SZ

Neue Rettungswache:
Bereits mehr als 700 Einsätze gefahren

Notfallsanitäter Stephan Zeppenfeld, der Leiter der Rettungswache Olpe, Patrick Becker, Kreisdirektor Theo Melcher und Notfallsanitäter Marcus Gummersbach (v. l.) gaben der SZ eine erste Zwischenbilanz nach 150 Tagen Rettungswache in Gerlingen.  Foto: hobö
  • Notfallsanitäter Stephan Zeppenfeld, der Leiter der Rettungswache Olpe, Patrick Becker, Kreisdirektor Theo Melcher und Notfallsanitäter Marcus Gummersbach (v. l.) gaben der SZ eine erste Zwischenbilanz nach 150 Tagen Rettungswache in Gerlingen. Foto: hobö
  • hochgeladen von Holger Böhler (Redakteur)

hobö Gerlingen. „Das ist ein besonderer Tag für die Gemeinde Wenden“, frohlockte Bürgermeister Bernd Clemens am 21. Februar. Diese Worte wählte er aber nicht, weil er an diesem Tag seinen 53. Geburtstag begehen durfte, sondern weil an diesem Tag zum ersten Mal auf dem Boden der Kommune eine Rettungswache ihrer Bestimmung übergeben wurde. Kreisdirektor Theo Melcher überantwortete das neue Gebäude an der Kreuztaler Straße (Landesstraße 714) in Gerlingen an den Leiter der Rettungswache Olpe, Patrick Becker.

Drei Tage später nahm die Rettungswache Gerlingen als Nebenstelle der Olper ihren Betrieb auf, um fortan die Erst- bzw. Notfallversorgung insbesondere in der Gemeinde Wenden erheblich zu verbessern.

Wie sehen die ersten Erfahrungen in und mit der neuen Einrichtung aus?

hobö Gerlingen. „Das ist ein besonderer Tag für die Gemeinde Wenden“, frohlockte Bürgermeister Bernd Clemens am 21. Februar. Diese Worte wählte er aber nicht, weil er an diesem Tag seinen 53. Geburtstag begehen durfte, sondern weil an diesem Tag zum ersten Mal auf dem Boden der Kommune eine Rettungswache ihrer Bestimmung übergeben wurde. Kreisdirektor Theo Melcher überantwortete das neue Gebäude an der Kreuztaler Straße (Landesstraße 714) in Gerlingen an den Leiter der Rettungswache Olpe, Patrick Becker.

Drei Tage später nahm die Rettungswache Gerlingen als Nebenstelle der Olper ihren Betrieb auf, um fortan die Erst- bzw. Notfallversorgung insbesondere in der Gemeinde Wenden erheblich zu verbessern.

Wie sehen die ersten Erfahrungen in und mit der neuen Einrichtung aus? Diese Frage stellte die SZ gestern Theo Melcher, Patrick Becker sowie den beiden Notfallsanitätern Stephan Zeppenfeld und Marcus Gummersbach. In den rund 150 Tagen seit Inbetriebnahme fuhren die Mitarbeiter des Rettungsdienstes des Kreises Olpe schon mehr als 700 Einsätze von Gerlingen aus. Die Fahrten gingen nicht nur zu Örtlichkeiten in der Gemeinde Wenden, sondern auch in andere Kommunen, sofern dort die Hilfe gebraucht wurde.

Der Hauptgrund für den Kreis Olpe, rund 2 Millionen Euro in die Rettungswachen-Nebenstelle zu investieren, war, die Eintreffzeit vor allem in der Gemeinde Wenden zu verkürzen. Dass dies von enormer Bedeutung ist, zeigte sich vor knapp zwei Wochen. Denn an jenem Tag rückten die Notfallsanitäter in die südliche Gemeinde Wenden aus und retteten mit ihrem beherzten Einsatz ein Menschenleben. „Wären wir von von Olpe angefahren, wären wir zu spät gekommen“, ist sich Notfallsanitäter Marcus Gummersbach sicher. „Das hätte nicht mehr gepasst.“

Noch in diesem Jahr werde der Rettungsdienstbedarfsplan neu aufgestellt, erklärt derweil Theo Melcher. Darin werde detailliert deutlich, wie sich die Rettungswache Gerlingen auf die Eintreffzeiten ausgewirkt habe. „Ich bin mir sicher, dass es sich bemerkbar gemacht hat“, so der Kreisdirektor.

