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Abwasser- und Abfallgebühren Wenden
Bürgern bleiben Erhöhungen weitgehend erspart

Anfang des Jahres „flattern“ wieder die Bescheide über die Grundbesitzabgaben der Gemeinde Wenden in die Postkästen.
  • Anfang des Jahres „flattern“ wieder die Bescheide über die Grundbesitzabgaben der Gemeinde Wenden in die Postkästen.
  • Foto: hobö
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

hobö Wenden. In diesen Zeiten fast ausnahmslos unliebsamer Nachrichten klingen gleichbleibende Gebühren und Steuern fast schon wie eine frohe Botschaft. Zumindest wird den Bürgern der Gemeinde Wenden für das Nächste eine Erhöhung der Abgabenlast erspart – zumindest in den von der Kommune zu beeinflussenden Bereichen. Wie die SZ bereits im Vorfeld der politischen Beratungen ausführlich berichtete, hatte die Gemeindeverwaltung Vorschläge für die künftigen Gebühren und Steuern erarbeitet, die nun vom Gemeinderat jeweils einstimmig beschlossen wurden.
Abfallgebühren steigen und sinken zugleich
Hier die zusammenfassende Übersicht.
Abfallgebühren: Die Gebühren für Rest- und Bioabfall bestimmen bekanntlich die jährliche Gebühr für die Abfallentsorgung in der Gemeinde Wenden.

hobö Wenden. In diesen Zeiten fast ausnahmslos unliebsamer Nachrichten klingen gleichbleibende Gebühren und Steuern fast schon wie eine frohe Botschaft. Zumindest wird den Bürgern der Gemeinde Wenden für das Nächste eine Erhöhung der Abgabenlast erspart – zumindest in den von der Kommune zu beeinflussenden Bereichen. Wie die SZ bereits im Vorfeld der politischen Beratungen ausführlich berichtete, hatte die Gemeindeverwaltung Vorschläge für die künftigen Gebühren und Steuern erarbeitet, die nun vom Gemeinderat jeweils einstimmig beschlossen wurden.

Abfallgebühren steigen und sinken zugleich

Hier die zusammenfassende Übersicht.

