Wallfahrtskapelle gewinnt an Bedeutung / Corona-Gebet zum Mitnehmen
„Es ist der Frieden, der hier herrscht“

Die Wallfahrtskapelle Dörnschlade ist ein Ort der Ruhe, der Raum für das stille Gebet bietet. Aktuell liegen in dem kleinen Kirchengebäude Corona-Gebete zum Mitnehmen aus.  Foto: yve
  • Die Wallfahrtskapelle Dörnschlade ist ein Ort der Ruhe, der Raum für das stille Gebet bietet. Aktuell liegen in dem kleinen Kirchengebäude Corona-Gebete zum Mitnehmen aus. Foto: yve
  • hochgeladen von Yvonne Clemens (Redakteurin)

yve Dörnschlade. Idyllisch gelegen auf einer Anhöhe zwischen den Dörfern Altenhof und Hünsborn liegt die Wallfahrtskapelle Dörnschlade, die der Pfarrgemeinde St. Severinus Wenden angehört. Täglich wird das denkmalgeschützte Gotteshaus – bereits 1414 in einer Urkunde erwähnt – von Menschen aufgesucht, die Ruhe durch stilles Gebet finden oder eine Kerze anzünden möchten.

Das kleine Kirchengebäude gehört zu den bekanntesten des südlichen Sauerlandes, es ist fußläufig und auch mit dem Auto gut zu erreichen. Viele Besucher haben so die Möglichkeit, einige Minuten der Stille zu genießen. Und gerade jetzt, wo das Corona-Virus das Leben immer mehr einschränkt, gewinnt der Aufenthalt in der auf einer Waldlichtung stehenden Kapelle an Bedeutung.

Vor der Bevölkerung liegen Wochen, Monate, in denen sie nicht absehen kann, was passiert. Viele Menschen sind verunsichert, und auch die Kontaktsperre kann sich sehr belastend auf das Gemüt auswirken. Hinzu kommen vielleicht wirtschaftliche Sorgen oder der Verlust eines geliebten Menschen. Und auch die Alltagssorgen werden nicht weniger – ganz im Gegenteil.

Wer  am Donnerstag  das schöne Wetter genutzt hat und zum Gotteshäuschen gekommen ist, wird seine Anziehungskraft bemerkt haben. „Es ist der Frieden, der hier herrscht“, antwortete eine Frau aus sicherer Entfernung auf die Frage, warum sie so häufig ihren Spaziergang mit einem Stopp auf der Dörnschlade verbindet.

Auch eine junge Mutter mit ihren Kindern kehrte ein, Radfahrer pausierten auf der Anlage, Paare und Einzelpersonen hielten sich dort auf, um sich für einen Moment dem Religiösen zuzuwenden – oder wieder zuzuwenden. Immer hielten sich nur sehr wenige Menschen gleichzeitig in der Kapelle auf. Sie hielten ganz selbstverständlich Abstand, warteten ohne Eile – so lange, bis die Gläubigen ihr stummes Gebet beendet hatten, um ihren Mitmenschen dann Raum zum Innehalten zu gewähren. Einige dürften sich dabei gefragt haben, was denn eigentlich die Grundlagen ihres Lebens ist und worauf sie vertrauen.

Wer den Blick beim Gebet auf den Altar richtete, dem fiel sofort ein Aufsteller mit einem Corona-Gebet ins Auge. Darunter steht ein Stuhl, auf ihm liegen viele Ausdrucke – es sind Corona-Gebete zum Mitnehmen. Denn nicht jeder hat mehr die Möglichkeit – sei es aus altersbedingten oder gesundheitlichen Gründen – zur Dörnschlade zu kommen. Der Text kann zudem für das Gebet mit der Familie genutzt werden. Und vielleicht freuen sich auch Freunde und Bekannte, über folgende Worte in ihrem Briefkasten.

Herr, Du Gott des Lebens, betroffen von der Not der Corona-Krise kommen wir zu dir. Wir beten für alle, deren Alltag jetzt massiv belastet ist und bitten um Heilung für alle Erkrankten. Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden. Tröste jene, die jetzt trauern, weil sie Tote zu beklagen haben. Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie, und allen Pflegenden Kraft in dieser extremen Belastung. Gib den Verantwortlichen Klarheit für richtige Entscheidungen. Wir danken für alle Frauen und Männer, die gewissenhaft die Versorgung und Infrastruktur unseres Landes aufrechterhalten.

Wir beten für alle, die in Panik sind oder von Angst überwältigt werden. Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden erleiden oder befürchten. Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne sein müssen, sich einsam fühlen und niemanden an ihrer Seite haben.

Stärke die Herzen der alten und pflegebedürftigen Menschen, berühre sie mit Deiner Sanftheit und gib ihnen die Gewissheit, dass wir trotz allem miteinander verbunden sind. Von ganzem Herzen flehen wir, dass die Epidemie abschwillt und dass die medizinischen Einrichtungen und Ressourcen den aktuellen Anforderungen gerecht werden können.

Wir beten, dass die Zahl der Infizierten und Erkrankten zurückgehen. Und wir hoffen, dass in allen Bereichen bald wieder Normalität einkehren wird. Guter Gott, mache uns dankbar für jeden Tag, den wir gesund verbringen. Lass uns nie vergessen, dass unser Leben ein zerbrechliches Geschenk ist. Ja, wir sind sterbliche Wesen und können nicht alles kontrollieren. Du allein bist Ursprung und Ziel von allem, Du allein bist ewig, immer liebend. Dein Heiliger Geist bewahre unsere Herzen in der Dankbarkeit. Getragen von einem tiefen Frieden werden wir die Krise bestehen.

Jesus, Du Herr und Bruder aller Menschen, Deine Gegenwart vertreibt jede Furcht, sie schenkt Zuversicht und macht unsere Herzen bereit, offen und aufmerksam füreinander.

Autor:

Yvonne Clemens (Redakteurin) aus Stadt Olpe

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