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Ein Neuer für den größten Bezirk

Dominik Bredebach aus Brün kandidiert nicht erneut für einen Sitz im Wendener Gemeinderat. Dafür möchten Michael Hecken aus Heid wieder in den Kreistag sowie Dieter Stracke aus Brün erstmals und Fraktionsvorsitzender Martin Solbach erneut in den Gemeinderat gewählt werden. CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender Bernd Eichert wurde in der Mitgliederversammlung wieder zum Vorsitzenden des CDU-Ortsverbands Oberes Biggetal gewählt (v. l.).  Foto: hobö
  • Dominik Bredebach aus Brün kandidiert nicht erneut für einen Sitz im Wendener Gemeinderat. Dafür möchten Michael Hecken aus Heid wieder in den Kreistag sowie Dieter Stracke aus Brün erstmals und Fraktionsvorsitzender Martin Solbach erneut in den Gemeinderat gewählt werden. CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender Bernd Eichert wurde in der Mitgliederversammlung wieder zum Vorsitzenden des CDU-Ortsverbands Oberes Biggetal gewählt (v. l.). Foto: hobö
  • hochgeladen von Holger Böhler (Redakteur)

hobö ■ Die CDU im Wendener Land ist nicht allein in einem Gemeindeverband organisiert – wie alle anderen Parteien in der Kommune –, sondern zusätzlich in sieben untergeordneten Ortsunionen. Der Zuständigkeitsbereich der Ortsverbände beschränkt sich in der Regel auf ein, zwei oder drei Dörfer. Die Ortsunion Oberes Biggetal ist diesbezüglich eine bemerkenswerte Ausnahme, in ihrem Wirkungskreis liegen nicht weniger als elf Dörfer. Insofern gibt es in einer Mitgliederversammlung der Christdemokraten im Oberen Biggetal eine Menge Gesprächsthemen. So auch am Donnerstagabend, als sich die Ortsunion in „Halberstadts Jause“ in Brün traf. Hier aber stand vor allem im Vordergrund, den Vorstand zu wählen und die Kandidaten für die Kommunalwahl am 13. September 2020 zu empfehlen.

hobö  Die CDU im Wendener Land ist nicht allein in einem Gemeindeverband organisiert – wie alle anderen Parteien in der Kommune –, sondern zusätzlich in sieben untergeordneten Ortsunionen. Der Zuständigkeitsbereich der Ortsverbände beschränkt sich in der Regel auf ein, zwei oder drei Dörfer. Die Ortsunion Oberes Biggetal ist diesbezüglich eine bemerkenswerte Ausnahme, in ihrem Wirkungskreis liegen nicht weniger als elf Dörfer. Insofern gibt es in einer Mitgliederversammlung der Christdemokraten im Oberen Biggetal eine Menge Gesprächsthemen. So auch am Donnerstagabend, als sich die Ortsunion in „Halberstadts Jause“ in Brün traf. Hier aber stand vor allem im Vordergrund, den Vorstand zu wählen und die Kandidaten für die Kommunalwahl am 13. September 2020 zu empfehlen.

Einhergehend trafen unter anderem Themen wie Baugebiete, Mitgliederentwicklung, Zukunft des ehemaligen Balcke-Dürr-Geländes, eine mögliche Fusion verschiedener Ortsunionen sowie der Radweg ins Wildenburger Land auf einen regen Austausch.

Einstimmig wurde Bernd Eichert aus Bebbingen zum Vorsitzenden des CDU-Ortsverbands Oberes Biggetal wiedergewählt. Der 45-jährige Haustechniker und Bio-Landwirt im Nebenerwerb steht der Ortsunion bereits seit 2013 vor und ist bekanntlich seit 2017 auch Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbands.

Martin Solbach aus Heid wurde am Donnerstag ebenfalls einstimmig zum stellv. Vorsitzenden wiedergewählt. Er ist seit Oktober ebenfalls Vorsitzender der CDU-Fraktion im Wendener Gemeinderat.

