"Bello" dürfte sehr bald teurer werden

Diesen drei in Möllmicke beheimateten Australian Shepherds ist die Erhöhung der Hundesteuer in der Gemeinde Wenden vermutlich schnuppe. Ihren Haltern hingegen dürfte sie weit weniger gefallen.  Foto: yve
  • Diesen drei in Möllmicke beheimateten Australian Shepherds ist die Erhöhung der Hundesteuer in der Gemeinde Wenden vermutlich schnuppe. Ihren Haltern hingegen dürfte sie weit weniger gefallen. Foto: yve
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hobö - In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Montagabend wurden
die anvisierten Erhöhungen ohne Aussprache einstimmig von den
Politikern befürwortet. In der gestrigen Sitzung des Gemeinderates aber
gab es eine ausgiebige Diskussion über das Für und Wider und vor allem
über die detaillierte Ausgestaltung der Hundesteuer. Letztlich einigte
man sich darauf, dass Thema in einer baldigen Sitzung der vier
Fraktionsvorsitzenden erneut aufs Tapet zu bringen und
Lösungsvorschläge zu erarbeiten. In der November-Sitzung des
Gemeinderates könnte dann eine Entscheidung fallen.

1154 Hunde gemeldet

Derzeit sind in der Gemeinde Wenden exakt 1154 Hunde angemeldet. Doch
"Bello" ist nicht gleich "Bello" - auch steuerrechtlich nicht. Die
Abgabe richtet sich nicht nach der Größe oder Schwere des Vierbeiners,
sondern nach der Anzahl der Hunde, die von einer Person oder mehreren
Personen gehalten werden.

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Der Vorschlag der Gemeindeverwaltung sieht vor, dass mit Inkrafttreten
der neuen Steuerbemessung für einen Hund 54 Euro (bislang 48 Euro) pro
Jahr an die Kommune bezahlt werden. Bei zwei "Wauwaus" sollten für
jeden einzelnen künftig 66 Euro (60 Euro) überwiesen werden. Bei drei
oder mehreren Hunden müssten deren Halter, wird das Ansinnen der
Verwaltung doch noch angenommen, für jeden einzelnen "Pfiffi" ab Januar
78 Euro (72 Euro) berappen.

Kreisweit geringe Unterschiede

Kreisweit sind die Hundesteuern in den sieben Kommunen unterschiedlich
hoch, derzeit bewegen sie sich zwischen 40 und 56 Euro für einen Hund,
zwischen 51 und 68 Euro pro Hund bei insgesamt zwei der bellenden
Vierbeiner und zwischen 60 und 80 Euro pro Hund bei drei oder mehreren
"Feuchtnasen" in einem Haushalt. Insofern ist die Gemeinde Wenden der
Auffassung, dass die neuen Steuersätze immer noch in einem für das
Kreisgebiet üblichen Rahmen liegen.Die Hundesteuer in der Gemeinde
Wenden sei außerdem seit nunmehr neun Jahren unverändert geblieben. Die
bis dato letzte Steueranhebung erfolgte den Angaben aus dem Rathaus
zufolge zum 1. Januar 2002. Der Beschluss der neuerlichen Anhebung
entspräche einer jährlichen Erhöhung in diesem Zeitraum um 1,39 Prozent
(ca. 0,67 Euro).Nach Ansicht der Gemeinde Wenden sollte die Entwicklung
der Hundesteuersätze "nicht wesentlich hinter der allgemeinen
Preissteigerung zurückstehen". Schließlich verfolge die Hundesteuer
"den ordnungspolitischen Zweck einer Eindämmung der Hundehaltung", wie
die Verwaltung in der Sitzungsvorlage für den Gemeinderat
formuliert.Stephan Niederschlag, Vorsitzender der SPD-Fraktion, schlug
in der gestrigen Sitzung überraschend eine Änderung vor. So wolle die
SPD beantragen, die Steuern für nur einen Hund pro Haushalt bei 60 Euro
zu belassen. Oft habe ein einzelner Vierbeiner eine soziale Funktion
beispielsweise bei älteren Menschen. Dafür aber wies Niederschlag auf
Gemeinden hin, die erheblich höhere Steuern für "gefährliche Hunde"
einforderten. Höhere Kosten würden möglicherweise davon abhalten,
solche Hunde zu kaufen, insofern diene eine höhere Steuerlast auch der
Prävention.Letzteren Vorschlag könne die UWG mittragen, erklärte deren
Fraktionsvorsitzender Ulrich Heinrich. Zeitgleich forderte er, die
Steuerbelastung für zwei Hunde auf 75 Euro pro Tier und bei drei Hunden
auf 90 Euro pro "Wauwau" zu erhöhen.Bürgermeister Peter Brüser mahnte
an, zwischen "gefährlichen Hunden" und "Kampfhunden" zu unterscheiden.
Jedenfalls stufte er eine besondere Besteuerung für bestimmte Rassen
als sehr schwierig ein. "Das ist ein sensibles Thema, eine
Rassendiskriminierung bei Hunden wird für reichlich Diskussionsstoff
sorgen." Wer lege überhaupt fest, was und wer gefährlich ist, fragte
Brüser in die Runde. Letztlich folgte man dem Vorschlag des
Bürgermeisters, in einer ohnehin anberaumten Sitzung der vier
Fraktionsvorsitzenden über die Thematik zu beraten. Bis dahin wolle er
Informationen beispielsweise zu einer besonderen Besteuerung bestimmter
Hunderassen einholen. "Wir sollten hier keinen Schnellschuss machen",
wies Brüser abermals auf die Sensibilität dieses Themas hin.Bei der
gesamten Steuerdiskussion wurde auch eine Debatte über Behälter für
Hundekot-Tüten vom Zaun gebrochen. Jochen Sauermann von der SPD schlug
vor, zusätzliche Boxen aufzustellen. Dies wiederum brachte
CDU-Fraktionschef Hubertus Zielenbach in Rage: "Ich sehe nicht ein,
dass wir dafür öffentliche Gelder verschwenden." Im Baumarkt könne man
für 2 Euro 500 Tüten kaufen. Der Hundehalter habe selbst dafür zu
sorgen, dass sich sein "Bello" nicht überall auslasse. An diesen Boxen,
so Hubertus Zielenbach, habe er das Gefühl, dass die Leute massenhaft
Tüten entnehmen, um Eisbeutel daraus zu machen - nicht aber um
Würstchen einzusammeln.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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