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Für möglichen Neubau der Grundschule
CDU bringt neuen Ort ins Spiel

Der Vorstand des CDU-Gemeindeverbands Wenden möchte prüfen lassen, ob auf diesem Wiesengelände am Ortsausgang von Wenden in Richtung Ottfingen der Neubau der Wendener Grundschule – möglicherweise mitsamt der Schwimm- und der Turnhalle – möglich ist. Die Partei bittet die Ratsfraktion der CDU jedenfalls darum, „sich diese Überlegungen zu eigen zu machen und in die weitere Beratungen des Gemeinderates einzubringen“.  Foto: hobö
  • Der Vorstand des CDU-Gemeindeverbands Wenden möchte prüfen lassen, ob auf diesem Wiesengelände am Ortsausgang von Wenden in Richtung Ottfingen der Neubau der Wendener Grundschule – möglicherweise mitsamt der Schwimm- und der Turnhalle – möglich ist. Die Partei bittet die Ratsfraktion der CDU jedenfalls darum, „sich diese Überlegungen zu eigen zu machen und in die weitere Beratungen des Gemeinderates einzubringen“. Foto: hobö
  • hochgeladen von Holger Böhler (Redakteur)

hobö Wenden. Der Konjunktiv spielt derzeit in der politischen Debatte in der Gemeinde Wenden eine große Rolle. Insbesondere im Zusammenhang mit der Sanierung oder dem Neubau der Schwimmhalle sowie einer Verlagerung der gesamten Grundschule in Wenden wird die Möglichkeitsform gerne genutzt. Aussagen wie „Sollten die Prüfungen ergeben, dass …, fordern wir …“ sind häufig zu hören respektive zu lesen. So auch ganz aktuell in einem überraschenden Vorschlag des CDU-Gemeindeverbands Wenden.

„Sollten höhere Investitionskosten und Modernisierungsmaßnahmen an dem Standort Westerberg nötig werden“, schreibt der Vorstand der Partei, solle „eine mögliche Verlagerung des Grundschulstandorts ,Wendener Land’ oberhalb des Verkehrskreisels Bergstraße in Richtung der Agatha-Kapelle“ untersucht werden.

hobö Wenden. Der Konjunktiv spielt derzeit in der politischen Debatte in der Gemeinde Wenden eine große Rolle. Insbesondere im Zusammenhang mit der Sanierung oder dem Neubau der Schwimmhalle sowie einer Verlagerung der gesamten Grundschule in Wenden wird die Möglichkeitsform gerne genutzt. Aussagen wie „Sollten die Prüfungen ergeben, dass …, fordern wir …“ sind häufig zu hören respektive zu lesen. So auch ganz aktuell in einem überraschenden Vorschlag des CDU-Gemeindeverbands Wenden.

„Sollten höhere Investitionskosten und Modernisierungsmaßnahmen an dem Standort Westerberg nötig werden“, schreibt der Vorstand der Partei, solle „eine mögliche Verlagerung des Grundschulstandorts ,Wendener Land’ oberhalb des Verkehrskreisels Bergstraße in Richtung der Agatha-Kapelle“ untersucht werden. Es handelt sich dabei um ein Wiesengelände an der Kreisstraße zwischen Wenden und Ottfingen unmittelbar am Ortsausgang von Wenden.

Wer die politischen Debatten im Wendener Land aufmerksam verfolgt hat, reibt sich womöglich verwundert die Augen. Vor zwei Jahren hatte der damalige UWG-Vorsitzende, Ulrich Heinrich, um die Prüfung gebeten, ob eine komplette Verlagerung des Grundschulkomplexes vom Westerberg in die Nachbarschaft der Gesamtschule auf den Balzenberg bzw. Schlegelsberg möglich und sinnvoll sei. Das frei werdende Gelände auf dem Westerberg könne für die Wohnbebauung genutzt werden.

Eine grobe Kostenschätzung der Gemeindeverwaltung ließ diese Option als sehr kostspielig erscheinen. In der neuerlichen Debatte um die Sanierung bzw. den Neubau der Schwimmhalle wiederholte der jetzige Vorsitzende der UWG Wenden, Thorsten Scheen, den Wunsch, die Verlagerung der Grundschule detailliert zu prüfen – allerdings von einem „externen Büro“. In der Sondersitzung des Gemeinderats zum weiteren Vorgehen in Sachen Schwimmbad Wenden formulierte Thorsten Scheen dieses Ansinnen zum Antrag, woraufhin er insbesondere aus den Reihen der CDU-Fraktion und von Seiten der Verwaltung gebeten wurde, diesen Antrag zu verschieben. Ad hoc wollte man ein solch umfangreiches Prüfungsverfahren nicht einleiten, und zudem wolle man auf den neuen Schulentwicklungsplan sowie derzeit laufende Untersuchungen zur baulichen Situation warten. UWG-Fraktionschef Scheen zog seinen Antrag daraufhin vorerst zurück.

