Die besten Stücke herausgesucht

Musikverein »Lyra« gab besonderes Konzert / Dirigent Glöckner seit zehn Jahren dabei

rudi Altenhof. Das traditionelle Frühjahrskonzert des Musikvereins »Lyra« Altenhof sollte dieses Mal unter einem besonderen Stern stehen. In diesem Jahr kann Dirigent Andreas Glöckner nämlich auf sein zehnjährige Dirigenten-Tätigkeit feiern. Entsprechend sollte das Programm des Konzertes am Sonntagnachmittag besondere Akzente beinhalten. Zum Vortrag kamen Stücke, die man schon einmal zu Gehör gebracht und nunmehr neu »aufpoliert« hatte. Im Vorfeld hatte der Verein eine Liste aller Werke der vergangenen zehn Jahre erstellt, um daraus die schönsten auszuwählen. So boten die Musiker dem Publikum in der Bürgerbegegnungsstätte einen Querschnitt aus zehn Jahren Musizierens mit Andreas Glöckner und zeigten sich dabei von ihrer besten Seite.

Zugegeben, es war ein langes Konzert – doch kurzweilig und unterhaltsam. Als man die Musiker im Vorfeld gebeten hatte, ihr Votum für die schönsten der bisher eingeprobten Werke aus den vergangenen zehn Jahren abzugeben, wählten diese nämlich keinesfalls die einfachsten aus. Mehrsätzige Ouvertüren, Serenaden, Märsche und Filmmusik waren es, die primär das Programm bestimmten. Das Publikum sollte es freuen. Schließlich wird den Gästen nicht alle Tage ein Konzert geboten, dass derartige »Leckerbissen« beinhaltet.

Entsprechend voll war der Saal der örtlichen Bürgerbegegnungsstätte, als Andreas Glöckner und seine Musiker am späten Nachmittag die Bühne betraten. Dennoch herrschte die gewohnt familiäre und lockere Atmosphäre – eben das, was viele bei der »Lyra« schätzen: Musik, die einfach Spaß macht. Nicht nur diesbezüglich kamen die Gäste voll auf ihre Kosten. Ebenso demonstrierte der Verein ihnen, wie Unterhaltungswert und musikalische Klasse miteinander einhergehen.

Bereits der feierliche »Contest March – Mercury« holte diese Eigenschaften in den Saal. Das Werk nach Jan van der Roost imponierte mit flotten, rassigen Rhythmen, die vor allem durch den Einsatz des Schlagwerks geprägt waren, umriss aber auch hallende Fanfaren und weitschweifende Melodiebögen. Ähnlich betörend ging es weiter. So gab man die Ouvertüre zur Oper »Barbier von Sevilla« zum Besten, spielte zur »Alliance of the free« auf und reiste mit Columbus in geradezu bildlichen Tonfolgen über die stürmischen und sanften Wogen der Weltmeere. Besonderen Eindruck hinterließen jedoch die Filmmusik zu »Der mit dem Wolf tanzt« sowie das »Tokyo Adventure«.

»Dance with Wolves« verzauberte das Publikum geradezu. Als Moderator Michael Wurm im Vorfeld »Gänsehaut«-Wirkung versprach, hatte er keineswegs übertrieben. Die getragenen, zuweilen recht düsteren Melodiebögen brachten einen emotionalen »Tiefgang« mit sich. Das Schlagwerk sowie das breite Blechregister des Altenhofer Musikvereins hatten daran großen Anteil. Während das Tiefenblech den Titel dumpf und behaglich anstimmte, ertönte erstmals eine helle Trompeten-Fanfare, die das Leitmotiv des Werkes einführte. Immer wieder wurde dieses aufgegriffen, jedoch stets neu interpretiert und variiert. So führte man einmal die warmen Klangfarben der Holzbläser hinzu, brachte beim nächsten Mal Trommelwirbel ein, um das Motiv im Finale wieder in seiner »ursprünglichen« Form darzubieten. Die bemerkenswerte Wirkung des Stückes war zweifellos vor allem auf die hervorragende, keinesfalls einfache Umsetzung zurückzuführen, die der Musikverein mit Bravour meisterte. Dabei verlangten die Wechsel in Melodik und Rhythmik sowie ein ständiges Spiel zwischen »forte« und »piano« Einfühlungsvermögen und Können.

Nicht nur das »große« Orchester konnte beides vorweisen. Ebenso das Jugendorchester, das man zusammen mit dem Musikverein »Treue« Ottfingen unterhält. Die jungen Musikerinnen und Musiker gaben sich im zweiten Programmteil die Ehre und begeisterten mit Stücken wie »Movie Themes for Band« und »The best of Queen«. Unter der Leitung von Andre Becker glänzten sie dabei mit wahren Höchstleistungen, die auch beim Publikum nicht ihre Wirkung verfehlten: Mit großem Applaus verabschiedete die Gäste den Nachwuchs von der Bühne.

Andreas Glöckner konnte sein Dirigenten-»Geburtstag« somit in einem gelungenen Rahmen feiern. Neben dem Präsent, das man ihm während der Veranstaltung überreichte, dürfte das überaus gelungene Konzert die größte Freude ausgemacht haben.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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