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TikTok führt Marie und Sophie zusammen
Die Geschichte einer besonderen Freundschaft

Durch TikTok wurden sie zu besten Freundinnen: Marie aus Ottfingen und Sophie aus der Großstadt Hamburg.
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yve Ottfingen. „Wo sind die beiden jungen Damen?“, frage ich neugierig. Ich bin in der Wohnung von Michaela und Ralph Brink. Hier lebt das Paar mit seinem Nachwuchs, den Kindern Marie und Nico. Nico treffe ich nicht an. Für ihren Bruder hat Marie an diesem Wochenende auch keine Zeit. Ich setze mich ins Esszimmer und warte gespannt auf die Geschichte einer ganz besonderen Freundschaft. Auf die Geschichte von Marie und Sophie. Ihre Tochter habe auf dieses Wochenende regelrecht hingefiebert, sagt Michaela Brink. Die Tür geht auf. Marie, das Mädchen mit blonden Zöpfen und blauen Augen kommt herein. Hinter ihr steht Sophie. Sie hat braune Augen und dunkle Haare, ebenfalls zu Zöpfen geflochten. Wie Marie trägt sie Top und Leggins.

yve Ottfingen. „Wo sind die beiden jungen Damen?“, frage ich neugierig. Ich bin in der Wohnung von Michaela und Ralph Brink. Hier lebt das Paar mit seinem Nachwuchs, den Kindern Marie und Nico. Nico treffe ich nicht an. Für ihren Bruder hat Marie an diesem Wochenende auch keine Zeit. Ich setze mich ins Esszimmer und warte gespannt auf die Geschichte einer ganz besonderen Freundschaft. Auf die Geschichte von Marie und Sophie. Ihre Tochter habe auf dieses Wochenende regelrecht hingefiebert, sagt Michaela Brink. Die Tür geht auf. Marie, das Mädchen mit blonden Zöpfen und blauen Augen kommt herein. Hinter ihr steht Sophie. Sie hat braune Augen und dunkle Haare, ebenfalls zu Zöpfen geflochten. Wie Marie trägt sie Top und Leggins. Das hat schon was vom Doppelten-Lottchen-Stil, obwohl die Schülerinnen eigentlich ganz unterschiedlich aussehen. Die beiden gehen vertraut miteinander um. So, als würden sie sich schon viele Jahre kennen. Ein Datum haben sie genau im Kopf, und zwar den 9. Oktober 2021. „Da haben wir unsere Namen ausgetauscht.“ Beim Videoportal und sozialen Netzwerk TikTok.

Stundenlang miteinander gequatscht

Einmal selbst wie die Superstars singen, tanzen und dazu ein cooles Video erstellen. Genau das ist mit der App TikTok  ganz einfach möglich. Nutzerinnen und Nutzer bewegen auf der Plattform zu aktuellen Chartsongs die Lippen, denken sich Choreografien aus und fügen Videoeffekte ein.  Für ihre Clips –  die so genannte TikToks – erhalten sie dann Likes und Kommentare anderer Personen, die sie häufig nicht kennen. "Ich habe Marie gefragt, ob sie reitet",  geht Sophie auf die erste virtuelle Begegnung bei TikTok ein.  Zum Geburtstag am 2. November habe sie dann ihr erstes eigenes Mobiltelefon geschenkt bekommen. Vorher habe sie die App auf dem Handy ihrer Mutter nutzen dürfen.

"Die beiden haben danach stundenlang miteinander gequatscht", lacht Michaela Brink. Doch wie schützen Eltern ihre Kinder vor Internetfallen, zum Beispiel vor vorgetäuschten Identitäten?  Es gibt viele Möglichkeiten. Einen Leitfaden samt Familien-Checkliste hat zum Beispiel die Landesanstalt für Medien NRW in Düsseldorf  erarbeitet (siehe gesonderten Bericht). "Wir haben mit Marie intensiv über die Thematik gesprochen und Sophias Lebensumfeld in Live-Videos gesehen", so Michaela Brink. 

