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Keine Nachfolger für den Vorstand
Dorfgemeinschaftsverein Hünsborn vor dem "Aus"

Viele Plätze in der Gaststätte „Zu den Dreikönigen“ blieben am Freitagabend unbesetzt, als die möglicherweise letzte reguläre Jahreshauptversammlung des Dorfgemeinschaftsvereins Hünsborn über die Bühne ging.
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  • Viele Plätze in der Gaststätte „Zu den Dreikönigen“ blieben am Freitagabend unbesetzt, als die möglicherweise letzte reguläre Jahreshauptversammlung des Dorfgemeinschaftsvereins Hünsborn über die Bühne ging.
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hobö Hünsborn. Mit gesenkten Köpfen verließen die meisten Teilnehmer am Freitagabend die womöglich letzte reguläre Jahreshauptversammlung des Dorfgemeinschaftsvereins (DGV) Hünsborn. Da sich der komplette Vorstand nicht erneut zur Wahl stellte und sich keine Kandidaten für die Vorstandsposten fanden, steht der Verein vor dem Abgrund. Nun wird eine Auflösungsversammlung einberufen, in der das „Aus“ des Vereins besiegelt werden könnte. Trotz der negativen Voraussetzungen gibt es in den Reihen des DGV aber Hoffnung, den Verein doch noch zu retten.

In Hünsborn wird es

hobö Hünsborn. Mit gesenkten Köpfen verließen die meisten Teilnehmer am Freitagabend die womöglich letzte reguläre Jahreshauptversammlung des Dorfgemeinschaftsvereins (DGV) Hünsborn. Da sich der komplette Vorstand nicht erneut zur Wahl stellte und sich keine Kandidaten für die Vorstandsposten fanden, steht der Verein vor dem Abgrund. Nun wird eine Auflösungsversammlung einberufen, in der das „Aus“ des Vereins besiegelt werden könnte. Trotz der negativen Voraussetzungen gibt es in den Reihen des DGV aber Hoffnung, den Verein doch noch zu retten.

In Hünsborn wird es erstmal keine Kostümsitzung mehr geben

Jedenfalls soll bis zur besagten Auflösungsversammlung mit vereinten Kräften ein neues Team mit neuen Ideen und Konzepten in dem zweitgrößten Ort der Gemeinde Wenden gefunden werden.
Zunächst blickte Vorsitzender Michael Meigies auf die vergangenen beiden Jahre zurück. Die jährliche Kostümsitzung des DGV in der Dorfgemeinschaftshalle, die in früheren Jahren stets ausverkauft war, bereite große Sorgen. Bereits 2019 seien die Besucherzahlen zurückgegangen, womit ein Minus von 1000 Euro trotz riesigen Aufwands entstanden sei. 2020 musste gar ein Verlust von rund 3000 Euro verbucht werden. Der Martinszug sei 2019 gut verlaufen, zudem habe der Verein das Krippenspiel finanziell unterstützt. Im Jahr 2020 hätten die beiden Veranstaltungen wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden können. „Das ist alles, mehr gibt es nicht zu berichten“, schloss Meigies.
Geschäftsführer Toni Skrobisch ergänzte in seinem Kassenbericht, dass 2019 435 zahlende Besucher zur Kostümsitzung gekommen seien, im Folgejahr nur noch 342. „Der Karneval reißt den Verein rein. Wir haben gesagt, es wird erstmal keine Kostümsitzung mehr geben.“

Dorfgemeinschaftsverein Hünsborn als sterbender Verein

Der Verein habe noch Guthaben, der noch knapp fünfstellig ausfalle. Kassenprüfer Josef Alfes bescheinigte eine saubere Kassenführung und bat um Entlastung des Vorstands, dem die lediglich 15 erschienen Mitglieder in der Gaststätte „Zu den Dreikönigen“ einstimmig folgten. Stellv. Vorsitzender Martin Schrage überreichte sodann Urkunden für 25-jährige Mitgliedschaft an Vertreterinnen des Pfarr-Cäcilienchors und der Pfarrjugend Hünsborn. Ebenfalls seit 25 Jahren sind Klaus Heinze, Inga Dietershagen und Ludwig Vetter DGV-Mitglieder, nahmen aber nicht an der Versammlung teil.

