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Hotel-Restaurant Zeppenfeld in neuen Händen
Eine Ära endet - und geht weiter

Das Erscheinungsbild des Hotel-Restaurants Zeppenfeld hat sich in den vergangenen Jahrzehnten durch zahlreiche Um- und Anbauten erheblich verändert.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

hobö Wenden. Die Nachricht vom nun feststehenden Verkauf des Hotel-Restaurants Zeppenfeld machte bereits vor knapp zwei Wochen die Runde (wir berichteten). Die SZ wollte aber mehr über die Beweggründe der handelnden Personen sowie die Zukunft des traditionsreichen Hauses wissen. Schließlich ist der Gastronomiebetrieb am Marktplatz in Wenden nicht nur ortsbildprägend, sondern verfügt über eine bewegte und verbindende Historie.
Hochzeiten, Geburtstage, Jubiläen, Vereinsaktivitäten und viele, viele andere Anlässe wurden hier in den mehr als 161 Jahren im Besitz der Familie Zeppenfeld gebührend begangen. Nahezu jede Familie aus dem Wendener Land hat somit in irgendeiner Form den gastronomischen Service der Familie Zeppenfeld genießen dürfen.

hobö Wenden. Die Nachricht vom nun feststehenden Verkauf des Hotel-Restaurants Zeppenfeld machte bereits vor knapp zwei Wochen die Runde (wir berichteten). Die SZ wollte aber mehr über die Beweggründe der handelnden Personen sowie die Zukunft des traditionsreichen Hauses wissen. Schließlich ist der Gastronomiebetrieb am Marktplatz in Wenden nicht nur ortsbildprägend, sondern verfügt über eine bewegte und verbindende Historie.
Hochzeiten, Geburtstage, Jubiläen, Vereinsaktivitäten und viele, viele andere Anlässe wurden hier in den mehr als 161 Jahren im Besitz der Familie Zeppenfeld gebührend begangen. Nahezu jede Familie aus dem Wendener Land hat somit in irgendeiner Form den gastronomischen Service der Familie Zeppenfeld genießen dürfen. Und auch über die Gemeindegrenzen hinweg hat der Gastronomiebetrieb einen guten Ruf.

Betrieb im Sinne der Tradition weiterführen

Nun verlassen die Zeppenfelds das Haus im Schatten der St.-Severinus-Kirche. Damit endet eine Ära – aber sie geht auch weiter. Denn mit Claudia und Maurice König hat sich ein Ehepaar aus Wenden gefunden, das die gesamte Immobilie gekauft hat und den Betrieb ganz im Sinne der bisherigen Tradition weiterführen will. Hotel und Restaurant würden auf jeden Fall unter dem Namen Zeppenfeld weiterlaufen, verspricht das neue Besitzer-Ehepaar im Gespräch mit der SZ. „Darüber freuen wir uns sehr“, betont Renate Zeppenfeld.
Sie hat den Betrieb bereits am 30. November eingestellt, zumal wegen der Corona-Restriktionen kein Sinn in einem Weitermachen mit geschlossenen Pforten bestand. Claudia (61) und Maurice König (50) übernehmen die Immobilie mit Wirkung zum 1. Januar 2021 und sind bereits kräftig dabei, die Zimmer umzugestalten. Maurice König ist selbstständiger Altbausanierer und renoviert die Fremdenzimmer sowie die Wohnungen in Eigenregie.

Hotel mit neun Fremdenzimmern

Claudia König führt künftig das Hotel mit den neun Fremdenzimmern in Eigenregie, während ihr Ehemann Maurice sich um die Vermietung von insgesamt vier Wohnungen (zwischen 41 und 100 Quadratmeter) in dem Haus kümmert. Maria Zeppenfeld und ihr Sohn Manfred ziehen aus ihren Wohnungen aus. Bisherige Lagerräume werden zu zwei Wohnungen umgestaltet.
Und das Restaurant? „Unser Wunsch ist es, die Restauration inklusive Kegelbahn, der Säle und der Thekenwirtschaft zu erhalten“, versichert Maurice König. Er und seine Frau möchten diesen Part aber nicht übernehmen, sondern verpachten. Diesbezüglich hofft man auf die Hilfe der Krombacher Brauerei, die sich intensiv um einen Pächter kümmere. „Wir möchten aber, dass das Haus so weitergeführt wird wie bisher, also mit deutscher Küche, in die durchaus internationale Einflüsse gelangen. Wir wollen aber keine Pizzeria oder einen Imbiss-ähnlichen Betrieb jedweder Art“, so König.