Michael Solbach war Schriftführer in der Ortsunion, ist aber inzwischen weggezogen. Einen Nachfolger fand man am Donnerstag nicht. Als Beisitzer wiedergewählt wurden Ratsherr Dominik Bredebach aus Brün und Kreistagsmitglied Michael Hecken aus Rothemühle. Erstmals zum Beisitzer gewählt wurde Dieter Stracke aus Brün.

Von besonderem Interesse in der derzeit laufenden Runde an Ortsunions-Versammlungen sind die Personalentscheidungen für die Kommunalwahl. Die Ortsverbände können ja lediglich Empfehlungen geben für die entscheidenden Wahlen des Gemeindeverbands am 27. Februar. In aller Regel aber werden die Empfehlungen aus den Ortsunionen übernommen – zumal auch in Brün alle personellen Wünsche einstimmig erfolgten.

Im Wahlbezirk Rothemühle/Rothenborn/Heid/Trömbach/Bebbingen möchte Martin Solbach aus Heid um die Wählerstimmen kämpfen. Der 60-jährige Vertriebsleiter gewann schon bei seiner ersten Kandidatur 2014 sofort das Direktmandat in dem hart umkämpften Bezirk. Sein persönlicher Ersatzvertreter soll Bernd Eichert werden.

Im flächengrößten Wahlbezirk im gesamten Gemeindegebiet, der die Orte Römershagen, Döingen, Dörnscheid, Vahlberg, Brün und Hoffnung überspannt, gibt es einen neuen Kandidaten der CDU. Dominik Bredebach gewann bei der Wahl 2014 das Direktmandat, möchte nun aber nicht erneut kandidieren. Vor allem aus beruflichen Gründen könne er die Arbeit im Rat und in den Ausschüssen nicht mehr bewältigen, erklärte der verheiratete Vater von vier Kindern. Gerne aber stelle er sich als sachkundiger Bürger in einem der Fachausschüsse zur Verfügung. CDU-Fraktionschef Martin Solbach bedauerte den Verlust des „ausgewiesenen Fachmanns für kommunale Fragen“. Die Entscheidung werde aber respektiert und akzeptiert.

An die Stelle Bredebachs soll nun Dieter Stracke aus Brün rücken. Der 61-jährige verheiratete Vater einer Tochter ist in der Verwaltung einer Zeitarbeitsfirma tätig. Er habe viel Erfahrung in Vereinsvorständen gesammelt und wolle nun konstruktiv und kritisch in der Kommunapolitik mitwirken. Viele kennen ihn aus seinem langen Wirken als Vorsitzender des St.-Matthias-Schützenvereins Brün. Sein persönlicher Ersatzvertreter soll Dominik Bredebach werden.

Michael Hecken aus Rothemühle wurde 2014 erstmals in den Olper Kreistag gewählt und möchte nun erneut im Wahlbezirk Hillmicke/Oberes Biggetal/Ottfingen kandidieren. Die Unterstützung der CDU aus Hillmicke und Ottfingen hat er schon erhalten, und auch die Mitglieder der Ortsunion Oberes Biggetal sprachen ihre einstimmige Unterstützung für die Kandidatur aus. Hecken wurde übrigens in dieser Woche zum neuen 1. stellv. Vorsitzenden der CDU-Kreistagsfraktion gewählt – ein fürwahr großer Vertrauensbeweis in seiner ersten Wahlperiode.

Neben den personellen Entscheidungen prägten auch verschiedene andere Themen die Mitgliederversammlung des CDU-Ortsverbands Oberes Biggetal am Donnerstagabend in Brün.

In seiner Begrüßung verwies Vorsitzender Bernd Eichert auf den Mitgliederrückgang, der in anderen Ortsverbänden ebenfalls zu beklagen sei. Viele Mitglieder würden insbesondere die Bundespolitik als Ausstiegsgrund nennen. Inzwischen zählt der Ortsverband noch 28 Mitglieder.

