Firma Gustav Koch Straßen- und Tiefbau
Ein Jahrhundert eng mit der Erde verbunden

Neben den Mitarbeitern sind natürlich auch die Maschinen und Fahrzeuge ein Garant für erfolgreiche Arbeit. Dem Wendener Familienunternehmen Gustav Koch gelang es mit diesem Paket, nunmehr 100 Jahre erfolgreich zu wirtschaften.  Foto: SZ
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  • Neben den Mitarbeitern sind natürlich auch die Maschinen und Fahrzeuge ein Garant für erfolgreiche Arbeit. Dem Wendener Familienunternehmen Gustav Koch gelang es mit diesem Paket, nunmehr 100 Jahre erfolgreich zu wirtschaften. Foto: SZ
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hobö Wenden. „Bauen gestaltet die Welt von morgen“ – mit diesem Satz bewirbt eine Firma ihre eigene Homepage, die in der Gemeinde Wenden und weit darüber hinaus buchstäblich ortsbildprägend wirkt und wirkte. Denn die Gustav Koch Straßen- und Tiefbau GmbH & Co. KG besteht in diesen Tagen stolze 100 Jahre. Dieses besondere Jubiläum sollte in wahrlich großem Stil mit Belegschaft, Geschäftspartnern sowie mit Freunden und Bekannten gefeiert werden, doch die Restriktionen infolge der Corona-Pandemie ließen dies trotz aller aufwändigen Vorbereitungen nicht zu. „Wir feiern dann, wenn es wieder geht“, versprechen Gustav Otmar und Gustav Olaf Koch.

Olaf Koch – sein voranstehender Vorname Gustav wird selten benutzt – führt das Familienunternehmen in dritter Generation. Als sein Großvater Gustav Koch im Mai 1920 den Grundstein für das erfolgreiche Wirken legte, war der Erste Weltkrieg gerade eineinhalb Jahre zuvor beendet worden. In den Wirren dieser Zeit brachte der seinerzeit 24-jährige gebürtige Wendener den Mut für die Selbstständigkeit auf. Zuvor hatte er in der Grube in Vahlberg und danach in den Stahlwerken in Dortmund gearbeitet und so die Ausbildung und Prüfung zum Maurer-Meister finanziert, die er erfolgreich bestand. Der Mut sollte belohnt werden.

Zunächst widmete sich die junge Unternehmung, die heute wie damals ihren Sitz an der Hauptstraße 6 in Wenden hat, allein dem Hochbau. Schnell wurde der Tätigkeitsbereich um eine Schreinerei, den Tiefbau sowie den Kunstdünger-, Kohle- und Baustoffhandel erweitert.

Nach und nach stiegen die Kinder der Eheleute Gustav und Josefine Koch in die Firma ein: Siegfried, Manfred Gustav, Gustav Otmar, Auguste und Sieglinde.

Im November 1972 starb Firmengründer Gustav Koch, woraufhin seine drei Söhne die Leitung übernahmen. Aber bereits im Juli 1973 verstarb der älteste Sohn, Siegfried. In den 1970er-Jahren konzentrierten Manfred Gustav und Gustav Otmar Koch die Unternehmungen dann auf den Hoch- und den Tiefbau.

Als Manfred 1999 altersbedingt die Geschäftsführung verließ, stellte die Firma Koch den von ihm betreuten Hochbau ein. Einhergehend stieg Gustav Olaf Koch im Dezember desselben Jahres in die Geschäftsführung ein. Dem seinerzeit 26-Jährigen, der 1994 seine Ausbildung zum Straßenbauer bei der Firma Otto Quast in Siegen sowie 1998 die Meisterprüfung in Köln erfolgreich absolviert hatte, wurden 90 Prozent der Firma übertragen. Sein Vater, Gustav Otmar Koch, zog sich derweil immer mehr aus der Unternehmensleitung zurück, wobei er heute noch mit Rat und Tat zur Seite steht.

Die vierte Generation an der Spitze des Wendener Straßen- und Tiefbaubetriebs steht bereits in den Startlöchern. Gustav Vincent Koch, der Sohn von Olaf und Melanie Koch, möchte in Köln Bauingenieurwesen studieren und später gerne in die Firma einsteigen. Wie der derzeit 18-Jährige, kann sich auch seine vier Jahre jüngere Schwester Charlotte den beruflichen Werdegang im Familienunternehmen vorstellen.

Ohnehin legt Olaf Koch wert auf die Feststellung, dass Oma Josefine, die 2001 im Alter von 97 Jahren verstarb, sowie seine Mutter Elisabeth-Charlotte sehr wichtig für die Entwicklung des Familienunternehmens gewesen seien. Sie hätten ihren Männern stets den Rücken für das gewerbliche Tun freigehalten. Das Gleiche treffe auch auf seine Ehefrau Melanie zu.

In den 100 Jahren seit der Gründung hat die Firma Koch manches Bauwerk geschaffen, das heute noch ortsbildprägend ist. So beispielsweise die Alte Schule in Wenden in den 1930er-Jahren. Auch die Volksbank in Wenden oder die Erdarbeiten für den Bau der Sparkassen-Hauptstelle in Olpe gehören dazu. An der Errichtung der Peter-und-Paul-Kirche in Siegen war man in einer Arbeitsgemeinschaft beteiligt. Ein bedeutsames Projekt waren selbstredend die Erdarbeiten für das Konrad-Adenauer-Schulzentrum, das heute unter dem Namen Gesamtschule Wenden geführt wird.

Nahezu zeitgleich hatte Gustav Koch Ende der 1920er-Jahre das Wohnhaus der Familie Koch und in direkter Nachbarschaft das Lager erbaut, die beide noch in ihren Ursprungsfunktionen benutzt werden. Anfang der 1950er-Jahre kam die angrenzende Tankstelle hinzu, die man ca. 15 Jahre selbst betrieb und seither verpachtet hat.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete Gustav Koch eine Hochbau-Filiale in Köln. Diese leiteten zunächst Firmengründer Gustav sowie sein ältester Sohn Siegfried, ehe Augustes Ehemann Raimund Göckler die Leitung übernahm. Als hier kein Nachfolger gefunden wurde, stellten die Kochs den Filialbetrieb in Köln ein.

Überdies haben Kochs unzählige Gemeinde-, Kreis- und Landesstraßen in der hiesigen Region gebaut oder saniert sowie viele Neubaugebiete in der Region erschlossen. Zum heutigen Leistungsspektrum gehören Erd-, Asphalt-, Kanal- und Versorgungsleitungsarbeiten sowie Projektsteuerungen für Industrie, Kommunen und Privatkunden.

In den 1970er-Jahren waren bis zu 120 Mitarbeiter bei Koch im Hoch- und Tiefbau beschäftigt. Seinerzeit erledigte Koch für die Deutsche Bahn noch viele Kilometer Kabelbau sowie Erdarbeiten für die Elektrifizierung. Heute sind 35 Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt. Mitverantwortlich für den Rückgang ist der Abschied vom Hochbau sowie der Einsatz modernster Maschinen. Bedeutsam war und ist das Wendener Unternehmen seit mehr als 80 Jahren auch für die Stahlwerke in Geisweid, wo man 22 km Gleisanlagen baute und diese heute noch komplett unterhält. Mehr als 90 Lehrlinge sind im Unternehmen ausgebildet worden.

Neben den Mitarbeitern macht der umfangreiche Maschinenfuhrpark die Firma Gustav Koch also zum Ansprechpartner für alle Aufgaben rund um das Tief- und Straßenbauwesen. Man bleibt der Erde auch nach einem Jahrhundert weiterhin eng verbunden.

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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