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Kommunalwahl (mit Kommentar)
Bernd Clemens bleibt Bürgermeister in Wenden

Bernd Clemens (2. v. r.) bleibt Bürgermeister der Gemeinde Wenden, darüber freuen sich auch Ehefrau Monika und die Söhne Henry (r.) und Jakob (l.).
  • Bernd Clemens (2. v. r.) bleibt Bürgermeister der Gemeinde Wenden, darüber freuen sich auch Ehefrau Monika und die Söhne Henry (r.) und Jakob (l.).
  • Foto: Holger Böhler
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

hobö Wenden. Bernd Clemens darf seine zweite Amtszeit als Bürgermeister der Gemeinde Wenden antreten. Zwar verlor der 53-jährige Amtsinhaber und Spitzenkandidat der CDU mehr als 9,4 Prozentpunkte gegenüber seiner ersten Wahl vor fünf Jahren, als er mit 71,2 Prozent das beste Ergebnis aller sieben Bürgermeister im Kreis Olpe erzielte, gleichwohl setzte sich der Gerlinger souverän mit 61,7 Prozent gegen seine beiden Gegenkandidaten durch.
Jutta Hecken-Defeld war von der SPD ebenfalls zum zweiten Mal ins Rennen um den Chefsessel im Wendener Rathaus gesandt worden und verbuchte Zugewinne. Die Vorsitzende der SPD Wenden gewann 2 Prozentpunkte hinzu und erhielt am Ende 23,3 Prozent der Wählerstimmen.

hobö Wenden. Bernd Clemens darf seine zweite Amtszeit als Bürgermeister der Gemeinde Wenden antreten. Zwar verlor der 53-jährige Amtsinhaber und Spitzenkandidat der CDU mehr als 9,4 Prozentpunkte gegenüber seiner ersten Wahl vor fünf Jahren, als er mit 71,2 Prozent das beste Ergebnis aller sieben Bürgermeister im Kreis Olpe erzielte, gleichwohl setzte sich der Gerlinger souverän mit 61,7 Prozent gegen seine beiden Gegenkandidaten durch.
Jutta Hecken-Defeld war von der SPD ebenfalls zum zweiten Mal ins Rennen um den Chefsessel im Wendener Rathaus gesandt worden und verbuchte Zugewinne. Die Vorsitzende der SPD Wenden gewann 2 Prozentpunkte hinzu und erhielt am Ende 23,3 Prozent der Wählerstimmen. Sie zieht zudem erstmals in den Gemeinderat ein, weil sie auf Platz 1 der SPD-Reserveliste gesetzt worden war.
Thorsten Scheen trat gleichfalls zum zweiten Mal als Bürgermeisterkandidat der UWG an und verdoppelte sein Ergebnis nahezu. Vor fünf Jahren vereinigte der UWG-Vorsitzende und Chef der UWG-Ratsfraktion 7,6 Prozent der Wählerstimmen auf sich, diesmal waren es mit 15 Prozent satte 7,4 Prozentpunkte mehr.

61,7 Prozent der Wendener votieren für Bernd Clemens

Vor fünf Jahren glich die Ankunft von Bernd Clemens im seinerzeit prall gefüllten Ratssaal einem Triumphzug, doch gestern fand coronabedingt mit 50 Gästen höchstens ein Zehntel der damaligen Besucher den Weg in das Rathaus. Insofern wirkte die gesamte Stimmung gedämpfter, zumal zeitgleich zum Sieg ihres Spitzenkandidaten die CDU das schlechteste Ergebnis bei den Gemeinderatswahlen überhaupt einstrich. Zu großem Jubel war den anwesenden Christdemokraten daher nicht wirklich zumute.
Bernd Clemens, seine Ehefrau Monika und die beiden gemeinsamen Söhne Henry und Jakob freuten sich derweil über die gelungene Wiederwahl. Trotz der prozentualen Verluste zeigte sich der Bürgermeister „positiv überrascht“. Mit 61,7 Prozent habe er mehr Wählerstimmen erhalten als er selbst erwartet habe. „Es war völlig klar, dass ich Prozentpunkte verliere, nochmal über 71 Prozent zu erreichen, war völlig illusorisch“, erklärte Clemens im Gespräch mit der SZ. In seiner Funktion müsse er auch unliebsame Entscheidungen treffen, die die Wählergunst natürlich beeinflussten. „Ich wäre schon mit 60 Prozent zufrieden gewesen.“

