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Krippenlandschaft in der Wallfahrtskapelle auf über 100 alten Baumwurzeln
Blickfang bis ins Detail

Die große Krippenlandschaft in der Wallfahrtskapelle zieht in der Vor- und Nachweihnachtszeit unzählige Menschen zur Dörnschlade.  Fotos: yve
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  • Die große Krippenlandschaft in der Wallfahrtskapelle zieht in der Vor- und Nachweihnachtszeit unzählige Menschen zur Dörnschlade. Fotos: yve
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yve  Dörnschlade. Für viele Menschen aus der Region und auch darüber hinaus ist es in der Weihnachtszeit Tradition, die Wallfahrtskapelle Dörnschlade zu besuchen. Nicht nur, um im Inneren des denkmalgeschütztem Gebäudes bei Gebet und Besinnung innezuhalten, sondern auch, um die eindrucksvolle Krippenlandschaft zu besichtigen.

Jahr für Jahr sorgen Ehrenamtliche für den Aufbau. Das bedeutet vor allem eines: viel Verzicht auf Freizeit. Das stundenlange Wirken in dem 1864 eingeweihtem Gotteshäuschen gibt den Erbauern auch viel zurück. Wissen sie doch, dass sie eine Anlaufstelle für alle Generationen schaffen. Denn schmerzlich würde sie vermisst, die Krippe in der Kapelle auf der Höhe zwischen den Dörfern Altenhof und Hünsborn.

Für Stefan Quast war es in diesem Jahr das 17.

yve  Dörnschlade. Für viele Menschen aus der Region und auch darüber hinaus ist es in der Weihnachtszeit Tradition, die Wallfahrtskapelle Dörnschlade zu besuchen. Nicht nur, um im Inneren des denkmalgeschütztem Gebäudes bei Gebet und Besinnung innezuhalten, sondern auch, um die eindrucksvolle Krippenlandschaft zu besichtigen.

Jahr für Jahr sorgen Ehrenamtliche für den Aufbau. Das bedeutet vor allem eines: viel Verzicht auf Freizeit. Das stundenlange Wirken in dem 1864 eingeweihtem Gotteshäuschen gibt den Erbauern auch viel zurück. Wissen sie doch, dass sie eine Anlaufstelle für alle Generationen schaffen. Denn schmerzlich würde sie vermisst, die Krippe in der Kapelle auf der Höhe zwischen den Dörfern Altenhof und Hünsborn.

Für Stefan Quast war es in diesem Jahr das 17. Mal in Folge, dass er an der figürlichen Darstellung der Weihnachtsgeschichte im Großformat beteiligt war. Damit trat der 34-Jährige in die Fußstapfen von Paul Schönauer aus Schönau, der vor etwa 30 Jahren die erste Krippe in der Kapelle errichtete. Mit großer Hingabe fertigte er Brücken, Ställe und Wagen für die Landschaft. Auch wenn Schönauer heute nicht mehr aktiv mitwirkt, hat er stets ein offenes Ohr für Stefan Quast, Peter Kolloch und Tibor Huraj, die als Trio für den Aufbau verantwortlich zeichnen.

Gestartet wurde vergangene Woche. Die Arbeit in der Kapelle fühlt sich laut Quast zunächst wie puzzeln an. Weit über 100 alte Baumwurzeln müssen zusammengesetzt werden. „Die einzelnen Teile sind nämlich nicht nummeriert“, so Stefan Quast. Dadurch ergebe sich Jahr für Jahr ein anderes Gebilde.

Die Wurzeln lagern in dem Nebengebäude des Gotteshauses. Wenn Landwirt Josef Wurm zur Dörnschlade kommt, werden sie mit schwerem Gerät vor die Kapelle gebracht. Zuvor muss der Stuken aber vom Dachboden geholt und in die Schaufel seines Traktors deponiert werden. So ersparen sich Stefan Quast, Tibor Huraj und Peter Kolloch viele Wege. Und dennoch sind es über 60 Stunden, die jeder von ihnen in die Errichtung der Krippe investiert. „Viele sehen die ganze Arbeit im Vorfeld nicht“, so Quast. So müsse Moos im Wald gesucht, die gesamte Elektronik überprüft und Absprachen mit dem Pfarrbüro und Pfarrer Michael Kleineidam getroffen werden. Diese funktionierten einwandfrei. „Die Kommunikation ist sehr gut“, betonte der 34-Jährige.

Am vergangenen Samstag dann waren alle Baumwurzeln auf dem Unterbau angebracht, der Boden und Wand schützt. Es folgte die detailreiche Ausstattung der Landschaft mit zahlreichen Figuren, teils so fein hergestellt, dass sie sich fast wie ein Gemälde in das Gesamtwerk integrieren. Dafür zeichnet Antje Hüpper verantwortlich, die Nichte von Schwester Gertrud, die 34 Jahre die Dörnschlade als Klausnerin betreute und im Juni verstarb.

Die Hauptfiguren und das Beleuchtungssystem komplettieren das Gebilde am 23. Dezember. Bewusst arbeiten Quast, Kolloch und Huraj in Etappen. „So werden die Menschen nach und nach auf Weihnachten vorbereitet“, sagte der 34-Jährige.

Stefan Quast erzählte, dass bereits im November gefragt werde, wann mit dem Aufbau begonnen werde. „Schwester Gertrud hat immer gesagt, dass die Menschen offenbar vergessen hätten, wann Weihnachten eigentlich ist.“ Es sei schließlich auch ausreichend Zeit, die Krippe anzuschauen. „Erst Anfang Februar zu Mariä Lichtmess fangen wir mit dem Abbau an“, so der Hünsborner. „Anfang Januar führt zudem die Dreikönigswanderung mit etwa 800 Teilnehmern an der Kapelle vorbei.“ Dadurch habe die Krippe sehr an Popularität gewonnen. Ebenso nutzten Besucher des Gasthofs Berghof den Besuch der Kapelle für einen Verdauungspaziergang. Die Spenden, die durch die Besuche zusammenkommen, werden laut Quast an die Kirchengemeinde weitergeleitet.

Auf die Frage der SZ, wo sich in der Region eine vergleichbar große Krippe befindet, fiel Stefan Quast spontan nur die in der Kirche in Friesenhagen ein. Eben daher hat die Landschaft in der Wallfahrtskapelle Dörnschlade Seltenheitswert. Täglich kann sie bei Tageslicht von etwa 8 bis gegen 17 Uhr besichtigt werden.

Autor:

Yvonne Clemens (Redakteurin) aus Stadt Olpe

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