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Gärtnerei und Blumenfachgeschäft Niklas
Extreme Energiekosten bewegen Familienbetrieb zum Umdenken

Heiner und Birgit Niklas, Meinolf Niklas und Ann-Kathrin Vierschilling (v. l.) blicken optimistisch in die Zukunft. Der Familienbetrieb hat sich von Kohle und Gas unabhängig gemacht.
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  • Heiner und Birgit Niklas, Meinolf Niklas und Ann-Kathrin Vierschilling (v. l.) blicken optimistisch in die Zukunft. Der Familienbetrieb hat sich von Kohle und Gas unabhängig gemacht.
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yve Hillmicke. Vor dem Haus an der Poststraße 44 in Hillmicke blüht es in fast allen Farben. Auf einem Holztisch stehen Blumentöpfe im Vintage-Stil mit Eukalyptus, wenig weiter duftende Grillkräuter und Olivenbäume, die aus dem Winterschlaf zurück ins Freie gekehrt sind. Seit 1953 ist hier die Gärtnerei und das Blumenfachgeschäft Niklas ansässig und bis heute ein Familienbetrieb. Von der Straße aus ist die Größe des Unternehmens kaum zu erahnen. Unzählige Pflanzen verschiedenster Sorten stehen in Gewächshäusern auf einer 3500 Quadratmeter großen Fläche. Hier werden in der zweiten Generation Zierpflanzen und Schnittblumen produziert. Firmenchef Heiner Niklas, seine Frau Birgit und Tochter Ann-Kathrin Vierschilling sowie sein Bruder Meinolf befinden sich mitten in der Hauptsaison.

yve Hillmicke. Vor dem Haus an der Poststraße 44 in Hillmicke blüht es in fast allen Farben. Auf einem Holztisch stehen Blumentöpfe im Vintage-Stil mit Eukalyptus, wenig weiter duftende Grillkräuter und Olivenbäume, die aus dem Winterschlaf zurück ins Freie gekehrt sind. Seit 1953 ist hier die Gärtnerei und das Blumenfachgeschäft Niklas ansässig und bis heute ein Familienbetrieb. Von der Straße aus ist die Größe des Unternehmens kaum zu erahnen. Unzählige Pflanzen verschiedenster Sorten stehen in Gewächshäusern auf einer 3500 Quadratmeter großen Fläche. Hier werden in der zweiten Generation Zierpflanzen und Schnittblumen produziert. Firmenchef Heiner Niklas, seine Frau Birgit und Tochter Ann-Kathrin Vierschilling sowie sein Bruder Meinolf befinden sich mitten in der Hauptsaison.

Hackschnitzelanlage statt Ölheizung

Jede Menge zu tun gibt es aber in allen Monaten des Jahres. Hornveilchen, Stiefmütterchen, Bellis, Schnitttulpen und Osterglocken werden zum Beispiel von September bis März herangezogen, Schnittastern „Boris Becker“ von Juli bis November, danach sind bis Juni die Beet-und Balkonpflanzen an der Reihe. Hinzu kommen Grabpflege, Pflanzservice und Floristik. Das kostet Energie und vor allen Dingen jede Menge Geld. "Bei der letzten Öllieferung habe ich 1,89 Euro pro Liter bezahlt. Und in kalten Monaten haben wir etwa 4000 Liter gebraucht, und das in zwei Wochen", sagt Heiner Niklas immer noch kopfschüttelnd. Seine Sorgenfalten haben sich jedoch wieder geglättet. Der 59-Jährige hat in die Zukunft investiert, sich unabhängig insbesondere vom Öl gemacht. Dort, wo sich bis vor Kurzem noch eine Kohle- und Ölheizung befand, steht daher jetzt eine Biomasse- und Hackschnitzelanlage (500 kW) von „Heizomat“ aus Bayern. Und niemand könne voraussagen, welche Preisexplosionen noch zu erwarten seien, so Niklas. 

Dort, wo bis vor kurzem noch eine Kohle- und Ölheizung stand, ist nun eine Biomasse- und Hackschnitzelanlage errichtet worden.
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Der Gärtner stellt fast alles selber her

"Wenn auch die Holzpreise derzeit weiter steigen und sich auf keinem stabilen Niveau befinden, muss man trotzdem zusammenfassend sagen, dass eine Produktion der Sommerpflanzen über die kalten Wintermonate mit den Preisentwicklungen der alten Energieträgern schlichtweg unmöglich gewesen wäre", betont Heiner Niklas. Die neue Anlage sei wesentlich effizienter und vor allem auch ökologischer. "Das ist für uns auch ein ganz wichtiger Aspekt." Schließlich importiere die Gärtnerei kaum Gewächse: "Wir stellen fast alles selber her",  geht Ann-Kathrin Vierschilling auf den Nachhaltigkeitsaspekt ein. Die 29-Jährige ist bereits seit 2016 Floristenmeisterin und wird den Betrieb von ihrem Vater übernehmen. Sogar ihre 83-jährige Oma Auguste ist noch in der Gärtnerei aktiv. "Die Investition für meine Tochter und die Fortführung der regionalen Pflanzenproduktion war mir eine Herzensangelegenheit", so Heiner Niklas. „Wir lieben, was wir tun. Und stehen für gelebte Leidenschaft im Gärtnerhandwerk“, ergänzt sein Bruder Meinolf Niklas.

Seine Nichte zeigt dann den Verkaufsraum. "Hier haben wir uns auch neu ausgerichtet und unser Angebot um Töpfe und Dekorationsartikel erweitert", so die 29-Jährige. Ein Leben ohne Pflanzen kennt sie nicht, auch ihre Mutter Birgit ist Floristin. Ann-Kathrin Vierschilling schaut nun optimistisch in die Zukunft – "wir sind mit dem erneuerbaren Energieträger gut aufgestellt". Jeder sei in den Gewächshäusern willkommen, "besonders Kinder, denen wir gerne unsere liebevolle Pflanzenanzucht vorstellen".

Heiner und Birgit Niklas, Meinolf Niklas und Ann-Kathrin Vierschilling (v. l.) blicken optimistisch in die Zukunft. Der Familienbetrieb hat sich von Kohle und Gas unabhängig gemacht.
Dort, wo bis vor kurzem noch eine Kohle- und Ölheizung stand, ist nun eine Biomasse- und Hackschnitzelanlage errichtet worden.
Autor:

Yvonne Clemens (Redakteurin) aus Stadt Olpe

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