Und nun liegt der Vorschlag des CDU-Gemeindeverbands auf dem Tisch, die Verlagerung der Grundschule zur Bergstraße zu untersuchen. Er landete zunächst auf dem Tisch von Martin Solbach, dem Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Wendener Gemeinderat. In dem Brief wird die Fraktion vom Vorstand der Partei „freundlichst“ gebeten, „sich diese Überlegungen zu eigen zu machen und in die weiteren Beratungen des Gemeinderates einzubringen“.

Die Prüfergebnisse hinsichtlich einer Verlagerung an die Bergstraße sollen nach dem Willen des CDU-Gemeindeverbands dem Gemeinderat zur weiteren Beratung und Entscheidung vorgelegt werden. „Des Weiteren soll auch eine mögliche Verlagerung der Turnhalle und des Lehrschwimmbeckens an diesen Standort untersucht werden“, steht in dem von Bernd Eichert, dem Vorsitzenden des CDU-Gemeindeverbands, unterzeichneten Schreiben, das er auch der SZ zur Verfügung stellte.

Diese Begutachtung solle Aufschluss geben zu den finanziellen und technischen Herausforderungen eines solchen Projektes. In die Finanzierung sollten mögliche Förderungen des Landes und des Bundes einbezogen werden, so die CDU. Gleichzeitig solle für die Umsetzung des Projekts eine Terminplanung vorgelegt werden.

Zur Begründung ihres Vorschlags führt die CDU an: „Entgegen der Prognose aus der Vergangenheit, sind die tatsächlichen Schülerzahlen höher, sodass das Raumangebot enger wird. Die Anforderungen an die Schulgebäude werden durch die Gesetzgebung und veränderte Bedürfnisse (verpflichtender Ganztag, Inklusion, Digitalisierung) steigen. Dies erfordert in den Altgebäuden bauliche Veränderungen, die sich als schwierig erweisen können oder nur mit hohem finanziellem Aufwand zu realisieren sind. In einem Neubau wären diese Anforderungen an der neuen Gesetzgebung einfacher zu erreichen.“

Ferner glaubt die CDU, dass infolge einer Aufteilung der Schulstandorte innerhalb von Wenden (Balzenberg und obere Bergstraße) sich die Verkehrsbelastungen entzerren würde. Der Bereich oberhalb der Bergstraße sei über die Kreisstraße (Bergstraße) zu erreichen und verfüge „sogar über eine Busanbindung“. Die zu erwartende Steigerung des Fahrverkehrs in der jetzt schon angespannten Situation am Balzenberg sieht man bei den Christdemokraten kritisch.

Außerdem schreibt der CDU-Gemeindeverband: „Der Neubau eines Lehrschwimmbeckens für den Schulbetrieb und für die DLRG wurde im Januar durch den angeforderten Variantenvergleich des Rates bereits untersucht. Für diesen Aspekt sind weitere Untersuchungen überschaubar und sollten dann mit in die Planungen einfließen.“

Der CDU-Gemeindeverband sowie die CDU-Ratsfraktion sind laut dem Schreiben ferner der Meinung, „dass eine Vermischung von Primar- und Sekundarstufe aufgrund der großen Altersunterschiede der Schüler nicht sinnvoll erscheint.“

Abschließend heißt es in dem Antrag der Partei an die Fraktion: „Mit in die Prüfung des neuen Standorts sollte die Überlegung einfließen, einen neuen zweiten Kulturstandort zu etablieren. Der Vorteil wäre, dass sich der bauliche Raumbedarf der Gesamtschule nicht weiter erhöht; an Grundschulen findet ein vergleichbarer Abendbetrieb nicht statt. Die Erreichbarkeit wäre an der oberen Bergstraße noch besser, da dieser Standort von zwei Seiten erreicht werden kann. Fußläufig würde es für den Wendener Bürger keinen großen Unterschied zum jetzigen Standort machen.“

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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