Beifallsstürme für Sauerlandtheater

Gelungene Premiere von »Der keusche Lebemann« / Weitere Aufführungen nächste Woche

rudi Wenden. Mit der Premiere seines neuesten Theaterstücks feierte das »Sauerlandtheater Hillmicke« am Samstagabend wieder einen Erfolg auf ganzer Linie. Die Plätze in der Aula der Konrad-Adenauer-Schule waren restlos ausverkauft. Nach mehr als zwei Stunden Spielzeit ernteten die Laienschauspieler die Früchte ihrer Mühen. Tosende Begeisterungsstürme zollten ihnen die Gewissheit, dass auch »Der keusche Lebemann« an die früheren Erfolge anknüpft.

Bereits in der Vergangenheit bewiesen die Akteure des Sauerlandtheaters eindrucksvoll, dass ihre Fähigkeiten auf den »Brettern, die die Welt bedeuten« keinesfalls anspruchsloser als bei einem professionellen Theater sind. Dieser Ruf eilte der Truppe um den Regisseur und Vorsitzenden, Gerd Müller, auch dieses Jahr wieder voraus – in einem Maß, das fast den Rahmen sprengte. So spendeten die Zuschauer derart viel Applaus, dass ein zügiger Abspann des Werkes von Franz Arnold und Ernst Bach zum Teil nicht möglich war. Jeder einzelne Darsteller wurde mit Begeisterungsstürmen auf der Bühne willkommen geheißen.

Manches Mal hatten die Schauspieler ihre Mühe, gegen diesen Geräuschpegel anzureden. Doch: Nicht umsonst zeigte sich das Publikum derart hingerissen. Die Hillmicker hatten wieder jedes Register gezogen, um die Premiere perfekt zu gestalten. Neben schauspielerischem Talent fielen dabei vor allem die vielen winzigen Details ins Auge, die man rund um den Drei-Akter initiiert hatte. So hatte man beim Bühnenbild an nichts gespart: Statt Pappwänden und provisorischem Mobiliar stellte man ein »reales« Wohnzimmer auf, das selbst beim Blick aus dem dahinter gelegenen Fenster nicht als »unecht« entlarvt werden konnte: Grüne Tannen und Wiesen stachen dem Betrachter ins Auge. Das gesamte Equipment wurde höchsten Ansprüchen gerecht: Zahlreiche Requisiten hauchten dem humorvollen Schwank Leben ein.

In erster Linie waren es jedoch die Schauspieler, die das Bühnenwerk wieder zu einem einmaligen Abend werden ließen. Die emsigen Proben auf der »Hühnerfarm« zahlten sich aus. Dabei hatte dieses Mal der »Meister« selbst Hand angelegt. Gerd Müller, der als Regisseur bisher zumeist im Hintergrund agierte, hatte mit Julius Seibold eine der Hauptrollen übernommen. Und er bewies, dass er seine Sache auch auf der Bühne brillant meistert – wie auch die übrigen zehn Schauspieler, die beim »keuschen Lebemann« das Parkett enterten.

Denn neben einer ausdrucksvollen Mimik und Gestik beherrschten die Schauspieler auch die Intonation der einzelnen Textpassagen nahezu perfekt. Das Sauerlandtheater hatte wieder ganz den Geschmack des Publikums getroffen – auch in Bezug auf die Thematik. Kaum ein anderer Bereich lässt sich schließlich so humorvoll und illuster ausschmücken, wie die »Jagd« nach dem geeigneten Ehemann für die eigene Tochter. Das ist es, was den Kern der Geschichte darstellt: Um einen unliebsamen Umwerber seiner Tochter Gerty (Diana Herbig) zu vergraulen, versucht Fabrikant Julius Seibold (Gerd Müller) seinen Kompagnon Max Stieglitz (Wilfried Breidebach) als interessanten »Lebemann« zu präsentieren.

Da dieser jedoch alles andere als interessant ist, und in keiner Hinsicht dem Bild eines charmanten Mannes entspricht, stellt sich dieses Unterfangen als äußerst schwierig heraus. Nicht zuletzt, weil er noch nie eine Liebschaft hatte. Dabei legen sowohl Regine Seibold (Ingrid Solbach), die Gattin des Fabrikanten , als auch Tochter Gerty äußersten Wert auf Manieren und Charisma. Natürlich sind da manche Reibereien vorprogrammiert. Auch, weil die Verdächtigungen der Gattin, die Seibold eine Affäre unterstellt, die Umsetzung des Planes stetig erschweren.

Allein die Geschichte verspricht also ein turbulentes Bühnenwerk, das am kommenden Wochenende abermals zwei Mal zur Aufführung gebracht wird. Wer die Vorstellungen am Wochenende noch nicht gesehen hat, sollte sich nicht die Möglichkeit entgehen lassen, den »keuschen Lebemann« in den folgenden Aufführungen zu erleben. Der Applaus der begeisterten Zuschauer am Samstag drückte diese Empfehlung zumindest aus.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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