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Investor will Industriebrache übernehmen
"Das Projekt" im Biggetal

Das gesamte Gelände der ehemaligen Firma Apparatebau
Rothemühle erstreckt sich über eine Gesamtfläche von 110 000 Quadratmetern. Mehrere Hallen, mehrstöckige Büro-
gebäude und große Freiflächen prägen das Areal.
  • Das gesamte Gelände der ehemaligen Firma Apparatebau
    Rothemühle erstreckt sich über eine Gesamtfläche von 110 000 Quadratmetern. Mehrere Hallen, mehrstöckige Büro-
    gebäude und große Freiflächen prägen das Areal.
  • Foto: win
  • hochgeladen von Daniel Montanus (Redakteur)

hobö Rothemühle. Er nennt es „Das Projekt“. Er ist Stefan Müller aus Brün, und das Projekt ist der „Gewerbepark Rothemühle“. Den nämlich möchte der 45-Jährige auf dem riesig anmutenden Areal der Industriebrache Apparatebau Rothemühle errichten. Mit im Investment-Boot sitzt Alexander Czenkusch aus Elben. In der jüngsten nichtöffentlichen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses (HFA) der Gemeinde Wenden durfte Stefan Müller sein Konzept vorstellen, seither stehen zahlreiche Telefone insbesondere im Umfeld der Wendener Kommunalpolitik nicht mehr still. Grund genug für die Siegener Zeitung, an den möglichen Vorhabenträger heranzutreten und sich dessen Projektideen vorstellen zu lassen.

hobö Rothemühle. Er nennt es „Das Projekt“. Er ist Stefan Müller aus Brün, und das Projekt ist der „Gewerbepark Rothemühle“. Den nämlich möchte der 45-Jährige auf dem riesig anmutenden Areal der Industriebrache Apparatebau Rothemühle errichten. Mit im Investment-Boot sitzt Alexander Czenkusch aus Elben. In der jüngsten nichtöffentlichen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses (HFA) der Gemeinde Wenden durfte Stefan Müller sein Konzept vorstellen, seither stehen zahlreiche Telefone insbesondere im Umfeld der Wendener Kommunalpolitik nicht mehr still. Grund genug für die Siegener Zeitung, an den möglichen Vorhabenträger heranzutreten und sich dessen Projektideen vorstellen zu lassen.

Viele Bürger wissen, welche Bedeutung die künftige Nutzung der derzeitigen Industriebrache für die Gemeinde und die Region haben könnte. Denn hier geht es nicht um den vielzitierten Tante-Emma-Laden um die Ecke, sondern ein Areal von fast 110 000 Quadratmetern Fläche mit zahlreichen Gebäuden und Hallen, großer Freifläche sowie einen Parkplatz, der in das Visier für künftige Wohnbebauung geraten ist. Eigentümerin ist bekanntlich die Gemeinde Wenden.

„Ich gehe durchaus demütig in das Projekt“, erklärt Stefan Müller auf Anfrage der SZ. Nach mehreren Monaten konzeptioneller Überlegungen, Gesprächen mit Architekt, Steuerberater, Banken und weiteren Personen ist Stefan Müller aber zur festen Überzeugung gelangt, der „Gewerbepark Rothemühle“ würde im Falle der Verwirklichung erfolgreich funktionieren.

Ob er den Zuschlag der Gemeinde bekommen wird, ist aber noch offen. Zunächst wollen Politik und Verwaltung die Ergebnisse des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) abwarten und dann über die Zukunft beraten. Gleichwohl gibt es schon jetzt in der Politik Befürworter für Müllers Projekt.

Das Konzept des möglichen „Gewerbeparks“ basiert auf drei tragenden Säulen und ist somit breit aufgestellt.

