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Schreiben hilft der Psyche
"Corona bekam plötzlich einen anderen Klang“

Gerade in Pandemie-Zeiten kann sich Schreiben positiv auf den Gemütszustand auswirken. Wer selbst kreativ werden möchte, kann sich der Schreibwerkstatt anschließen – derzeit online.
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  • Gerade in Pandemie-Zeiten kann sich Schreiben positiv auf den Gemütszustand auswirken. Wer selbst kreativ werden möchte, kann sich der Schreibwerkstatt anschließen – derzeit online.
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  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

yve Heid. Es sind Geschichten, die das Herz erwärmen, die zum Schmunzeln und auch zum Nachdenken anregen. Mal kurz, mal lang, geschrieben von Kindern und Erwachsenen aus dem Wendener Dorf Heid und Umgebung. Sie handeln „von Tieren, die Corona heißen oder anders …“. Anne Sieler aus Hillmicke kennt zum Beispiel eine Maus, die in Eckenhagen wohnt, aber eigentlich nach Gerlingen möchte. Sie trägt als Erstgeborene den pompösen Namen Maximus, das mag sie nicht, das klingt so sehr nach Herrschaft. Also nennt sich die Maus Maxi, sie träumt von einer Reise in die große, unbekannte Welt. Sie übergibt ihren verantwortungsvollen Job an Bruder Hansi und macht sich auf einen abenteuerlichen Weg nach Gerlingen.

yve Heid. Es sind Geschichten, die das Herz erwärmen, die zum Schmunzeln und auch zum Nachdenken anregen. Mal kurz, mal lang, geschrieben von Kindern und Erwachsenen aus dem Wendener Dorf Heid und Umgebung. Sie handeln „von Tieren, die Corona heißen oder anders …“. Anne Sieler aus Hillmicke kennt zum Beispiel eine Maus, die in Eckenhagen wohnt, aber eigentlich nach Gerlingen möchte. Sie trägt als Erstgeborene den pompösen Namen Maximus, das mag sie nicht, das klingt so sehr nach Herrschaft. Also nennt sich die Maus Maxi, sie träumt von einer Reise in die große, unbekannte Welt. Sie übergibt ihren verantwortungsvollen Job an Bruder Hansi und macht sich auf einen abenteuerlichen Weg nach Gerlingen.
Silvia Mohaupt aus Halbhusten weiß eine ähnliche Geschichte über eine Maus, „die vor gar nicht allzu langer Zeit mitten im Affen- und Vogelpark in Eckenhagen lebte“. Der Maus Mausible ging es dort gar nicht schlecht, wären da nicht die kreischenden Affen in dem Gehege gewesen, in dem sie lebte. Ihre Tante Mausathilde fand das stets fürchterlich. Sie riet ihrer Nichte, sich den Modemäusen in Gerlingen anzuschließen, „die Hässlichste bist du ja nicht“. Mausibles Traum war erwacht: „Gerlingen! Ja, dort wollte sie wohnen.“ Als blinder Passagier reist sie im Kofferraum von Parkbesuchern mit, als sie hört, dass die Familie noch zu McDonald’s möchte. Das Auto hält, „und Mausible macht einen gekonnten Hüpfer aus dem Auto“. „Sie schaut sich um, und was sie sah, war wunderschön: Gerlingen!“ Neben ihr steht plötzlich ein heldenhafter Mäuserich. „Bist du McDonald?“, fragte Mausible. „Für dich meine Kleine, bin ich alles, was du dir wünscht.“ Sie heirateten und wurden glücklich.

