herbst durchgeführt werden.

Üblicherweise, belehrte Bürgermeister Peter Brüser, führe man eine solche Maßnahme nicht während der Vegetationsphase, sondern erst im Herbst durch. Überdies wollte er den Inhalt des Antrages nicht teilen. Kürzlich noch hätte ein Professor im Zusammenhang mit dem Wendebachtal-Projekt (die SZ berichtete) den ökologischen Wert der Bepflanzung an der Mühlenstraße hervorgehoben. Brüser ist sicher außerdem sich, dass »wir bei einer großen Mehrheit des Bevölkerung auf Widerstand stoßen, wenn wir diesen Gehölzstreifen angreifen würden«. Außerdem könne doch wohl kaum gemeint sein, die Baumkronen einfach auf eine Länge hin abzuschneiden.

Bernhard Hennecke (CDU) berichtete, dass die Häuser im Sommer gar nicht im Schatten stünden. Und CDU-Fraktionschef Manfred Meurer kündigte an, dass dieses Thema im Rahmen des Projektes zur Verschönerung des Wendebachtales entschieden würde: »Vorher gibt es keinen Beschluss.«

Gemeinde-Baudezernent Reiner Jung wunderte sich derweil über den Antrag. Das sei zwar kein unbekanntes Thema, aber erst vor zwei Jahren sei das Gehölz am Mühlenstraßen-Ufer intensiv durchforstet und stark »ausgelichtet« worden. Überdies hätten den Antrag »etliche unterschrieben, die an der Arnoldistraße wohnen und gar nicht betroffen sind«. Das Argument der Verschattung zähle für ihn nicht, erklärte Jung und vermutete, dass eher die Laubbelästigung im Herbst Grund für den Antrag sei.

Sei’s drum: Der Haupt- und Finanzausschuss verwies letztlich den Antrag zur Beratung in den Umweltausschuss und empfahl, »zur Beurteilung des Zustands der Bäume und Durchführung weiterer Maßnahmen fachlichen Rat einzuholen«.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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