Wohnmobilstellplatz in Wenden eröffnet
„Das hat sich wirklich gelohnt“

Die Ratsfrauen Astrid König-Ostermann, Sibille Niklas (v. l.) und Brigitte Hennecke (r.) kamen schnell mit Horst und Gertrud Busch ins Gespräch, die seit Montag mit ihrem Wohnmobil in Wenden ihre Freizeit genießen.
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  • Die Ratsfrauen Astrid König-Ostermann, Sibille Niklas (v. l.) und Brigitte Hennecke (r.) kamen schnell mit Horst und Gertrud Busch ins Gespräch, die seit Montag mit ihrem Wohnmobil in Wenden ihre Freizeit genießen.
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hobö Wenden. „Was lange währt, wird endlich gut“, bemühte Bürgermeister Bernd Clemens am Donnerstagabend ein gern genutztes geflügeltes Wort. Er sprach es auf einem idyllisch gelegenen Plätzchen aus, das mitten in Wenden liegt und dennoch vielen gar nicht bekannt ist. Hohe Bäume, der Wendebach und die nördliche Bebauung an der Hauptstraße begrenzen und verstecken zugleich das Areal, auf dem die Gemeinde Wenden einen Wohnmobilstellplatz errichtet hat und diesen am Donnerstagabend offiziell eröffnete. Dies geschah in einem besonderen Rahmen, denn im Schatten der dortigen Bäume standen einige Bierzelt-Garnituren, kühle Getränke wurden gereicht und der Partyservice Halberstadt offerierte Leckereien vom Grill. Diese sommerliche Wohlfühlatmosphäre lockte Ratsmitglieder ebenso an wie etliche Ortsvorsteher und Mitarbeiter der Verwaltung.

Lob von ersten Nutzern

Inmitten dieser Gruppe fühlten sich auch Horst und Gertrud Busch sehr wohl. Das Ehepaar aus Lindlar hatte bereits am Montag ihr Wohnmobil auf dem neuen Stellplatz geparkt und genießt seither die vordergründig unerwartete Idylle mitten in Wenden. „Wir kommen seit 20 Jahren mit dem Wohnmobil viel ’rum – dieser Platz ist wirklich besonders schön“, lobte Gertrud Busch. Die Lage des Areals sei ideal, man könne vieles zu Fuß erreichen und erledigen. Die unmittelbare Anbindung an das Radwegenetz sei ein weiterer Pluspunkt dieses Angebots. Gertrud Busch geb. Meurer, ist eine gebürtige „Wendsche“, denn sie stammt aus Hillmicke, lebt aber seit 50 Jahren im Rheinland. Am Wochenende weilte sie im Wendener Land, um an der Feier der diamantenen Kommunion in Hillmicke teilzunehmen. Nach der Rückreise am Sonntag ins Rheinland, kehrte sie am Montag mit ihrem Ehemann zurück ins Südsauerland und genießt seither den neun Wohnmobilstellplatz: „Es ist sehr schön hier.“

Lange Entstehungsgeschichte

Bürgermeister Bernd Clemens begrüßte die Gäste aus Lindlar ausdrücklich, während ein weiterer Wohnmobilist aus Frankreich, der ebenfalls sein Gefährt im Wendebachtal geparkt hatte, zur Eröffnung offenbar nicht anwesend war. Clemens erinnerte sodann an die lange Entstehungsgeschichte des Stellplatzes. Die SPD-Fraktion im Wendener Gemeinderat habe 2005 erstmals einen Antrag auf Einrichtung eines Wohnmobilstellplatzes in Wenden gestellt, was der Rat aber mehrheitlich abgelehnt habe. Ein 2008 gestellter Bürgerantrag erfuhr ebenfalls die Ablehnung des Gremiums. 2015 dann der entscheidende Wendepunkt, denn die Gemeinde veränderte bzw. befasste sich eigentlich erstmals intensiv mit einer Tourismusstrategie. Darin formulierte die Kommune unter anderem, dass sie dem Erhalt und der Attraktivität von Freizeitstätten als weichem Standortfaktor eine höhere Bedeutung fortan beimessen wolle und trat zudem dem dem „Zweckverband Tourismusverband Biggesee-Listersee“ bei.

