Einmaliges Projekt der Fischereigenossenschaft

Viel Lob für Gewässerschutz in der Gemeinde Wenden

hobö Schönau. Als »erstaunlich« bezeichnete diese Woche der Kreisfischereibeauftragte Manfred Hesener das, was in der Gemeinde Wenden für den Gewässerschutz geleistet werde. Er sprach das Lob im Rahmen eines Pressegesprächs der Fischereigenossenschaft Wenden aus. Die hatte in den Gasthof Wurm nach Schönau eingeladen, um über Projekte im kommenden Jahr zu berichten. Unter anderem möchte man mit einer groß angelegten Aktion drei gefährdete Tierarten quer über das Gemeindegebiet wieder neu ansiedeln.

Vorsitzender Jochen Sauermann nutzte das Gespräch aber auch für einen kleinen Rückblick. »Wir können stolz darauf sein, was wir an Gewässerschutz in den vergangenen Jahren geleistet haben.« In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Wenden, Manfred Hesener, vielen Kindergärten, Lehrer Paul Grebe von der Hauptschule Wenden sowie vielen Schülern der Einrichtung habe die Fischereigenossenschaft zahlreiche Bäche renaturiert und vielen Tieren in den Wasserläufen ein neues dauerhaftes Zuhause geben können.

Die Gemeinde Wenden, ergänzte der Kreisfischereibeauftragte, sei beispielhaft. Naturschützer, Landwirte und Grundstücksbesitzer zögen hier an einem Strang. Das sei einzigartig. Hesener lobte diesbezüglich die Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten. Für die Kinder sei ganz wichtig, Naturschutz hautnah zu erleben. Die jungen Menschen seien die Naturschützer von morgen. In der Gemeinde Wenden höre der Naturschutz jedenfalls nicht an der Wasseroberfläche auf.

Walter Marcus, Gewässerschutzbeauftragter der Gemeinde Wenden, bedankte sich ganz herzlich bei den Mitgliedern der Fischereigenossenschaft Wenden. Dort sei viel Fachwissen vorhanden, und die Zusammenarbeit für den Schutz der Bachläufe sei hervorragend. So habe der Naturschutz eine Zukunft. Er hob ferner hervor, dass die Gemeinde Wenden eine der wenigen Kommunen sei, die Gelder für die Gewässerunterhaltung bereitstelle. Das sei eine gute Investition in die Zukunft.

In die Zukunft gerichtet ist auch ein Projekt, dass die Fischereigenossenschaft Wenden für das nächste Jahr anvisiert hat. Wie Vorsitzender Jochen Sauermann erklärte, will man aktiv Artenschutz betreiben. Mit fünf Inhabern von Teichanlagen hat man darüber Einigkeit erzielen können, die Fischarten Bitterling und Moderlieschen sowie die Teichmuschel einzusetzen. Alle drei sind derzeit auf der Roten Liste, drohen aus dem heimischen Lebensraum zu verschwinden. Das Projekt ist in Südwestfalen einzigartig.

Die Vorbereitungen für den Besatz der fünf Anlagen laufen auf Hochtouren. Im Frühjahr werden die Teiche nochmal abgelassen, um zu überprüfen, ob keine Raubfische mehr vorhanden sind. Forellen beispielsweise würden die Population der vorgenannten Fischarten extrem gefährden.

Der Bitterling wird nur 10cm lang. Er ist als Aquarienfisch sehr beliebt, da er wohl der schönste der einheimischen Fische ist und als sehr zählebig gilt. Wirtschaftlich ist er ansonsten eher unbedeutend, da sein Fleisch angeblich bitter schmecken soll. Daher wohl auch die Namensgebung. Interessant ist, dass der Bitterling die Teichmuschel zur Fortpflanzung benötigt. Denn das Fischweibchen legt seine Eier in der Muschel ab. Im Kiemenraum können sich die Eier geschützt entwickeln und die Jungfische schlüpfen.

Die Teichmuschel ist bräunlich-grün gefärbt, kann über 20cm groß und 1kg schwer werden. Sie selbst ist zur eigenen Vermehrung auf Wirtsfische angewiesen, denn nur an deren Haut und Kiemen können sich die Muschellarven entwickeln. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Muschel innerhalb von nur einer Stunde etwa 40 Liter Wasser filtern kann.

Das Moderlieschen wird etwa 12cm lang und hat große, silberglänzende Schuppen. Die Fischart ist aufgrund der großen Verunreinigungen selten geworden und darf ganzjährig nicht gefangen werden. Auch beim Besatz der Teichanlagen mit insgesamt rund 2700 Tieren im nächsten Jahr wird die Hauptschule Wenden beteiligt. Die Schüler sollen die Projekte über Jahre hinweg betreuen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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