Thekenbetrieb erhalten

Denn man wolle unbedingt den Thekenbetrieb in dem letzten alteingesessen Gastronomiebetrieb in Wenden erhalten. Das erfreut die einstige Seniorchefin, die 87-jährige Maria Zeppenfeld: „Jeder freut sich, dass ,Wendsche’ hier reinkommen.“ Insbesondere, ergänzt Manfred Zeppenfeld, seien es die Stammtische, Kegelclubs und Vereine, die auf eine Zukunft „bei Zeppenfelds“ mit reichlich Tradition hoffen. Umbauen, so Maurice König, wolle man in den Restaurationsräumen nichts. Dafür gebe es gar keinen Grund, der Stil solle beibehalten werden – innen wie außen.
Am Anfang, macht Manfred Zeppenfeld keinen Hehl, habe er sich mit dem Verkauf sehr schwer getan. „Seitdem es aber mit Claudia und Maurice klar war, geht es mir besser.“ Per Handschlag habe man sich geeinigt. Renate Zeppenfeld erklärt derweil, dass sie als alleinstehende Pächterin nicht mehr habe weitermachen können und wollen. Das sei einfach zu viel geworden. Und Corona mitsamt der negativen Einflüsse auf die Gastronomie habe sie in ihrem Entschluss bestärkt, nun aufzuhören.

Vermietung ab 1. Januar

Ab 1. Januar beginnt die Vermietung der neun Fremdenzimmer. Die Stammgäste würden angeschrieben, kündigt Maurice König an, die Kundenkontakte der Zeppenfelds zu pflegen. Anfangs könne noch kein Frühstück angeboten werden, aber es gebe im Umfeld ja Bäckereien. Ohnehin seien die Mieter überwiegend Monteure, die oft ohne Frühstück zu ihren Arbeitsstellen führen und sich unterwegs versorgten. Sobald die Corona-Regeln gelockert würden, gebe es im Ort ja auch vielfältigen gastronomischen Service. Damit einhergehend hoffe man natürlich, dass die Restauration schnellstmöglich verpachtet werden könne. Tragen würde sich die Investition aber schon mit der Vermietung der Wohnungen und Fremdenzimmer, so König.

Mit Optimismus ans Werk

Maria, Renate und Manfred Zeppenfeld war es im SZ-Gespräch noch ein Herzensanliegen, all ihren Gästen und Freunden, der Familie und den Mitarbeitern herzlich zu danken. „Niemals geht man so ganz – und ich werde die Zeit, die wir hatten, immer in guter Erinnerung behalten“, so Renate Zeppenfeld.
Währenddessen gehen die Eheleute König mit viel Optimismus in ihr neues Projekt: „Für mich ist alles noch wie ein Traum“, gibt Claudia König einen Blick in ihre Gefühlswelt frei, während Maurice nonverbal eine Fliese streichelt.

Das Erscheinungsbild des Hotel-Restaurants Zeppenfeld hat sich in den vergangenen Jahrzehnten durch zahlreiche Um- und Anbauten erheblich verändert.
Die gesamte Immobilie des Hotel-Restaurants Zeppenfeld in Wenden hat neue Inhaber: Claudia und Maurice König haben das geschichtsträchtige Haus gekauft. Darüber freut sich der bisherige Besitzer, Manfred Zeppenfeld, dessen Mutter, Maria Zeppenfeld, sowie seine Schwester, Renate Zeppenfeld, die Hotel und Restaurant zuletzt als Pächterin betrieben hat (v. l.).
Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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