Idee entstand in der Schreibwerkstatt

Silvia Mohaupt stellt sich in ihrer Geschichte die Frage, „was wäre wohl gewesen, wenn Mausible erfahren hätte, dass der Vater auf halber Strecke angehalten hatte, nur um eine Flasche Wasser aus dem Kofferraum zu holen? Dort, im schönen Iseringhausener Grund? Wäre sie dann glücklicher gewesen, da sie ihr Ziel nie erreicht hätte?“ Die Antwort liefert die Autorin aus Halbhusten gleich mit: „Manchmal erreichen wir es, manchmal nicht. Wichtig ist wohl nur, einfach mal – sei es auf halber Strecke – anzuhalten, um zu bemerken, dass man genau hier und genau jetzt einfach nur glücklich ist.“
„Der Schmetterling namens Corona, der keine Menschen mochte“ – eine Geschichte von der zehnjährigen Sophie Kaufmann aus Heid – merkt das erst etwas später, als er die kleine Lea kennenlernt. denn „die Kleine denkt nicht nur an sich, sondern auch an Tiere und Blumen“.
Was bewegt Menschen, in ihrer Freizeit Geschichten zu verfassen? „Die Idee entstand in der Schreibwerkstatt“, so Ilona Weber vom Kunstclub Oberes Biggetal. Dort trifft sie sich seit dem ersten Lockdown gelegentlich mit ein paar Freunden – virtuell über Zoom. Das macht uns großen Spaß.“ Natürlich sei auch oft das Wort Corona gefallen. „Aber irgendwie konnte es auch keiner mehr hören“, so Ilona Weber. Die Freunde entscheiden sich, dem Virus einfach mal die Stirn zu bieten und bringen „Geschichten über Tiere, die Corona heißen oder anders …“ „aufs Papier“. Schnell fanden sie Mitstreiter, große und kleine. „Und Corona bekam plötzlich einen anderen Klang“, so Ilona Weber.
Sie selbst hat von dem Mistkäfer Corona geschrieben, der keinen Mist mag, sondern gesunde Dinge essen möchte und von einem gesunden Namen träumt. Hans-Werner möchte er heißen. Sie erlangt zu der Erkenntnis, dass „ein Mensch wohl auch nicht besser als ein Mistkäfer is(s)t“. Die neunjährige Nele Alterauge aus Heid erzählt von der Arbeiterameise Anton, die den Absprung schafft. „Man muss nur ganz fest an sich glauben.“ Jonathan Wache aus Heid berichtet indes, dass er mit Regenwürmern sprechen kann. Und in einer Winternacht passiert etwas Unglaubliches: „Seine Haut war nicht mehr glatt und klitschig, sie war voller kleiner Härchen. Ihm war über Nacht ein Fell gewachsen.“ „Dass es nur mit Zusammenhalt geht“, führt die zehnjährige Emmi Kaufmann in ihrer Erzählung „Von der Biene, die Honig nur von blauen Blumen sammelt“ vor Augen. Eliah Kaufmann aus Trömbach möchte bewirken, dass die Leser seiner Geschichte mit dem Titel „Das Glühwürmchen, das ein Stern sein möchte“, „sich an kleinen Dingen mal wieder erfreuen“. Zum Beispiel an Freunden. Denn die seien wie Sterne, „man sieht sie nicht immer, aber sie sind immer da“.

Dem Einfallsreichtum sind keine Grenzen gesetzt

Die Flöhe Coro und Cora sind die Protagonisten von Renate Straßburger aus Ottfingen. Als die beiden durch das Fenster von Näherin Frau Wurm blicken, wundern sie sich über die vielen weißen Stofflappen. Sie verstecken sich in einem und landen wenig später im Altenheim auf der Nase von Herrn Bröcher aus Ottfingen …. Das freche Spätzchen Corona, vom dem Regina Beckmann aus Rothemühle erzählt, möchte hingegen die Welt erkunden und in Afrika landen. Aber es flog nicht aus, sondern blieb seiner Heimat Rothemühle treu, dort, wo es jeden Tag für die vielen Kinder „ein fröhliches Liedchen zwitschert“.
„Hinter allen Geschichten verbirgt sich viel Herz“, weiß Ilona Weber. Daher sollen die Werke auch nicht einfach in den Schubladen verschwinden. „Wir versenden sie als Datei an jeden, der sie haben möchte.“ Dazu einfach eine E-Mail an kunstclub.oberesbiggetal@googlemail.com senden. „Und wer Teil unserer Schreibwerkstatt werden möchte, ist herzlich willkommen.“ Dem Einfallsreichtum seien dabei keine Grenzen gesetzt, so Ilona Weber. „Denn Logik wird dich von A nach B bringen, Fantasie, wohin du willst.“

Autor:

Yvonne Clemens (Redakteurin) aus Stadt Olpe

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