»Ebbe« in Kasse trübt Sessionsfazit

Vorstand des Karnevalvereins bestätigt / Wenig zahlende Besucher bei Prunksitzung

dos. Schönau. Man kann es wie Reinhard Jung »eine rege Diskussion« nennen, an der sich die Mitglieder des Karnevalvereins Schönau/Altenwenden bei ihrer Jahreshauptversammlung am Samstagabend beteiligt haben. Oder die zweieinhalbstündige Zusammenkunft der Karnevalsfreunde als Veranstaltung bezeichnen, die nicht ganz den Frohsinn der vergangenen Session erahnen lassen konnte.

Jung, Vorsitzender des Vereins, blickte in seinem Jahresbericht auf eine arbeitsreiche Session zurück. Neben den normalen Festivitäten zwischen Prinzenproklamation und Aschermittwoch bildete in dieser Session die »Närrische Hitparade« in der Siegerlandhalle, die vom WDR übertragen wurde, einen selbst als Jahrhundertereignis bezeichneten Höhepunkt. Jung dankte allen Akteuren für das gemeinsam Erreichte. »Die Rückmeldungen nach der Übertragung machen stolz.« Dem Prinzenpaar Fred und Tina Kittler sowie dem Kinderprinzenpaar Florian und Natalie danke er für den Mut, den sie aufgebracht hätten, ihr Amt in diesem Jahr anzunehmen und bestätigte, dass es eine schöne Zeit mit dem Prinzenpaar war und noch immer ist.

Weitere Eckpunkte des Karnevalsjahres waren natürlich Altweiber mit dem obligatorischen Rathaussturm, dem Besuch bei den örtlichen Kreditinstituten und der abendlichen Veranstaltung im Zelt. »Ein großes Lob an die Frauen, denen es gelang, das Zelt auch schon früh am Abend zu füllen und die eine gute Programmwahl getroffen haben.« Die Prunksitzung sei in diesem Jahr so diszipliniert ausgefallen, wie sich das der Karnevalverein immer gewünscht habe. Leider hatte der Vorsitzende einen drastischen Rückgang der zahlenden Besucher bei der Prunksitzung zu vermelden, lobte aber die Kostümvielfalt und Farbenpracht der Fußtruppen und die stark verbesserten Thematiken, mit denen sich die Wagenbauer beschäftigt hätten. Er resümierte, dass der diesjährige Rosenmontagszug alles andere übertroffen habe und einen optischen wie finanziellen Zugewinn darstelle.

Besonders freute sich Reinhard Jung darüber, dass auch eine andere Ortschaft in den Zug einbezogen werden konnte. Neben den Heimspielen in Schönau nahm der Verein mit seinen Tanzgarden aber auch eine Vielzahl von Terminen wahr, die sie bis nach Leverkusen führten. Der Vorsitzende zog den Schluss, das der Verein Schönau und die Gemeinde Wenden in der Öffentlichkeit gut repräsentiert habe.

Nicht ganz so repräsentativ sind in diesem Jahr die Finanzen der Karnevalisten. Zwar hat die »Närrische Hitparade« Gewinn eingebracht, aber der Kartenverkauf der Prunksitzung sei besorgniserregend zurückgegangen, so Schatzmeister Christoph Breuer. Dass das ehemalige Zugpferd der Karnevalssession lahmt, kann mehrere Gründe haben. Zum einen das erneute Anwachsen der Mitgliederzahl auf 523. Da Mitglieder keine Karten kaufen müssen, um die Prunksitzung mitzufeiern, fehlen diese potentiellen Kunden, die der Vorstand jedoch lieber im Verein als an der Kassenschlange sieht.

Auch die Vielzahl anderer Veranstaltungen in der Umgebung könnten ein Grund für den Rückgang der Kartenverkäufe sein. Dafür habe sich der Rosenmontag 2003 als bestes Gesamtergebnis erwiesen, das die Schönauer je vorlegen konnten. Finanzielle Löcher in die Vereinskasse rissen ein neues Prinzenkostüm, Mehrausgaben für den Sicherheitsdienst, eine dritte Kappelle während des Rosenmontagszuges und hohe Stromausgaben. Breuer bedauerte, dass viele dieser Posten laufende Kosten seien, die auch in den kommenden Jahren auf die Karnevalisten zukämen. Reinhard Jung dankte Breuer, der nicht erneut zur Wahl antrat, für sein »Zahlenwerk« und die jahrelange gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Der Erste Vorsitzende selbst wurde bei den anstehenden Wahlen in seinem Amt bestätigt. Auch der 2. Schatzmeister, Uli Brandenburger, wird in den kommenden drei Jahren sein Amt fortführen. Ersatz für Christoph Breuer war zwar auch gefunden, jedoch noch nicht für dieses Jahr. Da der Nachfolger für den Posten aus beruflichen Gründen noch nicht bereit stand, übernahm der amtierende Prinz und Elferratsmitglied, Fred Kittler, das Amt für ein Jahr. Die Wahl zum Schatzmeister steht damit 2004 wieder auf der Tagesordnung.

Außerdem wurde eine Erhöhung des Mitgliedsbeitrages auf jährlich 17e beschlossen – jedoch wie auch bei einigen anderen Abstimmungen an diesem Abend nicht ohne Gegenstimmen und Enthaltungen.

Die Versammlung kritisierte in vielfältigen Wortbeiträgen die Qualität der diesjährigen Beschallung. »Das Preis-Leistungs-Verhältnis und die Beschallungsqualität waren in diesem Jahr eine mittlere Katastrophe und sonst der helle Wahnsinn«, äußerte sich ein Mitglied. Der Ruf, Leuten aus dem Dorf den Zuschlag zu geben, auch wenn der Sparzwang für das preisgünstigere Angebot sprechen würde, wurde laut.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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