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Wohngrundstücke sollen entstehen
Firma Sälzer wird abgerissen

In ihrem „Entwicklungskonzept“ haben Investor Dornbach und Architekt Florian Hahnl eine Anordnung möglicher Einfamilienhäuser skizziert. Die grüne Fläche stellt das eigentliche Gelände der nun nicht mehr in Brün tätigen Firma Sälzer Electrics dar. Links daneben befindet sich ein Firmenparkplatz, auf dem ein weiteres Haus gebaut werden könnte.
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  • In ihrem „Entwicklungskonzept“ haben Investor Dornbach und Architekt Florian Hahnl eine Anordnung möglicher Einfamilienhäuser skizziert. Die grüne Fläche stellt das eigentliche Gelände der nun nicht mehr in Brün tätigen Firma Sälzer Electrics dar. Links daneben befindet sich ein Firmenparkplatz, auf dem ein weiteres Haus gebaut werden könnte.
  • Foto: Firma Dornbach
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hobö Brün. Erst am 31. Oktober vergangenen Jahres wurde der Hauptsitz der Firma Sälzer Electric in Brün geschlossen. Monatelang hatte die Industriegewerkschaft Metall mit der Arbeitgeberseite um den Fortbestand gekämpft, doch ohne Erfolg. Das Werk in Rochlitz, das die Firma Sälzer in den 1990er-Jahren von der Firma Elgero Schaltgeräte übernahm, soll dagegen erhalten bleiben. Die 1956 gegründete Unternehmensgeschichte an der Matthiasstraße in Brün ist aber Historie, und in wenigen Monaten wird wohl nichts mehr an die einst erfolgreiche Firma erinnern.

Denn die in Kirchhundem beheimatete Firma Dornbach Spezialabbruch GmbH hat die Sälzer-Immobilien mitsamt des Geländes und des angrenzenden Parkplatzes gekauft und will alle Gebäudeteile abreißen.

hobö Brün. Erst am 31. Oktober vergangenen Jahres wurde der Hauptsitz der Firma Sälzer Electric in Brün geschlossen. Monatelang hatte die Industriegewerkschaft Metall mit der Arbeitgeberseite um den Fortbestand gekämpft, doch ohne Erfolg. Das Werk in Rochlitz, das die Firma Sälzer in den 1990er-Jahren von der Firma Elgero Schaltgeräte übernahm, soll dagegen erhalten bleiben. Die 1956 gegründete Unternehmensgeschichte an der Matthiasstraße in Brün ist aber Historie, und in wenigen Monaten wird wohl nichts mehr an die einst erfolgreiche Firma erinnern.

Denn die in Kirchhundem beheimatete Firma Dornbach Spezialabbruch GmbH hat die Sälzer-Immobilien mitsamt des Geländes und des angrenzenden Parkplatzes gekauft und will alle Gebäudeteile abreißen. Das Areal soll in in 18 Grundstücke aufgeteilt und sodann für den Bau von Wohnhäusern vermarktet werden. Am Mittwoch wurde das „Entwicklungskonzept“ dem Bau- und Planungsausschuss der Gemeinde Wenden vorgestellt. Zurzeit läuft eine entsprechende Bauvoranfrage beim Kreis Olpe.

Industriefläche wie ein Fremdkörper

Seniorchef Lothar Dornbach, sein Sohn Marco Dornbach, Vetriebsleiter Hubertus Schürholz sowie Architekt Florian Hahnl reisten dafür nach Wenden. Der Olper Architekt erklärt, dass man eigentlich die Firmenimmobilie für unternehmerische Zwecke habe erhalten wollen. Zunächst habe man auch eine „sehr gut gepflegte Halle“ vorgefunden. Doch notwendige Investitionen wie beispielsweise in den Brandschutz „hätten sich dann doch nicht mehr gelohnt“.