Kommentar: Ein langer Schmerz Eine seltsame Stimmung herrschte am Sonntagabend im Wendener Ratssaal, wo die neuesten Wahlergebnisse auf einem riesigen Bildschirm zu sehen waren. „Gespenstisch“ nannte sie eine Verwaltungsmitarbeiterin. Kein Wunder, denn coronabedingt waren lediglich die Kandidaten der Parteien und deren Partner eingeladen, auch Mitarbeiter der Verwaltung lugten mal in die gute Stube hinein. Bei früheren Kommunalwahlen hatten Hunderte interessierter Bürger den Weg in die Amtsstuben gefunden. Nun hätten auch die rund 50 anwesenden Gäste Stimmung machen können, doch die meisten von ihnen zählten zur SPD bzw. zur CDU. Unter den Sozialdemokraten kam keine richtige Freude auf, weil Prozentpunkte verloren gingen und Fraktionsvorsitzender Stephan Niederschlag das Wagnis, sich nicht auf der Liste abzusichern, nun mit seinem Ausscheiden aus dem Rat bezahlen muss. Derweil wussten die Christdemokraten nicht, ob sie lachen oder weinen sollten. Immerhin hatte ihr Bürgermeisterkandidat die Wahl souveräner gewonnen als erwartet, und zugleich gingen alle 17 Wahlbezirke der Gemeinderatswahl an die CDU. Der Verlust der absoluten Mehrheit aber wird die CDU noch sehr lange schmerzen. Die Schließung der Grundschule Ottfingen, Proteste gegen Gewerbegebiete in Hünsborn, immer noch nicht beantwortete Fragen zu Schulen, Feuerwehrhäusern und Schwimmbad wurden der CDU zugeschrieben.

Der neue und alte Bürgermeister: „Ich danke allen Bürgerinnen und Bürgern, die mich gewählt haben, dem CDU-Wahlkampfteam und natürlich meiner Familie, die häufig auf mich verzichten musste. Ich danke ebenfalls den beiden Mitbewerbern für den fairen Wahlkampf.“ Natürlich dämpfe der Verlust der CDU-Mehrheit im Gemeinderat die Freude über den persönlichen Sieg. „Das bereitet mir Bauchschmerzen“, räumte der 53-Jährige ein. In einer kurzen Ansprache bat er die anwesenden Politiker jedweder Couleur, in Zukunft Kompromisse zu finden: „Die Sachpolitik muss im Vordergrund stehen.“
Jutta Hecken-Defeld freute sich über ihr „leicht verbessertes Ergebnis“ gegenüber vor fünf Jahren. Leider habe zeitgleich die SPD bei der Gemeinderatswahl „überall Federn gelassen“. Wir haben unsere Positionen klar dargestellt und im Rahmen unserer Möglichkeiten geworben, aber dies habe nicht zum gewünschten Erfolg geführt.

Auch die UWG zeigt sich zufrieden

Thorsten Scheen zeigte sich mit seinem Ergebnis „absolut zufrieden“. Er habe sein Ergebnis verdoppelt. „Und ich glaube, mit der Kandidatur haben wir unsere Ziele als UWG noch transparenter und uns stärker gemacht.“ Denn das Hauptziel sei gewesen, die CDU-Mehrheit im Rat zu kippen. „Das haben wir erreicht“, frohlockte Scheen, denn nach seiner Ansicht schadeten absolute Mehrheiten in der Kommunalpolitik. Die Politik in der Gemeinde Wenden werde nun auf Augenhöhe zwischen allen Parteien und Fraktionen geführt.
Gestern gingen in der Gemeinde Wenden mit 9694 Wählerinnen und Wählern 2159 mehr an die Wahlurne als 2015 – insgesamt betrug die Wahlbeteiligung 60 Prozent. Dies hatte übrigens zur Folge, dass Bernd Clemens zwar 9,4 Prozentpunkte an Zustimmung verlor, gleichwohl aber mit 5841 Stimmen sogar 534 Wähler mehr für sich begeistern konnte als am 13. September 2015. Jutta Hecken-Defeld gewann 616 Stimmen hinzu, insgesamt machten 2200 Wähler das Kreuz hinter ihrem Namen. Thorsten Scheen wählten 1420 Bürger aus dem Wendener Land. Hatte er vor fünf Jahren noch 566 Stimmen erhalten, stieg diese Zahl gestern um 854 an.

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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