Die CDU im Oberen Biggetal habe sich für die kleinen Dörfer in dem „Vielvölkerstaat“, wie Mitglied Klaus-Jürgen Solbach das Gebiet im Südwesten der Gemeinde betitelte, gekümmert. Auch weiterhin müsse darauf geschaut werden, dass die Politik nicht nur die größeren Orte betreffe. Die Mischung mache die Gemeinde zu einer liebenswerten.

In dieselbe Kerbe schlug auch Martin Solbach, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Wendener Gemeinderat. „Wir müssen für die kleinen Orte in der Gemeinde kämpfen“, betonte er und wies auf die Bedeutung von Bauplätzen hin, damit die „Eigenentwicklung auf den Dörfern gesichert ist“.

Hinsichtlich der künftigen Nutzung des von der Gemeinde gekauften ehemaligen Balcke-Dürr Geländes in Rothemühle bat Solbach um Geduld. Die Kommune verliere nichts, wenn man sich Zeit bei der Konzepterstellung und der Suche nach künftigen Mietern lasse. Die Gemeindeverwaltung habe momentan mit einer „Summe an Großprojekten“ an anderer Stelle viel zu tun. Derzeit gebe es ja Nutzer, deren Mietverträge aber nur eine kurze Laufzeit hätten, um die künftige Entwicklung nicht auszubremsen.

Der einstige Firmenparkplatz solle aber „relativ zeitnah“ für die Wohnbebauung umgestaltet werden. Woraufhin Dieter Stracke aus Brün und Christoph Stricker aus Döingen mahnten, den Parkplatz zumindest nicht komplett aufzugeben. Womöglich sei Parkraum für die künftige Nutzung noch von Bedeutung.

Der seit Jahren geplante Radweg von Rothemühle über den ehemaligen Bahndamm ins Wildenburger Land solle in diesem Jahr baulich angegangen werden, erklärte Martin Solbach. Diese Verbindung führe zu einer Attraktivitätssteigerung für die gesamte Gemeinde. Das Radwegenetz in der Kommune müsse einhergehend optimiert werden, sodass kurze Verbindungen zwischen den einzelnen Orten und zu den Arbeitsplätzen in den Industriegebieten geschaffen würden.

Bernd Eichert fragte sodann in die Runde, ob die Struktur der Ortsunionen in der Gemeinde Wenden noch zeitgemäß sei und ob womöglich eine Fusion mit dem Ortsverband Hillmicke sinnvoll erscheine. Zu dessen Wirkungskreis zählen die Orte Hillmicke, Wendenerhütte, Büchen, Huppen und Schwarzbruch.

Dominik Bredebach hält die derzeitige Struktur nicht für zielführend. Viele Dinge würden aus ortspolitischen Geschichtspunkten diskutiert, wobei der Blick für das Wohl des gesamten Gemeinde verloren gehe. Klaus-Jürgen Solbach hingegen sprach sich für die kleinen Einheiten aus. Er befürchte, dass bei einem Verschmelzen oder gar dem Wegfall der Ortsunionen das Oberere Biggetal gegenüber den großen Ortschaften schnell an Bedeutung verlieren könne. Dem pflichtete Martin Solbach bei. Die einzelnen Orte sollten im Blick gehalten werden. Vielleicht sollten Ortsbeauftragte gewählt werden, die die Ratsmitglieder unterstützten. Eichert erklärte, dass Strukturthema weiter im Auge behalten zu wollen.

Zum Abschluss der länger als zwei Stunden dauernden Versammlung plädierte Bernd Eichert dafür, junge CDU-Mitglieder auf der Reserveliste weit nach vorne zu bringen. Auch die neugestaltete Junge Union solle in die politische Arbeit einbezogen werden, um ein Zeichen an die Jugend zu setzen, dass sie ernstgenommen werde.

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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