Bau des Besucherzentrums läuft

Bürgermeister Brüser nahm an Wendener Hütte mit Baggerhilfe ersten »Spatenstich«–vor

rudi Wendenerhütte. Die Wendener Hütte ist eines der bedeutensten Denkmäler der Eisenverhüttung im mitteleuropäischen Raum und lockt pro Saison 10000 Besucher an. Nunmehr soll sie ein neues Erscheinungsbild erhalten – eines, das sich an der einstigen Gebäudestruktur orientiert und somit näher an das historische »Original« rückt. Bereits seit mehr als vier Wochen sind die Arbeiten für das Besucherzentrum in vollem Gange. Am Samstagnachmittag stellten Museumsleiterin Monika Löcken, Bürgermeister Peter Brüser, Landrat Frank Beckehoff sowie der planende Architekt, Josef Theile, das Vorhaben vor. »Es ist sicherlich einiges, was hier passiert«, betonte Bürgermeister Peter Brüser, als er auf die geplanten Baumaßnahmen an Wendens bekanntestem Denkmal einging, die zusammen mit dem Westfälischen Museumsamt in Münster ausgearbeitet wurden.

Bis Ende des Jahres soll an der Wendener Hütte ein neues Besucherzentrum entstehen, das durch Multifunktionalität, vor allem aber durch seine Nähe zur historischen Ausgangssituation begeistern soll. Entgegen dem heutigen Bild wies die Wendener Hütte einst nämlich eine hofartige Struktur auf, an deren nördlichem »Kopf« das Haus des Hüttenverwalters vor einem zweizeiligen Gebäudekomplex stand. Nachdem das Haus des Hüttenverwalters, die »alte Faktorei«, 1898 einem Brand zum Opfer fiel, ging auch die ursprüngliche Gebäudestruktur verloren. Nunmehr soll das alte Erscheinungsbild wieder hergestellt werden. Auf den Resten der »alten Faktorei«, deren Grundmauern noch im Erdreich zu finden sind, soll an gleicher Stelle ein neues Gebäude entstehen, das im Untergeschoss Platz für Vorträge oder kleinere Ausstellungen bietet und im Obergeschoss eine Dauerausstellung beheimaten soll.

Die »Reanimation« der ursprünglichen Siedlungsstruktur wird aber vor allem durch die Vernetzung der »alten Faktorei« mit dem so genannten »Dampfkesselhaus« gewährleistet, deren Giebel zueinander stehen sollen. Erst durch den Erwerb des Dampfkesselhauses und dessen näherer Umgebung kam der durch den Museumsverein lang erstrebte »Umbau« der Wendener Hütte 1999 verstärkt ins Rollen.

Lange Zeit wurde das Dampfkesselhaus als Wohnhaus genutzt – ein Umstand, der nunmehr zusätzliche Arbeit bedeutet. Nach und nach muss die alte Fassade nun nämlich vom Putz befreit werden, um ihr altes Aussehen wiederzuerlangen. Künftig soll das Haus einen Aufenthaltsraum im Untergeschoss sowie Ausstellungsraum, Lagerraum, Büro und Werkstatt auf oberer Ebene beinhalten. Verbunden werden beide Gebäude durch einen gänzlich neuen Glasbau, der das »Eingangstor« zur Wendener Hütte darstellt. Er ist Anfang bzw. Ende eines Rundweges entlang der einzelnen Museumsstationen und bietet Caféteria, Museumsshop sowie im oberen Bereich Kabinett- und Wanderausstellungen Platz. Der Verbindungsbau markiert gleichzeitig einen historischen Aspekt: Er überspannt einen alten Fuhrweg, auf dem Transporte zur Eisenhütte gelangten und somit von höchster Bedeutung für den Ziel- und Quellverkehr war. Zuletzt verlief auf diesem alten Fuhrweg ein Radweg. Mit seiner Verlagerung auf die gegenüberliegende Seite, wo nach Anschüttung von Erdmaterial eine Flachrampe entstehen soll, wird einer von drei grundlegenden Schritten zur »Reanimation« der historischen Gebäudesituation gemacht.

Neben der Verlagerung des Radweges sowie der Errichtung des neuen Besucherzentrums beinhalten die Baumaßnahmen auch ein Verlegen des Parkplatzes, der bis dato das Terrain der einstigen Faktorei überlagerte. Rund 900000e Kosten zieht das gesamte Projekt nach sich. Mehr als 310000e finanziert der Museumsverein dabei aus Eigenmitteln und Spenden. Rund 270000e erhält man zudem aus Zuwendungen des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe; mit einem einmaligen Zuschuss von jeweils 160000e beteiligen sich die Gemeinde Wenden sowie der Kreis Olpe mit Geldern, die zinslos, jedoch unter Einsparung allgemeiner jährlicher Haushaltszuschüsse des Museums bereitgestellt werden. Somit kann die Baumaßnahme ohne Beanspruchung eines Kredits durchgeführt werden.

Nach Abklingen der Frühjahrsfröste laufen die Arbeiten zum neuen Besucherzentrum nunmehr auf Hochtouren. Nachdem die notwendigen Bodenerkundungen durchgeführt werden – zum Teil weist das Terrain massive Felsformationen auf – schritt man mit Hilfe des Technischen Hilfswerkes zu Werke. Dieses ist eine von vielen Organisationen und Betrieben, die »Spenden« in Form von Material und Arbeitskräften in die Maßnahme einbringen. Mit Hilfe des THW wurde bereits ein neuer Parkplatz angelegt. Nunmehr konzentrieren sich die Katastrophenhelfer auf das Verlegen des Radwegs sowie das Ausheben der Baugrube. Somit hoffen die Verantwortlichen, bis Juli die Bodenplatte für das neue Besucherzentrum legen zu können. Im Winter sollen voraussichtlich alle Arbeiten abgeschlossen sein.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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