Die Industriefläche wirke im Dorf wie ein Fremdkörper, heißt es von der Firma Dornbach.
  • Die Industriefläche wirke im Dorf wie ein Fremdkörper, heißt es von der Firma Dornbach.
  • Foto: Holger Böhler
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Florian Hahnl erläutert, dass die Industriefläche mitten in der gewachsenen Ortschaft Brün wie ein Fremdkörper wirke. So sei der Gedanke aufgekeimt, die ein- und zweistöckige Produktionshalle sowie das vierstöckige Bürogebäude abzureißen und das Areal der Wohnbebauung zukommen zu lassen. 17 Grundstücke könnten auf dem Firmenareal parzelliert werden, ein weiteres auf dem ehemaligen Parkplatz. Diese Einteilung, so Hahnl, sei aber nicht in Stein gemeißelt. Die Grundstückszuschnitte könnten noch den Kundenwünschen angepasst werden.

"Wir wollen vor allem jüngere Leute und Familien vorziehen"
- Lothar Dornbach, Seniorchef

Wer werden die Kunden sein? „Wir haben noch keine engeren Maßstäbe festgelegt“, versichert Florian Hahnl. „Normalerweise gilt: Wer zuerst kommt, malt zuerst. Hier aber wollen wir versuchen, so viele Interessenten der Gemeinde zum Zuge kommen zu lassen wie möglich.“ Bekanntlich führt die Gemeinde Wenden eine Warteliste für alle Bauwilligen, und die möchte der Investor heranziehen, um potentielle Käufer zu finden. „Wir wollen vor allem jüngere Leute und Familien vorziehen“, verspricht Seniorchef Lothar Dornbach. Markus Hohmann, Leiter des Fachbereichs Bauen und Stadtentwicklung der Gemeinde Wenden, berichtet, dass man das Interesse Bauwilliger im oberen Biggetal nochmals abgefragt habe und die Liste dem Investor zukommen lasse.

Sechsstelliger Gewinn soll übrigbleiben

Konkrete Grundstückspreise könne man derzeit noch nicht nennen, betont Florian Hahnl. „Wir werden uns aber an Preisen der Gemeinde Wenden orientieren.“ Auf die Frage von Robert Dornseifer (SPD), ob sich das Investment dann überhaupt lohne, antwortet Hahnl, dass man die Immobilie „sehr günstig“ erworben habe. Bei Abrisskosten von voraussichtlich rund 150 000 Euro rentiere sich der Verkauf selbst dann, wenn man rund 100 bis 130 Euro für den Quadratmeter Grundstück verlange. „Dann bleibt noch eine gute sechsstellige Summe übrig“, rechnet Hahnl vor.

Vor der eigentlichen Sitzung stellten Lothar und Marco Dornbach, Hubertus Schürholz und Florian Hahnl das Projekt Bürgermeister Bernd Clemens vor (v. l.).
  • Vor der eigentlichen Sitzung stellten Lothar und Marco Dornbach, Hubertus Schürholz und Florian Hahnl das Projekt Bürgermeister Bernd Clemens vor (v. l.).
  • Foto: Holger Böhler
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Abriss bis Ende des Jahres

Der Investor plane jedenfalls nicht, die Häuser selbst zu bauen und dann zu verkaufen. Verkauft würden die unbebauten Flächen. Diese Grundstücke an der Matthiasstraße und der Straße Lange Heide haben – Stand jetzt – eine Größe zwischen 392 und bis zu ca. 700 Quadratmeter. Es soll übrigens kein Bebauungsplan erstellt werden, sondern nach der sogenannten „134er-Regelung“ gebaut werden. Hier haben sich die Planungen der Häuser, trivial ausgedrückt, an den Nachbargebäuden zu orientieren.

Der Olper Architekt skizziert, dass man mit dem Abriss erst beginne, wenn die Bäume Laub tragen. Die könnte man dann bewässern, um die Anlieger vor Staub zu schützen. Ende dieses Jahres werde der Abriss abgeschlossen sein, so dass die Bauherren voraussichtlich Mitte nächsten Jahres mit dem Bau der Häuser beginnen könnten. Mehrfamilienhäuser sollen nicht entstehen, durchaus seien aber Doppelhäuser möglich.

Die Vorstellung des Projekts im Bau- und Planungsausschuss hatte übrigens nur informativen Charakter. Entscheidend für die Genehmigung der Bauvoranfrage für das „Entwicklungskonzept“ ist der Kreis Olpe.

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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