Kritik an Schulschließung
"Bauen das, was wir aufgegeben haben"

Die Schließung der Grundschule Ottfingen ist bei vielen im Ort immer noch nicht verschmerzt.
  • Die Schließung der Grundschule Ottfingen ist bei vielen im Ort immer noch nicht verschmerzt.
  • Foto: Archiv
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

win Wenden/Ottfingen. Viel Lob gab es am Mittwoch im Gemeinderat für das, was der Arbeitskreis Grundschulen geleistet hat. Wie berichtet, hatte das Gremium unter Leitung von Catrin Stockhecke-Meister (SPD) das Konzept entwickelt, das die Fortentwicklung der Grundschulstandorte im Gemeindegebiet regeln soll. Mit großer Mehrheit hatte der Fachausschuss dem Rat empfohlen, statt eines zentralen Neubaus für die Standorte Wenden und Rothemühle alle vier derzeitigen Standorte (Wenden, Gerlingen, Hünsborn, Rothemühle) auszubauen und weiterzuentwickeln.

Das fand auch im Rat Zustimmung. Allerdings nicht ohne eine kurze Wortmeldung, die Rückblick hielt. Ludger Wurm (CDU) erklärte, er habe sich bereits im Fachausschuss enthalten „und werde das auch heute tun“. Denn die Gemeinde befinde sich nun in der Situation, dass „wir fünf Jahre nach der Schulschließung in Ottfingen praktisch genau den neuen Schulraum schaffen, den wir damals geschlossen haben.“

"Es bleibt fraglich, ob das alles den faktischen Hintergrund hatte, der behauptet wurde."
Ludger Wurm
CDU

Damals habe der Bürgermeister erklärt, Ottfingen könne aufgegeben werden, die Gemeinde werde in absehbarer Zeit keinen weiteren Schulraum benötigen. „Daran möchte ich erinnern. Die Beantragung kam aus diesem Haus, und es bleibt fraglich, ob das alles den faktischen Hintergrund hatte, der behauptet wurde. Wir haben einen Standort geschlossen und bauen jetzt das an, was wir aufgegeben haben. Die Erklärung der Bevölkerung gegenüber muss erfolgen.“

Vielleicht würde heute anders entschieden...

Bürgermeister Bernd Clemens (CDU) stimmte Wurm zum Teil zu: „Mit dem Wissen von heute hätten wir vor fünf Jahren möglicherweise eine andere Entscheidung gefällt. Mittlerweile ist viel passiert, es gibt deutlich mehr Kinder, unter anderem durch den Zuzug von Flüchtlingskindern, eine deutlich höhere Geburtenrate und den Anspruch auf einen Ganztagsplatz. Das war 2016 alles noch nicht abzusehen. Unser Blick sollte heute in die Zukunft gehen.“

Er sprach dem Ausschuss wie dem Arbeitskreis „Respekt und Anerkennung für ihren großartigen Einsatz“ aus. Bei vier Enthaltungen wurde das Konzept einstimmig zum Beschluss erhoben, die Gemeinde kann nun die Planungen angehen, um insgesamt über 10 Millionen Euro in den Ausbau der vier Grundschulstandorte zu investieren.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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