So schützen Sie ihr KindTikTok bietet Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, sich ganz einfach selbst kreativ mit Medien auszudrücken. Der Aufbau der App und die Vielzahl der zur Verfügung gestellten Schnitt-, Sound- und Filtereffekte ermöglichen es jungen Nutzerinnen und Nutzern, intuitiv spannende und künstlerische Clips zu erstellen und somit Selbstwirksamkeit zu erleben oder sich über persönliche Themen wie Trauer oder Mobbing auszutauschen und einander durch Kommentare Mut zu machen. TikTok birgt aber auch Risiken. Was Eltern über die App wissen sollten, hat die Landesanstalt für Medien NRW in der Infobroschüre "Klicksafe" veröffentlicht. Tipp 1: Fragen Sie nach, wofür Ihr Kind diesen Account nutzen möchte. Sollen nur Clips aufgenommen und nicht hochgeladen werden, ist dies auch ohne einen Account möglich. Möchte Ihr Kind selbst Inhalte auf einem eigenen Profil veröffentlichen, sprechen Sie ab, wer diese Inhalte sehen können soll und welche Inhalte auf keinen Fall veröffentlicht werden dürfen. Nehmen Sie gemeinsam sinnvolle Privatsphäre-Einstellungen (www.handysektor.de/ artikel/tiktok-einstellen) vor und sprechen Sie über den Umgang mit Kommentaren auf der Plattform. Der „Begleitete Modus“ bietet zudem die Möglichkeit, nicht altersgerechte Inhalte zu verbergen. Tipp2 : Fragen Sie Ihr Kind, warum es so viel Zeit auf TikTok verbringt. Möchte es sich von den Inhalten berieseln lassen, oder wird die Zeit benötigt, um kreative Choreografien oder Videoschnitte umzusetzen? Wenn es um die passive Nutzung geht, können Sie zum Beispiel überlegen, welche Alternativen gibt und welche anderen Aktivitäten Sie gemeinsam machen könnten. Geht es um die Zeit für die eigene Kreativität auf TikTok, sollten Sie sich die Clips Ihres Kindes anschauen und Interesse zeigen. Lassen Sie sich erklären, wie viel Zeit Ihr Kind für die Erstellung eines TikTok-Videos tatsächlich benötigt. Tipp 3: Zeigen Sie Interesse daran, wenn Ihr Kind eine Challenge nachstellen möchte. Wenn es sich um eine harmlose Variante handelt, können Sie Ihr Kind dabei vielleicht sogar unterstützen. Halten Sie die Challenge für gefährlich, äußern Sie Ihre Bedenken und überlegen Sie gemeinsam eine Alternative. Unter www.klicksafe.de/checklisten findet die gesamte Familie eine Checkliste, um gemeinsam zu echten TikTok-Expertinnen und -Experten zu werden. Weitere hilfreiche Infos unter www.klicksafe.de/tiktok.

Seit Oktober vergeht jedenfalls kein Tag, an dem Marie und Sophie sich nicht schreiben, Bilder und Videos versenden oder telefonieren. Das ist heute so einfach. Ich denke an meinen Brieffreund aus Kindheitstagen. An André aus einem kleinen Ort in der ehemaligen DDR. Eine gefühlte Ewigkeit mussten wir warten, bis Briefe zu Hause im Postkasten lagen. Gesehen habe ich André nie. Das war zur damaligen Zeit nicht möglich. Selbst telefoniert haben wird nicht. Ein Bild von André, eine längst verblichene Schwarz-Weiß-Fotografie, habe ich aufgehoben. Der Zweck damals aber der gleiche wie heute  – Freude an Kommunikation und Nähe schaffen trotz Distanz. "Die Mädchen wollten sich natürlich ganz schnell treffen", weiß Michaela Brink.

Schwierige Terminsuche

Marie aus dem Wendener Dorf Ottfingen, Sophie aus der Großstadt Hamburg. Ein Termin für einen Besuch zu finden, sei nicht einfach gewesen. Schließlich könnten die Kinder nicht alleine auf eine fast 500 Kilometer lange Reise geschickt werden. Cindy und Markus, Sophies Eltern, haben schließlich  einen Kurzurlaub aus der Tour ins Sauerland gemacht. Mit dem Auto angereist, übernachten sie in einem Hotel in Freudenberg und möchten sich Köln anschauen. Ihre Tochter wissen sie in guten Händen bei der Familie Brink. "Gestern haben wir aber alle zusammen gegrillt", sagt die Mutter von Marie. "Das war ein richtig schöner Abend." Die Mädchen berichten aufgeregt von ihrem Programm –  Malen, Basteln, Jumphouse, Wellnessabend und einfach zusammen das "Real Life" genießen.

Abschiednehmen wird ihnen schwerfallen. "Wir sehen uns zum Glück bald wieder", freut sich Marie. Diesmal Ende Juli bei Sophie in Hamburg. Und so hat TikTok zwei junge Menschen zusammengeführt, die sich vor dem digitalen Zeitalter wohl nie kennengelernt hätten. "Und wenn wir älter sind, gründen wir eine WG", sprechen die Mädchen vielleicht von einer Freundschaft für die Ewigkeit.

Durch TikTok wurden sie zu besten Freundinnen: Marie aus Ottfingen und Sophie aus der Großstadt Hamburg.
 Am 9. Oktober 2021 lernten sich die beiden bei TikTok kennen.
Autor:

Yvonne Clemens (Redakteurin) aus Stadt Olpe

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