Rettung in allerletzter Minute
Emotionales Treffen nach Stammzellen-Spende

Andy Kontz und seine Frau Billie (hinten 4. und 5. v. l.) besuchten Josef und Angelika Alfes (hinten 3. und 2. v. r.). In Hünsborn wurden die Amerikaner von den Kindern der Familie Alfes und deren Partnern herzlich empfangen. Begleitet wurde das Ehepaar von Bryle Partlow, dem Bruder von Billie Kontz.  Foto: baka
  • Andy Kontz und seine Frau Billie (hinten 4. und 5. v. l.) besuchten Josef und Angelika Alfes (hinten 3. und 2. v. r.). In Hünsborn wurden die Amerikaner von den Kindern der Familie Alfes und deren Partnern herzlich empfangen. Begleitet wurde das Ehepaar von Bryle Partlow, dem Bruder von Billie Kontz. Foto: baka
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baka Hünsborn. Im Frühjahr des vergangenen Jahres berichtete die SZ von der schon fast unglaublichen Geschichte des Andy Kontz. Der Amerikaner war 2014 sterbenskrank und trotz vier Chemotherapien trat keine Besserung ein. Seine letzte Hoffnung war eine Stammzellentherapie, seine Schwester spendete für ihn, doch die Transplantation war nicht perfekt, und die Ärzte räumten ihm keine Überlebenschance mehr ein.

Zu dieser Zeit gab es in Hünsborn von der Reservistenkameradschaft einen Aufruf zur Typisierung für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS), an der auch Zimmermeister Josef Alfes teilnahm. Für den stellv. Leiter der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Wenden und Löschzugführer in Hünsborn sowie begeisterten Sänger war es eine Selbstverständlichkeit, sich registrieren zu lassen.

Nur vier Wochen später kam dann die dringende Anfrage der DKMS, dass in Amerika ein junger Mann im Sterben lag und nur noch die Hoffnung auf diese Stammzellen hatte. „Unter 20 Millionen Spendern war damals kein Treffer für mich, erst als Josef sich registrieren ließ gab es eine Übereinstimmung. Mein Arzt hat mir gesagt, das war Rettung in allerletzter Minute“, beschreibt Andy Kontz seine damalige Situation. Mit dieser Hilfe konnte der mittlerweile 43-Jährige die heimtückische Krankheit besiegen. Mit großer Zuversicht auf die Zukunft machte er seiner Freundin Billie danach einen Heiratsantrag und lebt nun mit seiner Familie, zu der auch zwei Kinder von ihm und zwei Kinder von ihr aus vorherigen Beziehungen zählen, in Sioux Falls. Nachdem der Amerikaner zwei Jahre nach der Transplantation erfahren hatte, wer sein Lebensretter ist, stand für ihn fest: Wir werden in Kontakt treten, worüber sich Josef Alfes sehr gefreut hat.

Nicht nur die Genesung von Andy Kontz gleicht einem kleinen Wunder, sondern auch, dass er trotz der vier Chemotherapien noch einmal Vater geworden ist. Aus Dankbarkeit für Josef Alfes erhielt das kleine Mädchen einen ganz besonderen Namen: Addison-Josef. Am vergangenen Sonntag gab es dann nach vielen E-Mails und Telefonaten ein erstes persönliches und sehr emotionales Treffen in Hünsborn. Wer die Familie von Josef und Angelika Alfes kennt, der weiß, sie haben ein offenes Haus, hier ist jeder Gast gerne gesehen und herzlich willkommen. Natürlich warteten auch die Töchter Tami, Sam und Alex mit ihren Partnern gespannt auf den Besuch aus South Dakota, der dann mit großem Hallo begrüßt wurde.

Neben Billie und Andy Kontz war auch Billie´s Bruder Bryle Partlow mitgekommen, denn er begleitet die beiden bei ihren nachgeholten Flitterwochen. „Wir waren mittlerweile in Köln, München, Frankfurt und Bacharach und haben uns besonders die Schlösser und Burgen angesehen. Bei uns in South Dakota gibt es nun einmal keine Schlösser, wir hatten ja auch noch nie einen König“, lachte Billie. Die kleine Addison-Josef ist bei ihren Großeltern geblieben. Nachdem ihr Start ins Leben auch nicht ganz einfach war – sie musste im Alter von neun Tagen am Herzen operiert werden – hat sie sich prächtig entwickelt und ist der ganze Stolz ihrer Eltern und Halbgeschwistern. „Sie ist einfach unser miracle child “, so der stolze Papa.

Natürlich hatten die Gäste aus Übersee einige Geschenke mitgebracht, darunter einen Traumfänger, Abzeichen und ein T-Shirt mit dem Schriftzug der Feuerwehr aus Sioux Falls. „Es war unglaublich hart, dass ich zwei Jahre warten musste, bis ich endlich den Namen von Josef erfahren habe, wir haben ihm soviel zu verdanken“, freute sich Andy Kontz, der mittlerweile wieder als Immobilienmakler arbeiten kann, während seine Frau als Krankenschwester tätig ist.

Josef Alfes seinerseits gab Abzeichen und T-Shirts des Feuerwehrlöschzuges aus Hünsborn mit. Andy Kontz war sich sicher, dass dies nicht das letzte Treffen gewesen ist und hofft auf einen Gegenbesuch. „Dann aber im Sommer, im Winter ist es in Sioux Falls sehr kalt und ungemütlich“, erklärte Billie Kontz.

Das ist für Angelika und Josef Alfes auf jeden Fall eine Option. „Wir könnten uns das schon gut vorstellen, euch zu besuchen“, so Alfes. Nach soviel Emotionen, wurde es bei einem kühlen Blonden und gemütlichen Grillen ein ausgesprochen fröhlicher Nachmittag mit der gesamten Familie, der bis weit in den Abend reichte. Schon am Montag reiste das Trio weiter nach Italien, da wird natürlich in Venedig haltgemacht und auch die italienische Riviera besucht. Dann geht es über Frankfurt wieder zurück nach Hause, denn da warten sicherlich die Kinder des Paares schon gespannt auf ihre Eltern und deren Berichte über ihre Erlebnisse in Deutschland.

Autor:

Barbara Kampa aus Siegen

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