Gelände erfüllt Kriterien optimal 

Im Jahr 2016 stellte die SPD-Fraktion darauf fußend einen neuerlichen Antrag, die Einrichtung eines Wohnmobilstellplatzes zu prüfen. Dieser Antrag fand die Zustimmung, folglich ging die Verwaltung an die Arbeit. Man kam zum Ergebnis, dass das Gelände im Wendebachtal die Kriterien des Deutschen Tourismusverbands in in optimaler Weise erfülle. Denn der Verband hat in seiner Planungshilfe für Wohnmobilstellplätze in Deutschland folgende Kriterien zusammengestellt: „Hauptmotiv eines Wohnmobilstellplatzes ist die touristische Nutzung, insofern verlangt die Wahl des richtigen Standortes einiges Fingerspitzengefühl. Seine Lage beeinflusst wesentlich die Akzeptanz seitens der mobilen Gäste und trägt somit zum Erfolg des Wohnmobilstellplatzes bei. Doch was kennzeichnet eine attraktive Lage und Anbindung? Ungehinderte Zufahrt 24 Stunden täglich, auch für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen und über 3 Meter Höhe; komfortable Erreichbarkeit über das Straßennetz; Natur- oder Wassernähe; Innenstadt- und Zentrumsnähe (keine Industrienutzung); Nähe zu Sehenswürdigkeiten und touristischen Attraktionen; gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel; Anschluss an Rad-, Wasser- und Wanderwegenetz; kurze Wege zu allen touristischen Angeboten.“

Angebot hat sich bereits schnell herumgesprochen

Der Rat beschloss schlussendlich die Einrichtung des Stellplatzes. Der Baubeginn erfolgte im Frühjahr 2018, die für den Herbst desselben Jahres anberaumte Eröffnung musste verschoben werden, weil der Schotterrasen infolge des trockenen Sommers 2018 nicht richtig gewachsen war und daher keine Stabilität bot. Nun aber können Interessenten das Resultat der 60 000 Euro teuren Investition nutzen. Bürgermeister Clemens berichtete von einem hohen Zuspruch bereits vor der offiziellen Eröffnung. Das Angebot habe sich unter Wohnmobilisten bereits schnell herumgesprochen. Sein Fazit: „Das hat sich wirklich gelohnt.“ Dem stimmten auch seine beiden Stellvertreter, Ludger Wurm und Astrid König-Ostermann, zu. Die beiden Ratsmitglieder sind begeisterte Wohnmobilisten und kamen mit ihren Gefährten zur Eröffnung. Und während man plaudernd zusammensaß, kam bereits ein weiteres Wohnmobil mit Gummersbacher Kennzeichen auf den Platz gefahren. Neben den eigentlichen vier Stellplätzen in der Nähe der Ver- und Entsorgungsstationen besteht auch die Möglichkeit auf der weiträumigen Rasenfläche zu stehen. Manche Wohnmobilisten nutzen ja autarke Gefährte.

Die Ratsfrauen Astrid König-Ostermann, Sibille Niklas (v. l.) und Brigitte Hennecke (r.) kamen schnell mit Horst und Gertrud Busch ins Gespräch, die seit Montag mit ihrem Wohnmobil in Wenden ihre Freizeit genießen.
Gestenreich eröffnete Bürgermeister Bernd Clemens (weißes Hemd) am Donnerstagabend den Wohnmobilstellplatz im Wendebachtal. In idyllischer Atmosphäre hatten sich einige Gäste und Wohnmobilisten zum dem Anlass eingefunden.  Fotos: Holger Böhler
Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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