Die Rettungswache in Gerlingen ist zur medizinischen Erst- bzw. Notfallversorgung 24 Stunden mit zwei diensthabenden Mitarbeitern und mindestens einem Rettungstransportwagen besetzt respektive bestückt. Und das 365 Tage im Jahr. Dafür, rechnet Theo Melcher vor, brauche der Rettungsdienst neun Kräfte, um alle Dienstzeiten abzudecken sowie Urlaub, Fortbildungen und etwaige krankheitsbedingte Ausfälle zu kompensieren.

Corona bedeutet selbstredend auch für den Rettungsdienst eine besondere Herausforderung. Jeder Einsatz müsse natürlich mit besonderer Schutzausrüstung erfolgen, die oft körperlich anspruchsvollen Notfälle bedeuteten mit Schutzmasken eine zusätzliche Belastung, erklärt Marcus Gummersbach

Darüber hinaus lobte der Kreisdirektor, dass der Rettungsdienst Intensivbetten und 16 Beatmungsgeräte angeschafft habe, um diese den Krankenhäusern zur Behandlung von Corona-Patienten zur Verfügung stellen zu können. Melcher: „Gott sei Dank sind die Hospitäler nicht an ihre Grenzen geraten.“

Er machte ferner deutlich, dass die Mitarbeiter in einer solchen Wache nahezu familiär miteinander lebten. „Wenn hier Corona in eine Mannschaft kommt, kann das den ganzen Laden dicht machen.“ Insofern sprach er besondere Anerkennung für das Verhalten, das große Engagement und die hohe Motivation der Rettungsdienstkollegen aus. Patrick Becker bekräftigte dies, denn wegen Corona hätten viele Kollegen unter anderem auf ihren Urlaub verzichtet. Melcher: „Schön, wenn man sich auf Kollegen verlassen kann, falls Not am Mann ist.“

Die Rettungswache Gerlingen verfügt in dem ein- bis zweigeschossigen Neubau über eine Fahrzeughalle für zwei Rettungsfahrzeuge sowie Dienst-, Aufenthalts-, Sozial- und Ruheräume für das Rettungspersonal, das entscheidenden Einfluss auf die Anordnung der Räume und die Ausstattung hatte. Auf dem annähernd 3000 m2 großen Grundstück bietet das Gebäude im Erdgeschoss eine Nutzfläche von ca. 410 m2 und im Obergeschoss von etwas mehr als 115 m2.

Bewährt hat sich übrigens auch die Ampelanlage, die per Rotlicht den Verkehr auf der vielbefahrenen L 714 stoppt, um ein gefahrloses Ausrücken zu ermöglichen. Eine solche Anlage habe der Kreis auch an den Rettungswachen in Finnentrop und Lennestadt installiert. Dies sei notwendig geworden, so Melcher, weil „Rücksichtnahme offenbar bei den Wenigsten noch ankommt.“

In dieser Woche gab es für den Rettungsdienst gute Nachrichten. Denn drei Auszubildende haben ihre Prüfung zum Notfallsanitäter erfolgreich abgelegt. „Damit haben alle von uns bestanden“, freut sich Patrick Becker. Bekanntlich bildet die Einrichtung des Kreises Olpe selbst aus. Derzeit gibt es zwölf Auszubildende, Nachwuchsprobleme sind derzeit nicht in Sicht. Allein in der Rettungswache Olpe mit der Nebenstelle Gerlingen sind 40 Mitarbeiter tätig. In Gerlingen rotiert die Besetzung.

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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