  • Abfallgebühren: Die Gebühren für Rest- und Bioabfall bestimmen bekanntlich die jährliche Gebühr für die Abfallentsorgung in der Gemeinde Wenden. Im nächsten Jahr wird die Restabfall-Gebühr um 2,94 Prozent angehoben, beim Bioabfall um 2,78 Prozent gesenkt. Die Prozentrechnung täuscht aber ein wenig, denn faktisch werden bei der einen Abfallart 2 Cent abgezogen, bei der anderen 2 Cent draufgesattelt. Für die Entsorgung der Abfälle in den gelben Tonnen müssen die Bürger keine Gebühr berappen, die Gebühren für die Papiertonne (grüne Tonne) werden in der Gemeinde Wenden in die Kosten für die Bioabfälle (braune Tonne) eingerechnet. Für das laufende Jahr wurden in der Gemeinde Wenden im Bereich Restabfall 68 Cent pro Liter Volumen der grauen Tonnen fällig, im nächsten Jahr sind es 0,70 Euro. Im Bereich der Bioabfälle wird die Gebühr für 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 2 Cent (von 72 auf 70 Cent) je Liter Volumen der braunen Tonne gesenkt. In solchen Zusammenhängen wird häufig ein Vier-Personen-Haushalt mit je 120 Liter großen Tonnen für Rest- und für Bioabfall für eine Modellrechnung herangezogen. In der Gemeinde Wenden zahlt ein solcher Haushalt für die komplette Abfallentsorgung im nächsten Jahr 168 Euro. (Restabfall 120 x 0,70 Euro = 84 Euro; Bioabfall: 120 x 0,70 Euro = 84 Euro). Nun könnte man meinen, dass 2 Cent Steigerung bei der einen Abfallsorte und 2 Cent Reduzierung bei der anderen sich ausgleichen. Viele Haushalte haben aber größere Rest- als Biotonnen. Für jene Bürger wird die Abfallgebühr steigen, wenn auch sehr moderat. Der Zuschuss für Eigenkompostierer wird sich wie derzeit auf 24 Euro im Jahr belaufen. Der Sozialbonus für finanzschwache Haushalte verharrt bei 40 Euro. Wer gelegentlich mit der Größe der Bio- und Restabfalltonnen nicht auskommt, kann im Rathaus entsprechende Säcke für die Entsorgung des Mülls kaufen. Die 70 Liter großen Behältnisse kosten pro Stück weiterhin 3 Euro. 
  • Abwassergebühren: Hinsichtlich der Abwassergebühren in der Gemeinde Wenden gibt es mit Blick auf das Jahr 2021 eine positive Entwicklung für die Bürger zu vermelden: Die Schmutzwassergebühr wird sinken, die Niederschlagswassergebühr bleibt gleich. In Summe wird die Abwassergebühr für den vielzitierten „Otto Normalverbraucher“ also niedriger. Für die Bürger der Gemeinde Wenden setzt sich die Abwassergebühr bekanntlich aus zwei Komponenten zusammen: aus der Schmutzwasser- und aus der Niederschlagswassergebühr. Die Schmutzwassergebühr wird anhand der verbrauchten Menge an Frischwasser in Rechnung gestellt. Für jeden abgezapften Kubikmeter Frischwasser verlangte die Gemeinde Wenden im nun zu Ende gehende Jahr 3,04 Euro. Im nächsten Jahr wird die Gebühr auf 2,93 Euro gesenkt. Die Niederschlagswassergebühr ist zu zahlen, wenn von versiegelten Flächen auf dem eigenen Grundstück Regenwasser in die Abwasserkanäle gelangt. Die sogenannten „abwasserwirksamen Flächen“ werden als Maßstab genommen. Für jeden Quadratmeter waren im Jahr 2020 0,53 Euro zu berappen. Dabei bleibt es auch im Jahr 2021. Rechenbeispiel: Die Gemeinde rechnet vor, dass sich für den Eigentümer eines durchschnittlichen Wohnhauses mit 130 Kubikmetern Wasserverbrauch (= 380,90 Euro) und 170 Quadratmetern „abwasserwirksamer Fläche“ (= 90,10 Euro) die Abwassergebühr im Jahr 2021 auf 471 Euro summiert. Die jährliche Abwassergebühr sinkt also in diesem Beispiel von 485,30 Euro im nun zu Ende gehenden Jahr um 14,30 Euro, was einer Verringerung von 2,9 Prozent entspricht. Wie die Gebühr im Einzelnen aussieht, ist natürlich schlussendlich davon abhängig, wie groß die „abwasserwirksame Fläche“ auf dem jeweiligen Grundstück ist und wieviel Frischwasser verbraucht wird. 
  • Grundsteuern: Im nun zu Ende gehenden Jahr erhob die Gemeinde Wenden für die Grundsteuer A einen Hebesatz von 215 Prozent, für die Grundsteuer B 390 Prozent. Diese Hebesätze beschloss der Rat auf Vorschlag der Verwaltung auch für das nächste Jahr. Die fiktiven Hebesätze des Landes liegen höher: 223 Prozent (Grundsteuer A) sowie 443 (Grundsteuer B). 
  • Gewerbesteuer: Der Hebesatz für die Gewerbesteuer im Wendener Land verharrt im nächsten Jahr bei 417 Prozent, womit er einen Prozentpunkt unter dem fiktiven Ansatz des Landes bleibt. Sich nicht an den fiktiven Hebesätzen des Gemeindefinanzierungsgesetzes des Landes zu orientieren, heißt, Nachteile bei der Berechnung staatlicher Zuweisungen und der Ermittlung der Kreisumlage hinzunehmen. Die Bürger und Gewerbtreibenden werden hingegen entlastet.
Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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