  • Erste Priorität hat dabei die Säule „Firmenpark“. Für die verschiedenen Hallen und Büroräumlichkeiten möchte Müller kleine und mittlere Industrie-, Gewerbe- und Handwerksbetriebe als Mieter gewinnen. Mit räumlichen Abtrennungen könnten individuelle Lösungen geschaffen werden. Die Vorteile für die Betriebe lägen auf der Hand, so Stefan Müller: Konzentration auf das Kerngeschäft, keine Grundstückspflege, keine Grundsteuer, kein Winterdienst, keine Instandhaltungsarbeiten, keine Reinigungsfachkraft, zentrale Sanitäranlagen und Besprechungsräume sowie Parkplätze für Kunden und Mitarbeiter. „Bei uns bezahlen die Mieter lediglich für ihre Produktionsfläche. Pförtner, Parkflächen und Aufenthaltsräume sind unser Anteil an ihrem Erfolg“, wirbt Müller für die Synergieeffekte einer solchen „Gewerbe-WG.“ Auch ein zentraler, öffentlich zugänglicher Waschplatz für Fahrzeuge und andere Objekte wäre denkbar.
  • Zweite Säule des „Gewerbeparks Rothemühle“ soll der „Lagerpark“ werden. Firmen wie Privatpersonen könnten Flächen für kurz- bis langfristige Lagerungen mieten. Die Vorteile bei einem solchen Angebot in einem Gewerbepark seien die zentrale Anlaufstelle, Flexibilität für Gewerbetreibende, ein umzäuntes Firmengelände, Videoüberwachung, beheizbare Hallen, überdachte Flächen bis hin zu Frei- und Büroflächen.
  • In einem weiteren, ferneren Schritt sieht der 45-jährige Brüner hervorragende Möglichkeiten, als dritte Säule einen „Event-Park“ aufzubauen. Hierzu könnte unter anderem ein großer Festsaal mit Café inklusive Terrasse und Kinderspielplatz angelegt werden. Für das einstige Verwaltungsgebäude gibt es bereits verschiedenste Ideen für die künftige Nutzung.

Kein Zweifel: Für das „Projekt“ im Biggetal liegt ein gleichermaßen komplexes wie ambitioniertes Konzept auf dem Schreibtisch. „Und unser Projekt ist ein dynamisches. Wir können und wollen Ideen aus dem ISEK aufnehmen. Wir können auch später im Betrieb jederzeit reagieren und auf individuelle Wünsche eingehen“, wirbt Müller und verspricht: „Ich will alles transparent machen, alle Nachbarn bei dem Projekt mitnehmen.“ Auf gewerbepark-rothemühle.de findet man ab sofort Ideen und Informationen zu dem „Projekt“. Dort können auch Anregungen an Stefan Müller gerichtet werden
Wenn er den Zuschlag bekäme, könne er sofort starten, kündigt Müller an. Die derzeitigen Mieter könnten vor Ort verbleiben, zeitgleich starteten die Investitionen. Die Akquise läuft bereits, denn die Gemeinde Wenden als jetzige Eigentümerin des „Ganzen“ räumte Müller inzwischen die Möglichkeit ein, „unverbindliche Gespräche mit potenziellen Mietern zu führen“, um den Bedarf zu prüfen.
Bei einer Übernahme, betont Müller, könnte die Gemeinde das Projekt „Industrieruine Rothemühle“ für sich ad acta legen, ginge kein wirtschaftliches Risiko ein, hätte lediglich einen Ansprechpartner und bräuchte sich auch vor dem Hintergrund so vieler weiterer Großprojekte in der Kommune nicht um aufwändige Planungen kümmern. Und außerdem gewänne nicht nur seine Heimatgemeinde, sondern die gesamte Region von einem solchen Gewerbepark.
Mit Blick auf die Gründung von Apparatebau Rothemühle im Jahr 1937 appelliert Stefan Müller an die Entscheider im Gemeinderat: „Lasst uns gemeinsam, 84 Jahre nach der Gründung durch Herbert Brandt, eine neue erfolgreiche Ära in Rothemühle starten.“

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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