Gemeinderat folgt Antrag der CDU-Fraktion
Einbau von Lüftungssystemen prüfen

Der Gemeinderat in Wenden hat sich jetzt mit Lüftungssystemen auch für Klassenräume beschäftigt.
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hobö Wenden. Bei zukünftigen Neubauten sowie umfangreichen Umbaumaßnahmen von beziehungsweise an Schulen, Kitas und allen anderen öffentlichen Gebäuden der Gemeinde Wenden soll die Möglichkeit des Einbaus von maschinellen Lüftungssystemen geprüft werden. Diesen Beschluss fasste jüngst der Wendener Gemeinderat einstimmig. Damit folgte das höchste politische Gremium der Kommune einem Antrag der CDU-Fraktion.

Mit der Öffnung der Schulen sei das Thema „regelmäßiges Lüften“ wieder auf den Plan getreten, begründen die Christdemokraten ihren Antrag. „Nicht nur die gefürchteten Aerosole, sondern auch grundsätzlich verbrauchte Luft möchte man gerne aus den Räumen, in denen sich viele Menschen aufhalten, verbannen“, heißt es in dem Antrag weiter. Besonders mit den Erfahrungen aus der Corona-Pandemie sollte daher der Einbau von Lüftungssystemen berücksichtigt werden, die hier eine automatisierte Unterstützung leisten könnten.

"Die ursprünglichen Bedenken,
dass sich Kinder während der kalten Jahreszeit erkälten könnten,
konnte nicht bestätigt werden."

Auszug aus der Sitzungsvorlage
der Gemeinde Wenden

Die Gemeindeverwaltung verweist in ihrer Sachdarstellung darauf, dass bundesweit die meisten Schulen und Kitas über die sogenannte freie Lüftung (Fensterlüftung, Schachtlüftung) mit frischer Luft versorgt würden, da dies wegen der geringen Investitions- und Wartungskosten die kostengünstigste Art der Lüftung sei. Im Hinblick auf den „Störfaktor Kälte“ mache eine maschinelle Lüftung über eine zentrale oder dezentrale „raumlufttechnische Anlage“ oder hybride Systeme durchaus Sinn.

Hoher zeitlicher und und finanzieller Aufwand

Im Rathaus wollte man gleichwohl eine „Abmilderung“ des CDU-Antrags herbeiführen: „Wegen des hohen zeitlichen und finanziellen Aufwands der Prüfung der baulichen Voraussetzungen (z. B. Statik, Brandschutz, etc.), der Wirtschaftlichkeit und des Nutzens und insbesondere vor dem Hintergrund der alternativen Möglichkeit der Lüftung über die Fenster sollten nicht alle Umbau- und Sanierungsmaßnahmen pauschal auf die Umsetzbarkeit solcher Systeme überprüft werden.“

Bei zukünftigen Neubauten von bzw. an Schulen, Kitas und vergleichbar genutzten Gebäuden könne die Umsetzbarkeit solcher Systeme dann aber geprüft werden. Diesem Ansinnen folgte der Rat aber nicht. Lüftungssysteme sollten nicht nur bei Neubauten geprüft werden. Letztlich einigte man sich darauf, bei „Neubauten sowie umfangreichen Umbaumaßnahmen“ solche Prüfungen vorzunehmen. Der Antrag wurde von der Verwaltung übrigens zum Anlass genommen, um erneut mit den Schulen in Kontakt zu treten und die Situation bezüglich der regelmäßigen natürlichen Belüftung abzufragen.

Alle zehn Minuten lüften

Zusammenfassend hält die Gemeinde fest, „dass momentan alle Räume, in denen sich Kinder und Erwachsene aufhalten, alle zehn Minuten gelüftet werden. An wärmeren Tagen können die Fenster geöffnet bleiben.“

Die Grundschulen in der Gemeinde Wenden verfügten über CO2-Messgeräte, die bei Überschreitung eines kritischen Wertes eine Warnung abgeben würden. Hierdurch könne die Konzentration an Kohlendioxid (CO2) innerhalb eines Klassenraums kontrolliert und auf steigende Werte reagiert werden. „Die ursprünglichen Bedenken, dass sich Kinder während der kalten Jahreszeit erkälten könnten, konnte nicht bestätigt werden“, betont die Verwaltung.

Luftfiltergeräte nur im Einzelfall sinnvoll

Bei dem Einsatz technischer Geräte zur Reduzierung der Virenlast in der Innenraumluft stelle sich die Frage, ob der Einsatz technischer Luftreinigungsgeräte einen entscheidenden Vorteil gegenüber der regelmäßigen natürlichen Raumlüftung bietet. Im Wendener Rathaus verweist man diesbezüglich auf die Kommission Innenraumlufthygiene des Umweltbundesamtes. Dort sei im Herbst 2020 die Empfehlung ausgesprochen worden, dass der Einsatz von Luftfiltergeräten nur im Einzelfall sinnvoll sei, wenn eine natürliche Raumlüftung nicht oder nicht im erforderlichen Maße hergestellt werden könne.

Weiter erklärt die Gemeindeverwaltung: „Die kommunalen Spitzenverbände haben sich vor kurzem noch einmal an das Umweltbundesamt gewandt und nachgefragt, ob die Empfehlung aus Oktober 2020 nach wie vor Bestand habe. Dieses wurde noch einmal ausdrücklich bestätigt. Vor diesem Hintergrund sieht der Bürgermeister von der Anschaffung dezentraler Lüftungssysteme ab.“ Der Einbau von maschinellen Lüftungssystemen aber muss infolge des Ratbeschlusses jetzt geprüft werden.

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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