Der bisherige Vorstand will den Verein nicht mehr weiterführen (v. l.): Beisitzer Wolfram Arns, Vorsitzender Michael Meigies, Geschäftsführer Toni Skrobisch, Beisitzer Achim Skrobisch und stellv. Vorsitzender Martin Schrage.
  • Der bisherige Vorstand will den Verein nicht mehr weiterführen (v. l.): Beisitzer Wolfram Arns, Vorsitzender Michael Meigies, Geschäftsführer Toni Skrobisch, Beisitzer Achim Skrobisch und stellv. Vorsitzender Martin Schrage.
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Michael Meigies erklärte anschließend, dass er nach acht Jahren als Geschäftsführer und drei Jahren als Vorsitzender nun im Alter von 73 Jahren aufhören möchte. Er stehe für eine Wiederwahl nicht zur Verfügung. Mit einem Durchschnittsalter von 65 Jahren sei der 112 Mitglieder starke Verein ein sterbender. Meigies: „Wir kriegen einfach keine jungen Leute.“ Auch stellv. Vorsitzender Martin Schrage, Geschäftsführer Toni Skrobisch sowie die Beisitzer Wolfram Arns und Achim Skrobisch stellten sich nicht erneut zur Wahl. „Wir sind mit unseren Ideen am Ende“, betonte Toni Skrobisch, und Martin Schrage erklärte, dass er wegen des Karnevals im DGV mitgearbeitet habe. Doch die Kostümsitzungen seien ja nun Geschichte.

Auflösungsversammlung des Dorfgemeinschaftsvereins Hünsborn

Wahlleiter und Ehrenvorsitzender Michael Halbe stellte nach erfolgloser Kandidatensuche frustriert fest, dass niemand habe gewählt werden können. Nun müsse zwingend eine Auflösungsversammlung einberufen werden. Ein Termin dafür steht noch nicht fest. Bis dahin, so der Appell mehrere Versammlungsteilnehmer, müsse nach dem rettenden Strohhalm gegriffen werden. Der Verein dürfe als Schnittstelle der 36 Vereine und Verbände in Hünsborn nicht aufgegeben werden, betonte beispielsweise Ortsvorsteherin Gertrud Quast-Koch. Es gebe viele Aufgaben im Ort, denen sich der DGV auch in Kooperation mit anderen Vereinen widmen könne. „Ein so großer Ort braucht eine solche zentrale Stelle, und wir haben das Potential dafür in Hünsborn.“

Jochen Bruch aus Ottfingen nahm als Vorsitzender des Männerchors „Sangeslust“ Hünsborn an der Versammlung teil und warb dafür, sich ein Beispiel an der Zukunfts-Werkstatt Ottfingen (ZWO) zu nehmen, der als Mittler zwischen Vereinen, Einwohnern, Politik und Gemeinde agiere. Vor allem die zeitlich begrenzt agierenden ZWO-Projektgruppen seien ein Erfolgsmodell „Nehmt euch Zeit, sucht nach Lösungen, sprecht alle Vereine an auf der Suche nach Aufgaben – gebt dem DGV noch eine Chance“, appellierte Bruch. Rüdiger Koch bilanzierte, dass der Vorstand nun die Auflösung des Vereins vorbereiten, zeitgleich aber ein „Schattenkabinett“ eine „Gemeinschaft der Willigen“ suchen müsse.

Viele Plätze in der Gaststätte „Zu den Dreikönigen“ blieben am Freitagabend unbesetzt, als die möglicherweise letzte reguläre Jahreshauptversammlung des Dorfgemeinschaftsvereins Hünsborn über die Bühne ging.
Der bisherige Vorstand will den Verein nicht mehr weiterführen (v. l.): Beisitzer Wolfram Arns, Vorsitzender Michael Meigies, Geschäftsführer Toni Skrobisch, Beisitzer Achim Skrobisch und stellv. Vorsitzender Martin Schrage.
Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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