»Das ist eine tolle Geschichte hier«

Ganztagesbetreuung an Biggetal-Grundschule / Startphase verlief sehr erfolgreich

hobö Rothemühle. Seit dreieinhalb Wochen läuft das »Ganztagsangebot« der Biggetal-Grundschule in Rothemühle, und bereits jetzt ziehen alle Beteiligten ein überaus positives Zwischenfazit. Um dies auch öffentlich bekannt zu machen und das Angebot nochmal vorzustellen, hatte der Elternverein als Träger der Ganztagsbetreuung für gestern zu einem Pressegespräch eingeladen, an dem auch Wendens Bürgermeister Peter Brüser und der CDU-Landtagsabgeordnete Theo Kruse aus Olpe teilnahmen. Jochen Sauermann, vielen als Vorsitzender der SPD Wenden und stellv. Bürgermeister der Gemeinde Wenden bekannt, führte gestern als Vorsitzender des Elternvereins das Wort und bekundete: »Wir empfinden Stolz, dass wir das Projekt hinbekommen haben.«

Zur Vorgeschichte: Seit acht Jahren besteht in Rothemühle die Möglichkeit für die Schüler, nach dem Unterricht bis einschließlich der sechsten Stunde in der Schule zu bleiben (Stichwort: »Betreuung von acht bis eins«). Im vergangenen Jahr startete die Hausaufgabenbetreuung und zeitgleich begannen die Vorbereitungen, eine Betreuung der Kinder auch bis 16 Uhr zu ermöglichen. Nachdem die zuständigen Gremien der Gemeinde Wenden als Schulträgerin zugestimmt hatten, nahm das Projekt Formen an. Seit Beginn dieses Schuljahres läuft die Ganztagsbetreuung – und das mit großen Erfolg. Waren anfangs 25 Kinder für das Angebot von ihren Eltern angemeldet worden, ist die Zahl inzwischen auf 44 gestiegen.

Jochen Sauermann wies darauf hin, dass dies nur Dank des enormen Engagements der Eltern und des Lehrerkollegiums bewältigt worden sei. Im Vorfeld habe auch Michael Grebe, Leiter des Schulamtes bei der Gemeinde Wenden, sehr wichtige Hilfe geleistet. Nun sei das rund 25-köpfige Projektteam mit viel Eifer und Können dafür verantwortlich, das Projekt tagtäglich zu gewährleisten.

Schulleiterin Britta Halbe, die nach Dienstschluss ehrenamtlich als Leiterin des Organisationsteams agiert, erklärte, dass den Kindern ein breit gefächertes Angebot zuteil werde. Dazu zählen unterrichtsbezogene Ergänzungen wie Hausaufgabenbetreuung, Leseförderung, Computerkurse, Englisch-Unterricht, Sport, Musik und Kunst. Ferner werden Themen bezogene Projekte wie Musical, Natur und Umwelt, Sport und Kultur je nach Interessenlage angeboten. Fördermaßnahmen bei Lerndefiziten und je nach Begabung zählen ferner zu dem Gesamtpaket. Innerhalb des Elternvereins und des Organisationsteams hat man die entsprechenden Kräfte zur Verfügung, um die breite Palette an Angeboten zu ermöglichen.

Als überzeugend und professionell stufte Bürgermeister Brüser das Ganztagsangebot in Rothemühle ein. Was anfangs als Versuch gesehen worden sei, könne nun als gelungenes Projekt bezeichnet werden. Die Gemeinde und die politischen Gremien seien nun dabei, zu prüfen, ob Ganztagsbetreuung auch an den anderen Grundschulen in der Kommune möglich ist. Ziel sei, überall dort eine Ganztagsbetreuung zu ermöglichen, wo dies gewünscht werde. Bislang ist die Biggetal-Grundschule in Rothemühle die einzige im Gemeindegebiet, an der die Ganztagsbetreuung angeboten wird.

»Rückhalt« in Düsseldorf versprach Theo Kruse. Der Landtagsabgeordnete schränkte aber gleich ein, dass dieser Rückhalt nicht mit finanzieller Hilfe verbunden sei. Die Landesregierung wolle die Ganztagsangebote in den Schulen erweitern, über die konkrete finanzielle Förderung könne er aber derzeit nichts sagen, so Kruse. Er freue sich, dass das Rothemühler Angebot über private Initiative ermöglicht werde. »Das ist eine tolle Geschichte hier.«

Jochen Sauermann betonte, dass die 6000e der Gemeinde Wenden für den Start sehr wichtig gewesen seien. Ferner dankte er den zahlreichen Privatpersonen und Firmen, die mit ihren Spenden zum Gelingen der Betreuung beitragen würden. Die geleistete Unterstützung spreche für den Standort. »Jede gespendete Kiste Wasser hilft uns«, so Sauermann. Gleichwohl müsse so geplant werden, dass das Angebot auch ohne Spenden aufrecht erhalten werden könne. Im Monat kostet das Projekt rund 5000e, wobei etwa 2000e durch ehrenamtliche Arbeit aufgefangen werden. Die Eltern zahlen für die Ganztagsbetreuung 50e (inklusive Mittagessen) und bei jedem Geschwisterkind jeweils die Hälfte. Wichtig sei, so Sauermann, dass das Angebot für die Eltern bezahlbar und dennoch eine angemessene Bezahlung für die Kräfte möglich sei. Das Wichtigste aber bleibe die vernünftige Betreuung der Kinder.

Bezüglich des Mittagessens lobte Sauermann, dass die Speisen nicht nur warm, sondern auch gesund seien. Die Vielzahl der Anmeldungen hätte zunächst die Grenzen der Küche aufgezeigt, inzwischen habe man aber zusätzliche Geräte angeschafft, um alle Schülerinnen und Schüler zu versorgen. »Bei uns wird übrigens noch vor dem Essen gebetet«, hob Sauermann besonders hervor.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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