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Unfallverursacherin vor Gericht
Fataler Griff zum Mobiltelefon

Dieses Bild zeigte sich am 30. September vergangenen Jahres auf der Schubertstraße in Möllmicke. Die Fahrerin des Kleinwagens rechts war durch Unachtsamkeit in den Gegenverkehr geraten und dort frontal mit einem Kleinbus kollidiert. SZ-Archivfoto: kaio
  • Dieses Bild zeigte sich am 30. September vergangenen Jahres auf der Schubertstraße in Möllmicke. Die Fahrerin des Kleinwagens rechts war durch Unachtsamkeit in den Gegenverkehr geraten und dort frontal mit einem Kleinbus kollidiert. SZ-Archivfoto: kaio
  • hochgeladen von Jörg Winkel (Redakteur)

win ■ Ein schwerer Verkehrsunfall hatte sich am 30. September morgens in Möllmicke zugetragen: Ein Kleinwagen war frontal gegen einen gerade gestarteten Kleinbus geprallt. Beide Fahrerinnen erlitten Verletzungen, an den Fahrzeugen entstand ein Schaden von über 5000 Euro. Heute hatte sich die Fahrerin des Kleinwagens als Unfallverursacherin vor dem Olper Amtsgericht zu verantworten.

Direkt nach dem Unfall hatte sie den Polizeibeamten gegenüber angegeben, sie sei in einen Sekundenschlaf gefallen, übermüdet nach einer Nachtschicht. Demzufolge war auch Anklage wegen Doch gestern räumte sie ein, dass sie versucht habe, ihr Mobiltelefon aus einer Tasche im Beifahrerfußraum zu holen, um während der Fahrt einen Anruf zu tätigen.

win  Ein schwerer Verkehrsunfall hatte sich am 30. September morgens in Möllmicke zugetragen: Ein Kleinwagen war frontal gegen einen gerade gestarteten Kleinbus geprallt. Beide Fahrerinnen erlitten Verletzungen, an den Fahrzeugen entstand ein Schaden von über 5000 Euro. Heute hatte sich die Fahrerin des Kleinwagens als Unfallverursacherin vor dem Olper Amtsgericht zu verantworten.

Direkt nach dem Unfall hatte sie den Polizeibeamten gegenüber angegeben, sie sei in einen Sekundenschlaf gefallen, übermüdet nach einer Nachtschicht. Demzufolge war auch Anklage wegen Doch gestern räumte sie ein, dass sie versucht habe, ihr Mobiltelefon aus einer Tasche im Beifahrerfußraum zu holen, um während der Fahrt einen Anruf zu tätigen.

Doch das bundesdeutsche Gesetz tickt hier anders als ein juristischer Laie denken mag: Während das Telefonieren am Steuer „nur“ eine Ordnungswidrigkeit ist, wäre das übermüdete Fahren eine Strafsache, die erheblich härter sanktioniert wird. Infolgedessen hatten die Polizeibeamten der Frau auch nach dem Unfall den Führerschein weggenommen. Als sie sich mit einem Anwalt ins Benehmen gesetzt hatte, hatte dieser ans Gericht geschrieben und dieses über die Falschaussage nach dem Unfall in Kenntnis gesetzt. Die Frau hatte daher ihren Führerschein nach fünf Monaten zurückbekommen.

Sie machte klar, dass sie die erste Nachtschicht nach drei Wochen Urlaub absolviert habe und keineswegs übermüdet gewesen sei. Nur habe sie unter dem Schock nach dem Unfall geglaubt, mit dieser Ausrede besser davonzukommen als mit der Wahrheit. Zum Unfall selbst konnte sie keine Angaben machen: „Ich hatte versucht, das Handy aus meiner Arbeitstasche zu holen, und auf einmal stand ich quer zur Fahrbahn.“

Mit der Unfallgegnerin hatte sie Kontakt aufgenommen und sich entschuldigt. Diese war als Zeugin geladen. Sie sei gerade an ihrem Wohnhaus losgefahren und auf die Mühlenstraße eingebogen, „da hat es auch schon gekracht“. Die Airbags hatten ausgelöst, durch die Gase des Sprengstoffs litt die Frau kurzzeitig unter Atemreizungen und erlitt Prellungen im Brustbereich, „aber das ist alles wieder gut“.

Da sie keinen Wert auf eine Bestrafung der Verursacherin legte („Das kann doch jedem passieren“), die Angeklagte zudem weder in der „Verkehrssünderkartei“ in Flensburg noch im Vorstrafenregister irgendwelche Eintragungen hat und sich zudem vor Gericht kooperativ und voll geständig zeigte, einigten sich Oberamtsanwalt Jürgen Wickel und Vorsitzender Richter Markus Gerndorf darauf, das Verfahren gegen Zahlung einer Geldbuße einzustellen.

Die Frau muss 1200 Euro an die Gerichtskasse überweisen – einen kompletten Monatslohn der teilzeitbeschäftigten Frau. Richter Gerndorf: „Lassen Sie es sich eine Lehre sein: Finger weg vom Handy!“ Die Angeklagte antwortete, da könne sich der Richter sicher sein. Sie wisse ja ohnehin, dass das verboten sei und habe nun die Konsequenzen solchen Tuns am eigenen Leib verspürt.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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