»Das möchte ich nie wieder erleben«

Zwergpudel »Benny« wurde auf Straße von Bernhardiner totgebissen / Gemeinde ermittelt

hobö Hünsborn. »So etwas möchte ich nie wieder erleben.« Noch immer ist Adelheid Koch aus Hünsborn erschüttert von einem Ereignis, das sich am 11. September auf der örtlichen Malteserstraße ereignete. Ihr Zwergpudel »Benny« wurde an diesem Tag um kurz vor 18 Uhr von einem Bernhardiner eines Nachbarn heftig attackiert und gebissen. Zwei Tage später erlag »Benny« trotz inzwischen erfolgter notärztlicher Versorgung seinen schweren Verletzungen. Für den kleinen Hund bestand keine Chance auf Rettung. Inzwischen ermittelt das Ordnungsamt der Gemeinde Wenden gegen den Halter des Bernhardiners. Und das nicht ausschließlich wegen des tödlichen Angriffs auf den Zwergpudel. Ludwig Neite von der Gemeinde: »Gegen den Hundehalter laufen mehrere ähnlich gelagerte Verfahren.«

Adelheid Koch ging am 11. September gegen 17.45 Uhr mit ihrem angeleinten »Benny« sowie ihrer Tochter und dem fünfjährigen Enkel über die Malteserstraße, an der sie selbst wohnt. Als sie an dem Haus mit der Nummer 17 vorbei gegangen sei, sei der Bernhardiner »wie eine Furie« aus der Haustür gelaufen. Er sei gezielt auf den Zwergpudel gerannt, habe ihn im Genick gepackt und hin und her geschlagen. Eine junge Frau vor der Tür habe noch gerufen, sie solle den Pudel nicht hoch heben. »Wahrscheinlich hätte mich der Bernhardiner auch noch gebissen«, mutmaßt Adelheid Koch heute.

Nach diesem Vorfall ist sie sofort mit dem erheblich verletzten »Benny« in eine Tierarzt-Praxis nach Meiswinkel gefahren, wo ihr Hund auch gleich versorgt wurde. Er hatte sechs große und tiefe Bisswunden, die dort geklammert wurden. Überdies erhielt der zwölfjährige Zwergpudel ein Schock- und Schmerzmittel. Am nächsten Tag brachte Adelheid Koch ihren Hund zu einer Notoperation in eine Tierklinik in Duisburg-Kaiserberg. Am nächsten Morgen ist der Hund gegen 6.30 Uhr in der Klinik gestorben. »Ich war nicht in der Lage, zu reagieren, wer rechnet mit einem solchen Angriff«, schilderte Adelheid Koch im Gespräch mit der SZ die Momente des Angriffs. »Benny« sei gut erzogen gewesen, er habe sich immer gut mit anderen Hunden vertragen. Elf Jahre lang war die Hünsbornerin mit ihrem Hund im Pudel-Club Meiswinkel Mitglied.

Die Trauer über den Verlust des Hundes ist sehr groß. »Er war unser Familienmittelpunkt – jetzt ist das Haus leer.« Inzwischen hat Adelheid Koch Anzeige bei der Polizei und dem Ordnungsamt der Gemeinde Wenden erstattet. »Ich bin Tierfreund, der Bernhardiner kann vermutlich noch nicht einmal etwas für sein Verhalten ––aber sein Halter.« Schließlich seien schon einige andere Angriffe passiert. Das bestätigte gestern auch Ludwig Neite vom Ordnungsamt der Gemeinde Wenden.

Die Ermittlungen der Kommune laufen, mehrere Zeugen auch des Angriffs auf »Benny« werden nun gehört. »Ich hoffe auf ein für alle Beteiligten zufrieden stellendes Ergebnis.« Falls sich herausstellen sollte, dass der Bernhardiner tatsächlich gefährlich sein sollte, könne eine Untersagungsverbot erteilt werden. Soll heißen: Dem Besitzer würde das Recht abgesprochen, Hunde zu halten. Das hieße dann auch, dass der Hund aus dem Haushalt entfernt werden müsste. Der Hundehalter ist eine Frist auferlegt worden, Stellung zu den Vorfällen zu beziehen. »Ich denke, in der Sache wird sehr bald entschieden«, kündigte Neite eine kurzfristige Entscheidung an.

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Reaktion der Polizei-Wache in Wenden. Auf die Anzeige hin, erschien tags drauf ein Beamter bei Adelheid Koch und hinterlegte ein Informationsblatt über das Schiedsamtswesen in Nordrhein-Westfalen. Nicht mehr und nicht weniger.

Adelheid Koch möchte mit ihrem Vorgehen vor allem weiteren traurigen Vorfällen entgegenwirken. »Ich denke da vor allem an die vielen Kinder, die an dem Haus vorbei zum Kindergarten gehen und wieder zurück. Wir hoffen außerdem, dass wir nicht bei all dem Schmerz, den wir mit unserem kleinen Pudel durchlitten haben, auch noch auf den Kosten sitzen bleiben. Es sind nämlich einige hundert Euro.« Der Hundehalter, der in vorgenanntem Haus offenbar zur Untermiete wohnt und den Aussagen von Nachbarn zufolge weitere zwei Hunde besitzt, war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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